MORPHOSYS, DE0006632003

PLANEGG / MÜNCHEN - Das Biotechunternehmen Morphosys peilt für das gerade begonnene Jahr weitere Zuwächse mit dem wichtigen Krebsmedikament Monjuvi in den USA an.

07.01.2022 - 10:12:03

Morphosys will mit Krebsmedikament Monjuvi weiter zulegen. So soll der Netto-Produktumsatz auf 110 bis 135 Millionen US-Dollar (97 bis 119 Mio Euro) zulegen, wie das Unternehmen am Freitag in Planegg bei München mitteilte. Im vergangenen Jahr erzielte Morphosys mit dem Mittel laut vorläufiger Zahlen 79,1 Millionen Dollar (66,9 Mio Euro) Erlös in den USA. "Wir erwarten für 2022 nachhaltiges Wachstum", sagte Morphosys-Chef Jean-Paul Kress zu dem Hoffnungsträger. In diesem Jahr soll die Bruttomarge für das Medikament 75 bis 80 Prozent erreichen.

eher zu den Leichtgewichten. Das Papier stieg erst im September 2021 wegen des Kursverlusts aus dem MDax ab.

Tantiemen für das Mittel Tremfya werden von Morphosys weiter in der eigenen Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen, sie werden allerdings in der Finanzprognose nicht mehr berücksichtigt, weil sie komplett an den Finanzierungspartner Royalty Pharma weitergeleitet werden. Auch die Meilensteinzahlungen für den Covid-19-Medikamentenkandidaten Otilimab des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline gehen an das US-Unternehmen.

Mit Geld von Royalty hatte Morphosys im vergangenen Jahr die 1,7 Milliarden Dollar teure Übernahme des auf Krebstherapien spezialisierten US-Konzerns Constellation Pharma gestemmt - trat dafür aber die Tantienem an dem Schuppenflechtemittel Tremfya sowie zusätzlich einige Meilensteinzahlungen und andere Tantiemen an das US-Unternehmen ab.

Auch beim Hoffnungsträger Monjuvi kassiert Morphosys nicht die vollen Erträge - die Hälfte des Gewinns oder Verlusts in den USA geht an den Vermarktungs-Partner Incyte. Die US-Erlöse des Hoffnungsträgers konnten zuletzt zulegen, nach 18,6 Millionen Dollar im dritten Quartal waren es im Schlussquartal 23,6 Millionen Dollar. Allerdings hatte das Medikament dem Unternehmen zur Mitte des vergangenen Jahres auch eine Prognosesenkung eingebrockt, weil es nicht so gut anlief wie gedacht.

Morphosys will sich vom Auftragsforscher für die Pharmaindustrie hin zum Entwickler eigener Medikamente wandeln. Mit dem teuren Zukauf von Constellation und hohen Kosten für Forschung und Entwicklung werden die Bayern auch noch einige Zeit Verluste einfahren. Erst für das Jahr 2026 rechnet der Vorstand mit dem Erreichen der Gewinnschwelle und einem Finanzmittelzufluss, wie Finanzchef Sung Lee erst kürzlich der "Börsen-Zeitung" sagte. Schub geben sollen unter anderem Krebsmedikamente: "2025 können wir zwei Medikamente in der hämatologischen Onkologie auf dem Markt haben", sagte Lee dem Blatt.

Morphosys legt seine detaillierten Jahreszahlen am 16. März vor.

@ dpa.de