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QUICKBORN - Der norddeutsche Energienetzbetreiber HanseWerk will bis 2020 mehr als eine halbe Milliarde Euro investieren, um die Infrastruktur in Schleswig-Holstein fit zu machen für die Energiewende.

04.02.2018 - 14:28:24

Energienetzbetreiber HanseWerk investiert gut halbe Milliarde Euro. "Wir bauen die Zubringer und Auffahrten für die großen Stromautobahnen", sagte HanseWerk-Chef Matthias Boxberger der Deutschen Presse-Agentur. Der Ausbau des Stromnetzes sei eng verzahnt mit dem Bau der Trassen des Netzbetreibers Tennet, der den in Schleswig-Holstein erzeugten Strom über Höchstspannungsleitungen in Richtung Süden transportiert.

Vor allem dank der Windenergie wird in Schleswig-Holstein mehr Strom erzeugt als verbraucht. Bei der zuständigen HanseWerk-Tochter waren Ende des Jahres regenerative Energiequellen mit einer Leistung von 8300 Megawatt ans Netz angeschlossen, das sind 600 Megawatt mehr als ein Jahr zuvor. Die Stromkunden zahlen dafür mit hohen Netzgebühren. Ein Grund dafür: Wenn an windigen Tagen Windstrom wegen Überlastung des Netzes nicht eingespeist werden kann, dann wird er auch gar nicht erst erzeugt, sondern Anlagen stillgelegt. Bezahlt werden muss er dennoch. Das kostete in Schleswig-Holstein im Jahr 2016 allein fast 270 Millionen Euro, im vergangenen Jahr wohl nochmals mehr. Bezahlen müssen die Stromkunden über die Netzentgelte.

Diesem Ärgernis will HanseWerk zu Leibe rücken. "Hier hilft uns die Digitalisierung", sagte Boxberger. Mit smarten Messsystemen bei den Kunden und einer gezielten und gesteuerten höheren Netzauslastung über die eigentliche Kapazität hinaus sollen die unfreiwilligen Stillstände reduziert und damit die Kosten für die Verbraucher gesenkt werden. "Wir wollen die exzellente Sicherheit der Stromversorgung aufrecht erhalten und gleichzeitig die größtmögliche Menge erneuerbarer Energien etablieren", sagte der HanseWerk-Chef.

Mit Hilfe digitaler Informationen sollen die Kunden ihren Stromverbrauch flexibler gestalten und sich dabei an der Energieproduktion orientieren. Über eine digitale Plattform sollen sich die Erzeuger regenerativer Energie mit den Verbrauchern vor Ort koordinieren. So könnte ein mittelständischer Betrieb zum Beispiel zu bestimmten Zeiten sehr günstig überschüssigen Strom erhalten und damit Engpässe im Netz beseitigen. Die Betriebe müssten allerdings Verwendung für zusätzliche Energie haben, also zum Beispiel eine zusätzliche Maschine laufen lassen. Die Plattform soll im nächsten Winter funktionieren. Parallel dazu wird HanseWerk in diesem Jahr beginnen, rund 150 000 intelligente Stromzähler bei Kunden einzubauen.

HanseWerk ist eine Tochtergesellschaft des Eon -Konzerns mit starker Beteiligung schleswig-holsteinischer Landkreise und Kommunen. Das Unternehmen betreibt nicht nur Energienetze in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch Blockheizkraftwerke zur Wärmeversorgung.

@ dpa.de

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