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Ernährung, Getränke

ROM - Italiens Weinbranche macht Front gegen mögliche EU-Pläne, das Verdünnen von Wein mit Wasser zum Senken des Alkoholgehalts zu fördern.

08.05.2021 - 15:02:26

Aufruhr in Italien: Darf Wein mit Wasser gestreckt werden?. Dabei geht es nach Medienberichten darum, die Produktion von Wein ohne Alkohol oder mit weniger Prozenten als Methode in Europa zu definieren. Hintergrund sei auch der Gesundheitsschutz, hieß es. Agrarminister Stefano Patuanelli kündigte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa von Freitagabend den Widerstand Roms an. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti warnte vor "Verbrauchertäuschung". Von einem "Aufstand in Italien" sprach die Zeitung "Corriere della Sera" am Samstag.

"Das Einführen der teilweisen und vollständigen Alkoholreduktion als neue Weinbau-Praxis stellt ein großes Risiko und einen extrem gefährlichen Präzedenzfall dar, der die Identität des italienischen und europäischen Weins ernsthaft gefährden würde", argumentierte Coldiretti-Präsident Ettore Prandini. Verwässerten Wein als Qualitätsprodukt in Europa zu verkaufen, sei bisher verboten, wetterten auch andere Branchenvertreter.

Zwar mischen sich manche Weintrinker gerne Wasser ins Glas, um mit der Schorle nicht so schnell betrunken zu werden. Es gibt auch als alkoholfrei deklarierten Wein im Laden zu kaufen. Dabei wurde in der Regel dem normal erzeugten Rebensaft der Alkohol später entzogen. Der Protest in Italien richtet sich nun gegen Ideen zur Aufnahme des Wasserzusatzes als gute Praxis ins EU-Recht - auch für Barolo, Brunello und andere teure Flaschen mit Qualitätssiegeln.

Zwar berichtete das Blatt "Corriere della Sera", dass erste Stimmen aus Brüssel versucht hätten, den Sturm im Weinglas zu glätten: Wasser komme in den EU-Vorschlägen nicht ausdrücklich vor, hieß es. Sprecher aus Italiens Weinsektor gaben zu bedenken, dass Null-Prozent-Wein in arabischen Ländern gute Geschäfte bedeuten könne und nicht anderen überlassen werden sollte. Italien ist mengenmäßiger Weinweltmeister. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei rund elf Milliarden Euro.

@ dpa.de

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