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ASTRAZENECA, GB0009895292

ROM - Ein hoher Vertreter der EU-Arzneimittelbehörde EMA hat eine baldige Stellungnahme seiner Behörde zu möglichen Thrombose-Risiken bei Corona-Impfungen mit dem PrĂ€parat von Astrazeneca angekĂŒndigt.

06.04.2021 - 15:22:35

EU-Behörde EMA will sich in KĂŒrze zu Astrazeneca-Risiken Ă€ußern. Dabei warnte der Chef der EMA-Impfabteilung, Marco Cavaleri, in dem am Dienstag veröffentlichten Interview der italienischen Zeitung "Il Messaggero" vor zu hohen Erwartungen an EMA-Vorgaben. Die Bewertung laufe noch. Zugleich sagte Cavaleri, dass es nach seiner eigenen EinschĂ€tzung einen noch nicht genauer bestimmten Zusammenhang zwischen VorfĂ€llen mit Blutgerinnseln im Gehirn und den Astrazeneca-Impfungen gebe.

"Meiner Meinung nach können wir inzwischen sagen, dass es einen Zusammenhang mit dem Impfstoff gibt. Was diese Reaktion auslöst, wissen wir aber noch nicht", sagte Marco Cavaleri der Zeitung. Das Nutzen-Risiko-VerhĂ€ltnis spreche dennoch weiter fĂŒr den Impfstoff.

"Unsere Bewertung ist noch lange nicht abgeschlossen", erlÀuterte Cavaleri. Er erwarte kaum, dass die EMA diese Woche "so weit kommt, wie es verschiedene LÀnder getan haben, Altersgrenzen festzulegen". Mitte MÀrz hatte die EMA, die ihren Sitz in den Niederlanden hat, erklÀrt, es gebe keine Hinweise, dass die Impfungen die Thrombose-VorfÀlle verursacht hÀtten. Da das aber auch nicht ausgeschlossen sei, liefen Untersuchungen.

Auch Ende MĂ€rz hatte sich EMA-Chefin Emer Cooke gegen BeschrĂ€nkungen ausgesprochen. Eine aktualisierte Empfehlung der EMA sei fĂŒr die Sitzung ihres Sicherheitsausschusses vom 6. bis 9. April zu erwarten, hieß es da. Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schrieb auf Twitter, am Mittwoch sei mit einer EMA-Bewertung zu rechnen.

In Deutschland hatten Bund und LĂ€nder Ende MĂ€rz nach einer Empfehlung der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, Astrazeneca in der Regel nur noch fĂŒr Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund waren seltene FĂ€lle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Zuvor hatte es eine mehrtĂ€gige Impfpause gegeben, Mitte MĂ€rz waren Astrazeneca-Impfungen nach ÜberprĂŒfungen dann wieder angelaufen.

Auch die britische Arzneimittelbehörde untersucht FĂ€lle von Hirnthrombosen nach einer Impfung mit dem Astrazeneca-PrĂ€parat, wie die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwĂ€gt, das PrĂ€parat nicht mehr fĂŒr unter 30-JĂ€hrige zu empfehlen. MHRA-Chefin June Raine betonte jedoch, eine regulatorische Entscheidung sei noch nicht gefallen.

@ dpa.de