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Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen Mitte April

10.03.2021 - 19:27:26

Start von Corona-Impfungen in Arztpraxen Mitte April. BERLIN - Der Start der Corona-Massenimpfungen in Deutschlands Arztpraxen kann sich bis Mitte April verzögern. Das Ziel sei es, frühestmöglich, jedoch spätestens in der Woche vom 19. April damit zu beginnen. Das beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch nach dreistündigen Video-Beratungen. Einzelne Länder können demnach auch ein "Opt-out" erklären und im April noch nicht routinemäßig in den Arztpraxen impfen. Zudem soll eine neue Impfverordnung mehr Tempo in die Impf-Kampagne bringen. Der bisher Jüngeren vorbehaltene Impfstoff des Herstellers Astrazeneca kann künftig allen gespritzt werden. An den Grenzen zu Corona-Hotspots im Ausland können abweichend von der Impfreihenfolge alle Menschen geimpft werden.

und Moderna der Abstand zur Zweitimpfung von sechs Wochen ausgeschöpft werden - beim Mittel von Astrazeneca von zwölf Wochen.

Spahn dämpfte die Erwartungen an den Impfstart in den Praxen. "Die Impfmengen werden nicht gleich auf 20 Millionen im Monat oder gar auf 10 Millionen in der Woche wachsen", sagte er im ZDF. Im April werde es zwar deutlich mehr Impfungen geben, aber noch nicht in dieser Größenordnung. Der nächste Schritt seien dann Impfungen in Unternehmen durch Betriebsärzte.

Die bundesweit 12 000 Werksmediziner könnten "pro Monat etwa fünf Millionen Beschäftigte impfen", sagte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Anette Wahl-Wachendorf, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki warf der Bundesregierung widersprüchliche Aussagen zum erwarteten Umfang der Impfungen vor, wie er der dpa sagte.

Nach dem schleppenden Impfstart werden zusehends steigende Impfstoffmengen erwartet - und nun auch ein kurzfristiger Nachschub: Die Hersteller Biontech und Pfizer wollen in den nächsten beiden Wochen vier Millionen Dosen zusätzlich an die Europäische Union liefern, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen in Brüssel sagte. Man habe das Zusatzpaket ausgehandelt, damit EU-Staaten in Corona-Hotspots impfen und ansteckendere Virusvarianten bremsen könnten. Vom Zusatzkontingent könnte Deutschland nach dem internen EU-Verteilschlüssel 18,6 Prozent bekommen, also 740 000 Dosen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte nach der Mitteilung der EU an, dass die bayerischen Corona-Hotspots an der Grenze zu Tschechien kurzfristig noch einmal 100 000 zusätzliche Dosen Impfstoff bekommen sollten. Damit gebe es mit den schon versprochenen Sonderzuteilungen insgesamt 150 000 Dosen zusätzlich für die von der britischen Virusvariante besonders betroffenen Grenzregionen.

Scharfe Kritik an der aktuellen Impfpraxis in den Ländern übte die Deutsche Stiftung Patientenschutz. "Die ethisch festgesetzte Impfreihenfolge ist nur noch eine Farce", sagte Vorstand Eugen Brysch. Der Vorrang für Alte und Kranke werde immer mehr aufgeweicht. "Es herrscht das Recht der Starken, Schnellen und Lobbyisten."

@ dpa.de

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