Lebensmittelhandel, Pharmahandel

SCHLESWIG - Im Familienstreit bei Aldi Nord hat ein wichtiger Zeuge im Berufungsprozess ausgesagt.

07.12.2017 - 14:20:25

Es gab ausdrückliche Vollmacht. Das ehemalige Vorstandsmitglied der Jakobus-Stiftung, die rund ein Fünftel der Aldi-Nord-Anteile hält, sollte den Richtern über eine umstrittene Satzungsänderung Auskunft geben. Durch die Änderung war nach dem Tod von Gründersohn Berthold Albrecht im Jahr 2012 der Einfluss seiner Familie in der Stiftung spürbar eingeschränkt worden. Albrecht hatte die Satzungsänderung im Dezember 2010 anstelle des damals erkrankten Zeugen in dessen Namen mit unterschrieben. Dies ist nach Ansicht der Erben nicht zulässig.

Das ehemalige Mitglied des Stiftungsvorstands sagte am Donnerstag vor Gericht, bei der umstrittenen Satzungsänderung sei alles korrekt verlaufen. Er habe vor seinem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt mit Berthold Albrecht darüber gesprochen und ihn "ausdrücklich" zur Satzungsänderung bevollmächtigt, sagte der Zeuge am Donnerstag vor dem schleswig-holsteinischen Oberverwaltungsgericht. Schriftlich erfolgte die Bevollmächtigung aber nicht. Dies sei nicht üblich gewesen.

Dass dadurch nach Bertholds Tod der Einfluss der Familie in der Stiftung eingeschränkt wurde, war auch vom Kreis Rendsburg-Eckernförde als Stiftungsaufsicht akzeptiert worden. Doch die Erben klagten dagegen. Das Verwaltungsgericht gab ihnen aus formalen Gründen Recht. Der Kreis als Stiftungsaufsicht legte daraufhin am OVG Berufung ein.

Berthold Albrecht sei es wichtig gewesen, dass die Unternehmensseite im Vorstand der Jakobus-Stiftung nicht unterrepräsentiert sei, sagte der Zeuge. Albrecht habe sich Sorgen um den Fortbestand des Unternehmens gemacht. Er sei der Ansicht gewesen, seine Kinder hätten kein Interesse an dem Unternehmen, sondern nur an den Geldtöpfen. Der Zeuge selbst habe Berthold schon als "Schulbuben" gekannt und ihn später ins Unternehmen eingearbeitet.

Aldi Nord ist auf drei Familienstiftungen - benannt nach den Aposteln Lukas, Markus und Jakobus - aufgeteilt, die ihren Sitz alle in der schleswig-holsteinischen Provinz haben. Ob das Gericht an diesem Donnerstag ein Urteil fällt, ist noch unklar. Es ist bereits der zweite Prozesstag im Berufungsverfahren.

@ dpa.de

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