Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

Maschinenbau, Produktion

PARIS - Seit Anfang März ist Josef Aschbacher Europas neuer Weltraumchef.

10.03.2021 - 07:12:28

Neuer Weltraumchef Aschbacher: Europa braucht einen Ruck nach vorn. Der 58-Jährige hat den Deutschen Jan Wörner als Generaldirektor der Weltraumorganisation Esa abgelöst. Der Österreicher Aschbacher ist in der Esa kein Unbekannter - er war dort zuvor Direktor für Erdbeobachtung und somit für das Programm Copernicus zuständig. Nun erwarten Aschbacher neue Herausforderungen. Für ihn ist klar: "Wir können es uns als Europa nicht leisten, keinen autonomen Zugang zum Weltraum zu haben." Doch wenn man Begeisterung für die Raumfahrt erzeugen wolle, brauche man auch spektakuläre Projekte.

Frage: Herr Aschbacher, wie war denn Ihr Start als neuer Esa-Direktor und was liegt jetzt auf Ihrem Schreibtisch?

Antwort: Die erste Woche war natürlich sehr spannend, sehr aufregend. Ziel ist es nun, das Bewusstsein dafür zu wecken, warum der Weltraum für Europa wichtig ist. Europa hat ja eine ähnliche Wirtschaftskraft und politische Bedeutung wie die USA oder China. Allerdings wird für den Weltraum sehr viel weniger ausgegeben als dort. Die Frage ist natürlich, warum. Wir wollen 2022 einen Weltraumgipfel, einen "Space Summit", mit den Staats- und Regierungschefs organisieren, um zu sehen, was Europa erreichen will. US-amerikanische Unternehmen wie SpaceX oder der Mars-Rover Perseverance sorgen immer wieder für Schlagzeilen. In Europa gibt es derzeit keine solchen Schlagzeilen. Wenn Europa keinen Ruck nach vorne macht, werden wir zurückfallen.

Frage: Ihr Vorgänger Jan Wörner hat das "Moon Village", eine bemannte Basis auf dem Mond, zu seiner Vision gemacht. Was ist Ihre Vision?

Antwort: Ich habe kein Äquivalent zum "Moon Village". Das ist auch ganz bewusst so, weil ich glaube, dass die Diskussion viel weiter gehen muss und nicht nur eine Aktivität, wie zum Beispiel den Mond, beinhalten sollte. Die Vision ist, wenn man so will, Europa eine Stufe höher zu bringen - näher an die (US-Raumfahrtbehörde) Nasa heranzubringen. Es gibt da natürlich viele Projekte und Fragen, zum Beispiel: Wollen wir eine Frau auf dem Mars haben in der nächsten Dekade? Haben wir den Mut und die Unterstützung, um das zu erreichen?

Frage: Sie suchen aktuell neue Astronautinnen und Astronauten und haben ausdrücklich Frauen aufgerufen, sich zu bewerben. Eine Quote möchten Sie nicht. Wie wollen Sie mehr Frauen ins All bringen?

Antwort: Wir werden das sehr stark bewerben, aber es gibt keine Quote. Das wollen wir ganz prinzipiell nicht. Das Nummer-Eins-Kriterium ist immer Qualität. Allerdings wollen wir sicherstellen, dass wir in den Pool der Bewerber sehr viele Frauen bekommen. Im Auswahlverfahren 2008/2009 hatten wir mehr als 8000 Bewerber, davon war ein Sechstel Frauen. Und auch in der Endauswahl haben wir heute in unserem Astronautenkorps von sieben Astronauten eine Frau. Das heißt, die Anzahl der Bewerber hat sich auch in der Auswahl der Kandidaten widergespiegelt. Deshalb hoffen wir, dass wir bei mehr weiblichen Bewerbungen auch mehr Astronautinnen bekommen.

Frage: Wie kann Europa besser mit der Konkurrenz aus den USA wie zum Beispiel SpaceX mithalten? Wollen Sie verstärkt auf private Unternehmen setzen - etwa auch beim Bau von Raketen?

Antwort: Wettbewerb ist natürlich ganz wichtig. Wettbewerb erzeugt nicht nur bessere Ideen, sondern auch günstigere Preise und dadurch reduzierte Kosten. Es ist sicher mein Bestreben, den Wettbewerb zu befeuern. Wir haben keinen Jeff Bezos und keinen Elon Musk in Europa. Heute sind für kleinere Aufträge unsere Entscheidungen einfach zu langsam. Talente und Ideen gibt es in Europa aber mehr als genug. Das Problem ist eher, dass die Leute dann weggehen, weil sie ihre Projekte hier nicht wirklich verwirklichen können. Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch die Risikobereitschaft, das zeichnet das Silicon Valley aus.

Frage: Steht sich die Esa da manchmal auch selbst im Weg?

Antwort: In der Esa ist die Bereitschaft zum Risiko sicherlich nicht so ausgeprägt. Aber das wird eine meiner Aufgaben sein, diese Bereitschaft zu erzeugen. Das habe ich bereits in der Erdbeobachtung gemacht - es wird aber dauern und hitzige Diskussionen geben. Und darauf freue ich mich auch. Aber es ist meiner Meinung nach notwendig, um relevant zu bleiben - auch als öffentliche Agentur gerade in einem so schnell wachsenden und sich ändernden Feld wie dem Weltraum. Wenn wir uns da nicht so positionieren, dass wir da mithalten können, dann werden wir irrelevant. Und das will ich auf jeden Fall verhindern.

