AMAZON COM INC, US0231351067

ROM - Die italienischen Wettbewerbshüter haben gegen Amazon eine Milliardenstrafe wegen Missbrauchs seiner Marktposition verhängt.

09.12.2021 - 12:02:02

Italiens Kartellbehörde verhängt Milliardenstrafe gegen Amazon. Die Kartellbehörde AGCM erlegte dem Internet-Konzern wegen Verletzungen des EU-Rechts eine Strafe von rund 1,129 Milliarden Euro auf. Amazon habe seine Stellung als Vermittler von Logistikdiensten auf der eigenen Plattform missbraucht und anderen Dienstleistern und Anbietern geschadet, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung.

Amazon habe seine Stellung als Vermittler von Logistikdiensten auf der eigenen Plattform missbraucht und anderen Dienstleistern und Anbietern geschadet, erklärte die AGCM am Donnerstag. Konkret geht es um den Service "Fulfillment by Amazon" (FBA), in Deutschland "Versand durch Amazon" genannt. Dabei bietet der Konzern Verkäufern an, die Versandlogistik zu übernehmen.

An den Service seien Vorteile auf der Verkaufsplattform gekoppelt, argumentierte die Kartellbehörde. So erhielten Verkäufer eine bessere Sichtbarkeit oder könnten ihre Produkte im Abo-Angebot "Amazon Prime" anbieten. Dies sei entscheidend für den Verkaufserfolg auf der Seite Amazon.it. Nach Ansicht der AGCM wendet Amazon bei Händlern, die den Logistik-Service nicht nutzen, außerdem strengere Qualitätskontrollen an als bei anderen. Dies könne zu einer Sperrung von Accounts führen.

Amazon habe konkurrierenden Logistikunternehmen im Bereich des E-Commerce geschadet, weil diese sich dem Service des Marktführers anpassen mussten, erklärte die Behörde. Zugleich seien auch andere Verkaufsplattformen geschädigt worden, weil Verkäufer zu Amazon gedrängt worden seien. Die Kluft zwischen dem US-Giganten und den anderen sei damit größer geworden.

Die Strafe von mehr als einer Milliarde Euro spiegele das Ausmaß und die Dauer des Marktmissbrauchs sowie die Größe von Amazon wider, hieß es von der AGCM. Um dies künftig zu vermeiden, will sie dem Konzern Verhaltensmaßnahmen auferlegen, die ein Treuhänder überwachen soll. Amazon müsse gewährleisten, dass jeder Verkäufer - unabhängig davon, ob er die Versandlogistik des Konzerns nutzt oder nicht - zu denselben Privilegien Zugang habe und ebenso sichtbar sei wie andere.

Amazon bezeichnete die Strafe und die Auflagen als "ungerechtfertigt und unverhältnismäßig". Kleinen und mittelgroßen Händlern stünden viele Wege offen, um ihre Produkte zu verkaufen, "Amazon ist nur eine dieser Optionen". Amazon unterstütze auch die Händler, die ihre Logistik in Eigenregie abwickelten.

Der Umgang von Amazon mit anderen Händlern auf seiner Plattform geriet immer wieder ins Blickfeld von Wettbewerbshütern, unter anderem auch auf Ebene der EU-Kommission.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Microsofts Cloud-Geschäft wächst weiter schnell. Im vergangenen Quartal steigerte der Software-Riese seinen Umsatz im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 51,7 Milliarden Dollar (45,7 Mrd Euro). Das übertraf die Erwartungen der Analysten, die eher mit rund 50,9 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Unterm Strich verdiente Microsoft in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal knapp 18,8 Milliarden Dollar - ein Plus von 21 Prozent. REDMOND - Das boomende Cloud-Geschäft hält Microsoft weiter auf Wachstumskurs. (Boerse, 26.01.2022 - 06:33) weiterlesen...

Studie: Internet verkraftet Wachstum des Datenverkehrs in Pandemie. Der weltweit führende Internetknoten-Betreiber DE-CIX verzeichnete 2021 einen deutlichen Anstieg seines Datenverkehrs. An den Internetknoten wurden in diesem Zeitraum insgesamt über 38 Exabyte Daten ausgetauscht. Das entspricht der Speicherkapazität von mehr als 300 Millionen Smartphones mit jeweils 128 GB Speicherplatz. Die Datenmenge ist auch vergleichbar mit dem Volumen, das die Bevölkerung einer Kleinstadt verbraucht, wenn jeder Einwohner ein Leben lang einen hoch auflösenden Videostream schaut. FRANKFURT - Der Internetverkehr hat im zweiten Corona-Jahr weiter deutlich zugenommen. (Boerse, 21.01.2022 - 06:06) weiterlesen...

Falsche Bewertungen: Untersuchung zeigt Lücken auf vielen Websites. Bei fast zwei Dritteln der untersuchten Websites gebe es entsprechende Zweifel, teilte die EU-Kommission am Donnerstag mit. Für den Bericht hatten nationale Verbraucherschutzbehörden 223 Internetseiten wie Online-Shops, Suchmaschinen und Preisvergleichsdienste unter die Lupe genommen. Konkrete Namen der Seiten wurden nicht genannt. BRÜSSEL - Die Kundenbewertungen auf zahlreichen Internetseiten in der EU sind einer Untersuchung zufolge möglicherweise nicht vertrauenswürdig. (Boerse, 20.01.2022 - 16:44) weiterlesen...

Amazon will erstes Ladengeschäft für Kleidung eröffnen. Das Unternehmen kündigte am Donnerstag die Eröffnung einer ersten Filiale der Marke "Amazon Style" an, die in diesem Jahr in einem Einkaufszentrum nahe Los Angeles an den Start gehen soll. Kunden sollen über Amazons App Kaufempfehlungen erhalten und durch den Scan von QR-Codes auf den Artikeln Produktdetails sowie verfügbare Größen, Farben und Bewertungen angezeigt bekommen. Amazon will ein breites Sortiment an Kleidung anbieten. "Sie werden alles finden - von der 10-Dollar-Jeans bis zum Designer-Modell", sagte Managerin Simoina Vasen dem US-Sender CNBC. Amazon wolle jedes Budget bedienen. SEATTLE - Der Online-Riese Amazon dringt mit seinem ersten Ladengeschäft für Kleidung weiter in den klassischen Einzelhandel vor. (Boerse, 20.01.2022 - 14:38) weiterlesen...