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ROSENHEIM / MAINZ - Unwetter hatten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz eine Schneise der VerwĂŒstung hinterlassen - mehr als 150 Menschen starben durch die Fluten.

18.07.2021 - 09:03:28

Merkel besucht Hochwasseropfer - Unwetter in Bayern und Sachsen. Bei neuen Unwettern im SĂŒden und Osten Deutschlands hat am spĂ€ten Samstagabend der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern den Katastrophenfall ausgerufen. Auch in der SĂ€chsischen Schweiz gingen gewaltige Regenmassen nieder. Am Sonntag will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die am schwersten getroffenen Gebiete in der Eifel besuchen.

Merkel werde sich in der Gemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen, teilte die Staatskanzlei in Mainz mit. Im Anschluss (14.30 Uhr) ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit MinisterprÀsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfÀlzischen Ministern.

Nachdem sich das verheerende Wasser aus vielen Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz allmĂ€hlich zurĂŒckgezogen hat, wird in den TrĂŒmmern weiterhin nach Todesopfern und Verletzten gesucht.

Immense RegenfĂ€lle verursachten am Samstag auch in Teilen Sachsens heftige Überschwemmungen. In der SĂ€chsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von StĂ€dten und Gemeinden nicht mehr erreichbar. Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch, informierte das Landratsamt am Abend. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Decin wurde gesperrt. "Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar", erklĂ€rte das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz stellte unterdessen Soforthilfen in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht. "Es braucht einen nationalen Kraftakt", sagte der SPD-Politiker der "Bild am Sonntag". Am Mittwoch im Kabinett wolle er zwei Dinge auf den Tisch legen. "Erstens eine Soforthilfe, bei der letzten Flut waren dafĂŒr deutlich mehr als 300 Millionen Euro nötig. Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht", erlĂ€uterte Scholz. "Zweitens mĂŒssen wir die Grundlage fĂŒr ein Aufbauprogramm schaffen, damit die zerstörten HĂ€user, Straßen und BrĂŒcken zĂŒgig repariert werden. Wie wir von der vorherigen Katastrophe wissen, geht es um Milliarden Euro."

Der Schwerpunkt der Katastrophe in Rheinland-Pfalz liegt im Kreis Ahrweiler. Allein dort kamen nach neuesten Angaben der Polizei Koblenz ĂŒber 110 Menschen ums Leben. 670 Menschen wurden verletzt. Es wird befĂŒrchtet, dass noch weitere Todesopfer und Verletzte hinzukommen. "Wenn Sie die Bilder sehen, wie es da aussieht, kann man nicht ausschließen, dass noch weitere Leichen gefunden werden", hatte ein Sprecher gesagt. Weiterhin wurden Menschen vermisst.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der bestĂ€tigten Todesopfer am Samstagabend bei 45, darunter waren vier Feuerwehrleute. NRW-MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU), der am Samstag mit BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier das Katastrophengebiet in Erftstadt besucht hatte, versprach Direkthilfe fĂŒr die betroffenen Menschen und sagte zu, dass "sehr unbĂŒrokratisch Geld ausgezahlt" werde. Steinmeier hatte zu SolidaritĂ€t und Spenden fĂŒr die Opfer aufgerufen. "Die UnterstĂŒtzungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen", sagte er. FĂŒr Montag hat sich Bundesinnenminister Horst Seehofer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz angekĂŒndigt.

Nach sintflutartigem Regen war die Feuerwehr im Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern seit Samstagabend mit rund 500 EinsatzkrÀften im Dauereinsatz. Der Landkreis hat aufgrund des Unwetters den Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet. Es sei bei einem Todesfall aber noch unklar, ob der dieser in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner.

Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein. Das Wasser schieße aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die PegelstĂ€nde des Flusses Ache an. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im Ă€ußersten SĂŒdosten Bayerns. Dort trat das Wasser stellenweise ĂŒber die Ufer und ĂŒberflutete Straßen. HĂ€nge rutschten ab. Einzelne HĂ€user mussten deshalb gerĂ€umt werden, sagte Rothenbuchner. "Es kommen stĂ€ndig Notrufe rein", sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim.

Medien berichteten von Rekord-PegelstĂ€nden an der Ache - bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Straßen, die sich in reißende BĂ€che verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren rĂ€umten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Ebenso ist in Chamerau in der Oberpfalz der Roßbach wegen Starkregens ĂŒber die Ufer getreten. Ein GebĂ€ude sei mit SandsĂ€cken vor den Wassermassen geschĂŒtzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Im gesamten Landkreis gab es fĂŒnf weitere EinsĂ€tze der Feuerwehr aufgrund von vollgelaufenen Kellern oder ĂŒberschwemmten Straßen.

Sintflutartige RegenfĂ€lle haben in der Nacht zum Sonntag auch weite Teile Österreichs erfasst. Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut

In Kufstein wurden die Menschen aufgefordert, GebĂ€ude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurĂŒckzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der ZulaufbĂ€che des Inns bereits die Straßen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstraße gesperrt.

In Wien sorgten starker Regen und Gewitter fĂŒr Hochbetrieb bei den Feuerwehren. Meist wurden die Feuerwehrleute wegen ĂŒberfluteter Keller oder UnterfĂŒhrungen gerufen, bis zum Sonntagmorgen berichtete die Berufsfeuerwehr von ĂŒber 500 EinsĂ€tzen.

@ dpa.de

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