Thyssenkrupp, DE0007500001

Thyssenkrupp spaltet Marinegeschäft vom Anlagenbau ab

14.09.2018 - 13:11:36

Thyssenkrupp spaltet Marinegeschäft vom Anlagenbau ab. ESSEN - Der Industriekonzern Thyssenkrupp treibt den Umbau seines schwächelnden Anlagenbau- und Marinegeschäfts voran. Aus dem Geschäftsbereich Industrial Solutions soll der Marinebereich herausgelöst und unmittelbar durch Thyssenkrupp geführt werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Industrial Solutions soll sich nun ganz auf die Restrukturierung im Anlagenbau konzentrieren. Der Geschäftsbereich erhält zudem ein neues Management: Der bisher für das operative Geschäft der Sparte zuständige Marcel Fasswald übernimmt zum 1. Oktober die Leitung.

soll der Konzern einen Chemiekomplex bauen.

Im Falle des Marinegeschäfts war in der Vergangenheit mehrfach über eine Trennung vom Schiffbau spekuliert worden. Bislang hatte Thyssenkrupp Pläne zu einem Ausstieg dementiert. Die Herauslösung des Marinegeschäfts könne auch als erster Schritt für eine Trennung Thyssens von seiner Werftengruppe gewertet werden, schrieb das "Handelsblatt" vor wenigen Tagen. Als möglicher Interessent gelte unter anderem der französische Staatskonzern Naval Group. Thyssenkrupp verzeichnete auch in der Schiffsparte zuletzt Probleme, etwa mit einem Projekt in der Türkei, das zu höheren Kosten führt.

Die Gewerkschaft sieht den Umbau als positiv für das Marinegeschäft an. "Wir haben keine Anzeichen dafür, dass ein Verkauf der Werftensparte vorbereitet wird. Im Gegenteil: Wir sehen in der Entscheidung des Konzerns ein klares Bekenntnis zum Schiffbau", erklärte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Die Gewerkschaft setze darauf, dass die neue Struktur den Marineschiffbau stärke und dem Management mehr Möglichkeiten gäbe, eigenständig und selbstbestimmt zu arbeiten.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Marinegeschäfts, Achim Hass, erklärte, der Bereich könne sich auf seine beiden Standbeine, den Über- und Unterwasserschiffbau, konzentrieren. Aber auch im Marinegeschäft werde es "weitere Veränderungen in den Abläufen und Strukturen geben. Es sind aber keine Sanierungen wie in anderen Bereichen des Konzerns geplant". Zur Werftensparte von Thyssenkrupp zählen in Deutschland etwa 5400 Beschäftigte.

Damit geht der Umbau des Konzerns trotz eines Personalvakuums weiter. Thyssenkrupp befindet sich gerade in einer Führungskrise. Die Posten von Vorstands- und Aufsichtsratschef sind vakant, nachdem Heinrich Hiesinger und Ulrich Lehner vor einigen Monaten kurz hintereinander das Handtuch geworfen hatten.

@ dpa.de