Mercedes-Benz Group, DE0007100000

STUTTGART - Der Autobauer Mercedes-Benz kann im widrigen Umfeld aus Chipkrise und Ukraine-Krieg weiter auf die hohen Verkaufspreise am Markt setzen.

27.04.2022 - 09:23:28

Mercedes verdient blendend an hohen Preisen - Russland-Rückzug belastet. Trotz geringerer Verkäufe erzielte das Unternehmen bei Umsatz und Ergebnis deutliche Steigerungen. Dass der weitgehende Rückzug aus Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine viel Geld kostet und die mangelnde Halbleiterversorgung die Produktion stört, bremst den Konzern dabei nur wenig. Die von Konzernchef Ola Källenius eingeleiteten Kostensenkungen tun ihr Übriges. Die Aktie legte am Mittwoch kräftig zu, auch weil das Unternehmen im Rahmen seiner Prognosen etwas zuversichtlicher wurde.

weiterführt.

Die Pkw-Sparte erzielte mit 16,4 Prozent vom Umsatz eine für die Branche sehr hohe bereinigte operative Gewinnmarge. Goldman-Sachs-Experte George Galliers nannte die Umsatzrendite beeindruckend. Dass Mercedes durch Preiserhöhungen und Verlagerung auf teurere Modelle die hohen Rohstoffkostensteigerungen habe abfangen können, sei ein Beleg für den verstärkten Fokus auf Luxus im Angebot.

Seit einigen Quartalen sorgt die hohe Nachfrage nach Autos bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit für hohe Preise bei Neu- und Gebrauchtfahrzeugen. Die Lieferzeiten sind lang, Rabatte müssen die Händler kaum noch einräumen. So kam es, dass Mercedes-Benz bei den Pkw trotz eines um zehn Prozent gesunkenen Absatzes auf rund 487 000 Autos den Umsatz um 8 Prozent steigern konnte.

Vor allem die teuren Modelle wie das Flaggschiff S-Klasse, die Luxusmarke Maybach, die getunten Sportmodelle von AMG und weitere lukrative Fahrzeuge verkaufen sich gut - auch deshalb, weil Mercedes die knappen Chips vorrangig in diese und in die Elektroautos einbaut. Die Top-Modelle wuchsen beim Absatz um 5 Prozent, die elektrifizierten Autos um 19 Prozent.

Unter dem Strich stand für die Aktionäre ein Gewinn von 3,5 Milliarden Euro, was auch wegen der Abspaltung von Daimler Truck knapp ein Fünftel weniger ist als ein Jahr zuvor. Für den weitgehenden Rückzug aus den Geschäften in Russland musste der Konzern 709 Millionen Euro aufwenden, weitere 281 Millionen Euro wurden für die Dieselaffäre fällig. Demgegenüber stand ein Sonderertrag von 918 Millionen Euro unter anderem für den Verkauf von Niederlassungen in Kanada. Aus dem fortgeführten Geschäft erzielte Mercedes einen kleinen Gewinnanstieg.

@ dpa.de