Uniper, DE000UNSE018

RATINGEN / BERLIN - Mit der umstrittenen Gasumlage will die Bundesregierung einen Zusammenbruch von Importeuren infolge stark gedrosselter russischer Gaslieferungen verhindern.

18.08.2022 - 06:04:30

Bekanntgabe von weiteren Umlagen auf Gaspreis erwartet. Neben der Beschaffungsumlage soll im Herbst aber noch eine sogenannte Gasspeicherumlage greifen. Diese soll der Firma Trading Hub Europe, einem Gemeinschaftsunternehmen der Ferngas-Netzbetreiber, die Kosten ersetzen, die zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit entstehen, also für den Gas-Einkauf. Das Wirtschaftsministerium ging zuletzt davon aus, dass diese Umlage keine "relevante Größe" erreichen werde.

Die Höhe dieser Gasspeicherumlage sowie der Regelenergieumlage soll an diesem Donnerstag bekanntgegeben werden, wie Trading Hub Europe (THE) auf Anfrage mitteilte. Ob und in welcher Höhe diese Umlagen auch bei Endverbrauchern ankommen, ist offen. Beobachter gehen davon aus, dass diese Umlagen deutlich geringer ausfallen werden als die am Montag bekannt gewordene Gasumlage zur Rettung systemrelevanter Gasimporteure in Höhe von 2,419 Cent je Kilowattstunde.

THE spielt eine zentrale Rolle im Gasmarkt, indem etwa Abrechnungen der Gasunternehmen untereinander ermöglicht werden. In der Gaskrise fallen THE besondere Aufgaben zu, etwa für das Erreichen vorgeschriebener Gasspeicher-Füllstände. THE hat dafür unter anderem Optionen auf Gasmengen gekauft, die im Winter abgerufen werden können. Auch für den direkten Einkauf von Gas durch THE zur Speicherbefüllung fallen Kosten an. Die Gasspeicher sollen am 1. November zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein.

Alle diese Kosten können über die erstmals erhobene Gasspeicherumlage auf Gasversorger umgelegt werden. Ob sie dann in einem weiteren Schritt auf Endkunden abgewälzt werden, dürfte auch von der Höhe abhängen. Das Wirtschaftsministerium hatte Mitte vergangener Woche auf Anfrage mitgeteilt, dass es nicht mit relevanten Mehrkosten für die Verbraucher rechnet. Die Umlage soll laut THE vom 1. Oktober an erhoben werden.

Neben der Gasspeicherumlage und anderen Umlagen soll auch die neue Höhe der Regelenergieumlage bekannt gegeben werden. THE setzt Regelenergie, also Gas, immer dann ein, wenn im bundesweit zusammenhängenden Gasnetz das Verhältnis zwischen ein- und ausgespeisten Gasmengen nicht ausgeglichen ist. Die Kosten werden umgelegt. Diese schon seit mehreren Jahren bestehende Umlage beträgt seit dem 1. Oktober 2021 laut THE null Euro. Beobachter gehen davon aus, dass sie wegen der stark gestiegenen Gaspreise jetzt angehoben wird.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bas: Versorgung mit Wasser, Strom und Gas gehört in staatliche Hand. "Bei Wasser, Strom oder Gas muss man sich schon fragen, ob die Versorgung nicht in staatliche Hand gehört. Ich bin dafür", sagte Bas der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Auf die Frage, ob der Gasimporteur Uniper auch nach der gegenwärtigen Energiekrise in Staatshand bleiben solle, antwortete sie: "Warum soll der Staat nicht auch mal Gewinne machen? Schulden werden verstaatlicht, Gewinne privatisiert. BERLIN - Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) wirbt dafür, die Grundversorgung mit Energie umfassend in staatliche Hand zu legen. (Boerse, 25.09.2022 - 15:23) weiterlesen...

Linke fordert Wegfall von Gasumlage und Schuldenbremse. Der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Es darf nicht sein, dass Bürger und Betriebe Habecks Verstaatlichungspläne zahlen sollen. BERLIN - Die Linke hat scharfe Kritik an Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) geäußert und ihm eine Abzocke der Gaskunden vorgeworfen. (Wirtschaft, 25.09.2022 - 14:43) weiterlesen...

Monopolkommission: Uniper-Verstaatlichung keine langfristige Lösung. Angesichts der allgemeinen Lage sei die Verstaatlichung zwar "politisch nachvollziehbar", sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling, der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe). Doch er warnte davor, dass der Schritt keine langfristige Lösung sein dürfe. "Wir müssen dann wieder zurück zum Wettbewerb kommen. BERLIN - Ein Beratergremium der Bundesregierung sieht in der geplanten Verstaatlichung des Gasimporteurs Uniper auf Dauer eine Gefahr für den Wettbewerb. (Boerse, 23.09.2022 - 20:20) weiterlesen...

SPD-Chef Klingbeil stellt Gasumlage infrage. "Ich unterstütze den Weg, den Robert Habeck hier vorgeschlagen hat", sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag) mit Blick auf die geplante Verstaatlichung des Gasimporteurs Uniper . BERLIN - In der Diskussion um die Gasumlage hat sich der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil für eine Überprüfung des umstrittenen Instruments ausgesprochen. (Wirtschaft, 23.09.2022 - 06:17) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: JPMorgan senkt Ziel für Uniper auf 2,20 Euro - 'Underweight'. Hoffnungen auf einen gegenüber den Uniper-Aktionären generösen Bund müsse man sich nicht machen, schrieb Analyst Vincent Ayral in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Hierzu gäben die Erfahrungen aus der Vergangenheit keinen Anlass. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für Uniper mit Blick auf eine Verstaatlichung des Energiekonzerns von 4,10 auf 2,20 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. (Boerse, 22.09.2022 - 21:48) weiterlesen...

Nach Schritt bei Uniper: Bund berät über Zukunft von Gazprom-Tochter. Dabei handelt es sich um die Securing Energy for Europe (Sefe), die bereits unter Treuhänderschaft der Bundesnetzagentur steht. Nach einem "Spiegel"-Bericht soll Sefe in den Besitz des Staates übergehen. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft des russischen Staatskonzerns Gazprom . BERLIN - Nach der angekündigten Verstaatlichung des Energiekonzerns Uniper könnte der Staat bei einem weiteren Energieunternehmen eingreifen. (Boerse, 22.09.2022 - 14:03) weiterlesen...