Frage: Wo hilft der Weltraum den Menschen? Wo ist der praktische Nutzen der Raumfahrt?

Antwort: Die Wettervorhersage ist das beste Beispiel. Sie könnten keine so gute Wettervorhersage bekommen, wenn Sie keine Satelliten hätten. Rund 80 Prozent der Daten für die tägliche Wettervorhersage kommen aus Satellitendaten. Aber denken wir auch an Navigation. Sie fahren normalerweise wahrscheinlich mit irgendeinem Transportmittel zur Arbeit - das gesamte Transportwesen hängt von Navigationsinformationen ab. Und dann Telekommunikationsinformation: Sie machen Banküberweisungen von hier nach dort - sehr oft werden Satelliten verwendet, um diese Überweisungen zu machen. Der Weltraum ist Teil des täglichen Lebens, aber man sieht es in den meisten Fällen nicht.

Frage: Der Start der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 ist bereits mehrfach verschoben worden. Das neue Startdatum ist Mitte 2022. Können Sie diesen Termin fest zusagen?

Antwort: Ich habe bis heute keinen Grund, das Gegenteil anzunehmen. Allerdings habe ich gleich am ersten Tag meines Amtsantritts intern darum gebeten, mir diesen Starttermin zu verifizieren. Die Arbeit wird nun einen Monat dauern, dann werde ich bessere Gewissheit haben. Aber derzeit ist das die Annahme.

ZUR PERSON: Josef Aschbacher (58) war zuvor Direktor für Erdbeobachtung bei der Esa und somit für das erfolgreiche Erdbeobachtungsprogramm Copernicus verantwortlich. Er wurde 1962 in Ellmau geboren und studierte an der Universität Innsbruck. In den vergangenen Jahrzehnten arbeitete er unter anderem bei der Europäischen Kommission und am Asian Institute of Technology in Thailand.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Schöllhorn löst Hoke als Chef der Airbus-Rüstungssparte ab. Sein Nachfolger in München wird im Juli der Airbus-Manager Michael Schöllhorn, der seit zwei Jahren in Toulouse als Chief Operations Officer für das Tagesgeschäft beim Bau von Verkehrsflugzeugen verantwortlich ist. Das teilte Airbus am Montag zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer Personalien mit. MÜNCHEN - Der Chef der Airbus -Rüstungssparte, Dirk Hoke, verlässt den Konzern Mitte des Jahres. (Boerse, 12.04.2021 - 18:52) weiterlesen...

Palfinger AG. PALFINGER AG / Update Umsatz- und Ergebnisprognose für das Palfinger AG (Boerse, 12.04.2021 - 18:43) weiterlesen...

Kreise: Siemens Healthineers erwägt Verkauf der Ultraschallsparte. Die Sparte könnte mit etwa einer Milliarde US-Dollar bewertet werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Überlegungen dauerten noch an, die Bewertung könnte sich ändern und es gebe keine Gewissheit, dass es zu einer Transaktion komme, hieß es weiter. Ein Unternehmenssprecher habe sich zu einem möglichen Verkauf nicht äußern wollen. NEW YORK - Die Siemens -Tochter Siemens Healthineers erwägt Kreisen zufolge einen Verkauf seines Ultraschall-Geschäfts. (Boerse, 12.04.2021 - 18:15) weiterlesen...

Augenoptiker kommen relativ gut durchs Corona-Jahr 2020. Die Umsätze der Branche sanken im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 6 Milliarden Euro, wie der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) am Montag in Düsseldorf mitteilte. In den ersten Monaten der Pandemie klagten die Optiker zeitweise sogar über Umsatzrückgänge von bis zu 60 Prozent. Doch habe die Branche im Sommer und im Herbst von kräftigen Nachholeffekten profitiert, berichtete der Verband. DÜSSELDORF - Die Augenoptiker in Deutschland haben das Corona-Krisenjahr 2020 glimpflich überstanden. (Boerse, 12.04.2021 - 16:53) weiterlesen...

Industrie sieht Lichtblick in Corona-Krise - Merkel setzt auf Tests. Wie in so vielen anderen Bereichen hängt die Erholung jedoch auch hier an einem möglichst flächendeckenden Testen und Impfen, wie am Montag zum Start der Hannover Messe deutlich wurde - wenngleich die Branchenvertreter eine Testpflicht am Arbeitsplatz ablehnen. HANNOVER - Trotz der weiter rollenden dritten Corona-Welle sehen die deutschen Kernbranchen Maschinenbau und Elektrotechnik relativ gute Chancen auf neue wirtschaftliche Stärke schon in diesem Jahr. (Boerse, 12.04.2021 - 16:25) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Morgan Stanley hebt Ziel für Siemens an - 'Equal-weight'. Schneider Electric verdiene zwar nach wie vor seinen Premiumstatus, aber Konkurrent Siemens hole auf, schrieb Analyst Ben Uglow in einer am Montag vorliegenden Branchenstudie zu großen europäischen Kapitalgüterunternehmen. Mit Blick auf erwartete Ausschüttungen für 2021 bis 2025 sollte sich die Siemens-Aktie mit Blick auf die Bewertung zunehmend der von Schneider annähern. NEW YORK - Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Kursziel für Siemens von 133 auf 150 Euro angehoben, die Einstufung aber auf "Equal-weight" belassen. (Boerse, 12.04.2021 - 15:34) weiterlesen...