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VINCI, FR0000125486

RUEIL MALMAISON - Der erneute Corona-Lockdown im Heimatmarkt Frankreich und anderswo hat dem Bau- und Dienstleistungskonzern Vinci auch zum Jahresende 2020 schwer zu schaffen gemacht.

05.02.2021 - 13:17:29

Corona-Krise belastet Vinci schwer - Erwartungen aber übertroffen. Das Geschäft mit Mautstraßen und mit Flughäfen verzeichnete abermals deutliche Einbußen, da die Menschen daheim blieben. Das robuste Baugeschäft konnte das nicht ausgleichen. Insgesamt hielten sich die Franzosen aber besser als befürchtet. Die Aktien legten zum Wochenschluss deutlich zu.

Der Umsatz fiel im Schlussquartal um knapp 6 Prozent, so dass sich für das Gesamtjahr ein Rückgang um 10 Prozent auf 43,2 Milliarden Euro ergab, wie das Unternehmen am Freitag in Rueil Malmaison mitteilte. Das operative Ergebnis aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit brach um die Hälfte auf 2,9 Milliarden Euro ein.

"Die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Gesundheitskrise hat die finanzielle Entwicklung von Vinci 2020 schwer belastet", sagte Konzernchef Xavier Huillard laut Mitteilung. "Der Rückgang des Baugeschäfts wurde durch ein gutes zweites Halbjahr begrenzt, in Frankreich sowie international." Allerdings sei der Verkehr in der Mautstraßensparte um rund ein Fünftel zurückgegangen und die Passagierzahl im Flughafengeschäft um 70 Prozent eingebrochen.

Immerhin: Trotz all der Probleme schaffte Vinci im vergangenen Jahr unter dem Strich noch einen Überschuss von gut 1,2 Milliarden Euro, nachdem zum Halbjahr noch ein Verlust angefallen war. Im Vergleich zu 2019 fiel das Ergebnis allerdings um rund 62 Prozent.

Analyst Patrick Creuset von der Investmentbank Goldman Sachs sprach in einer ersten Reaktion von starken Jahreszahlen. Gerade das Baugeschäft bewege sich schon wieder auf dem Vorkrisenniveau. Positiv überrascht habe aber vor allem der freie Mittelzufluss von knapp 4 Milliarden Euro. Wenngleich das auch mit Vorauszahlungen für einige Großaufträge zusammenhängen dürfte, unterstreiche es ebenso die Kostendisziplin. Damit sei Vinci für künftiges Wachstum hervorragend aufgestellt.

Die Anteilseigner sollen nun eine Dividende von 2,04 Euro je Aktie erhalten. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus entspricht das einer Dividendenrendite von knapp 2,4 Prozent. Die Papiere gewannen am Freitag rund sechs Prozent auf 86,18 Euro. Die Corona-Krise lastet allerdings nach wie vor auf dem Kurs. Der hat sich seit dem Corona-Tief im März 2020 zwar schon wieder um mehr als die Hälfte erholt, liegt aber immer noch fast ein Fünftel unter dem Vor-Crash-Niveau.

Für 2021 gibt sich Manager Huillard mit Blick auf das Baugeschäft zuversichtlich. Der Gewinn soll hier steigen. Wie es mit der Mautstraßen- und Flughafensparte weitergehe, hänge aber von der Entwicklung der Pandemie ab.

@ dpa.de