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ROM / MOSKAU - Inmitten schwerer Spannung zwischen Russland und dem Westen hat eine Video-Konferenz italienischer Unternehmen mit Präsident Wladimir Putin für Aufregung gesorgt.

26.01.2022 - 14:58:29

Gespräch italienischer Unternehmen mit Putin sorgt für Kritik. Der Austausch am Mittwoch habe "nichts mit der aktuellen Situation zu tun, nichts mit irgendwelchen Sanktionen", stellte der Kreml in Moskau klar. Dennoch gab es in Italien Kritik an dem Gespräch, das ein falsches Signal sende, wie etwa Mitglieder des parlamentarischen Kontrollgremiums der Geheimdienste (Copasir) bemängelten. Als "merkwürdig" sei das Gespräch bezeichnet worden, meldete die Nachrichtenagentur Ansa.

Dem Vernehmen nach habe Rom versucht, die Organisatoren von einer Absage der Videoschalte zu überzeugen. Zudem seien jene Firmen, bei denen der italienische Staat Anteilseigner ist, aufgefordert worden, nicht teilzunehmen. In Regierungskreisen in Rom wurde betont, dass das Treffen eine private Initiative sei und weder Vertreter der Regierung noch Diplomaten daran teilnahmen.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von 16 Firmen, die bei der Sitzung dabei waren; drei Unternehmen hätten sich entschuldigt. Das Energieunternehmen Eni , bei dem der Staat größter Einzelaktionär ist, bestätigte auf dpa-Anfrage, seine Teilnahme abgesagt zu haben. "Diese Treffen gibt es regelmäßig, nicht nur mit italienischen, sondern auch mit großen Unternehmen anderer Länder", sagte Peskow zudem.

Putin bezeichnete bei dem Video-Gespräch Italien als einen führenden Wirtschaftspartner. "Wir können mit Genugtuung feststellen, dass es unseren Ländern gelungen ist, die Zusammenarbeit auf der wirtschaftlichen Ebene auf einem ziemlich hohen Niveau zu halten", sagte der Staatschef dem Kreml zufolge.

In der aktuellen Energiekrise bezahlten italienische Unternehmen dank langfristiger Verträge außerdem deutlich niedrigere Preise für russisches Gas als marktüblich, behauptete Putin laut der Agentur Tass. Die stark gestiegenen Kosten für Gas sind auch in Italien ein brisantes Thema und setzen die Regierung unter Druck.

@ dpa.de