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WALT DISNEY COMPANY (THE), US2546871060

(technische Wiederholung)

06.08.2020 - 15:40:18

WDH/ROUNDUP 2: Disney erleidet 4,7 Milliarden Dollar Verlust in Corona-Krise

Fios erkauft. Ob Disney dem Streaming-Marktführer Netflix - der während des coronabedingten Lockdown ebenfalls gefragter denn je war - damit dauerhaft einheizen kann, bleibt erstmal abzuwarten.

Zwar brauchte Netflix ungefähr acht Jahre, um die Abo-Zahlen zu erreichen, die Disney+ nun schon nach knapp neun Monaten aufweist. Allerdings haben es Konkurrenten heutzutage auch wesentlich leichter, da das Fernsehen im Internet inzwischen zum Alltag vieler Menschen gehört, was wiederum nicht zuletzt das Verdienst des Trendsetters Netflix ist. Und trotz des starken Wachstums von Disney+ bleibt der große Rivale mit zuletzt 193 Millionen Bezahlabos noch meilenweit entfernt.

Disneys Geschäft mit Vergnügungsparks, Ferienresorts und Kreuzfahrten

- in normalen Zeiten ein zuverlässiger Profitbringer - litt in der

Krise heftig und geriet tief in die Miesen. Die Erlöse brachen im Jahresvergleich um 85 Prozent ein, der Betriebsverlust betrug knapp zwei Milliarden Dollar nach einem Gewinn von 1,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Insgesamt entstanden in der Sparte wegen der Pandemie Sonderbelastungen in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar.

Inzwischen sind die meisten von Disneys Attraktionen zumindest teilweise wieder geöffnet, jedoch mit strengen Corona-Auflagen und ungewissem Ausblick wegen der neuen Virus-Eskalation in Teilen der USA und der restlichen Welt. So musste die geplante Wiedereröffnung von Disneyland in Kalifornien vertagt werden und der große Themenpark in Hongkong wurde wieder geschlossen. In Disneyworld im stark von der Virus-Krise getroffenen US-Bundesstaat Florida seien die Geschäfte schlechter als erwartet wieder angelaufen, sagte Disney-Finanzchefin Christine McCarthy in einer Konferenzschalte mit Analysten.

Auch die Filmsparte ächzte unter Produktionsstopps und der Zwangspause des Kinobetriebs. Hier sanken die Einnahmen um 55 Prozent, der Betriebsgewinn hielt sich mit einem 16-prozentigen Minus auf 668 Millionen Dollar aber noch halbwegs stabil. Das wegen des problematischen Sportsenders ESPN, der seit langem unter Aboschwund leidet, eigentlich nicht gerade erfolgsverwöhnte Kabelgeschäft erwies sich in der Pandemie derweil als wichtige Stütze. Der Gewinn stieg bei fast stabilen Erträgen um 48 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

Trotz der tiefroten Zahlen und schwachen Geschäftsentwicklung wurde der Quartalsbericht von Anlegern positiv aufgenommen. Die Aktie handelte am Mittwoch vor US-Börsenstart mit über sechs Prozent im Plus. Die Erwartungen der Wall Street wurden beim bereinigten Ergebnis pro Aktie - der Kennzahl, die an den Finanzmärkten meist die stärkste Beachtung findet - deutlich übertroffen. Zudem kamen die schlechten Ergebnisse der Themenparks nicht überraschend, der Markt konzentriert sich auf das florierende Streaming-Geschäft.

@ dpa.de