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VIVENDI SA, FR0000127771

PARIS / NEW YORK - Der französische Medienkonzern Vivendi will vor der geplanten Börsennotiz seiner Musiksparte einen weiteren Investor an Bord holen.

04.06.2021 - 10:32:30

Vivendi findet weiteren Investor für Musiksparte - Aktie fällt aber. Ein vom Hedgefonds-Milliardär William Ackman aufgelegtes Finanzvehikel (Spac) will zehn Prozent an der Universal Music Group (UMG) für rund vier Milliarden Dollar (3,3 Mrd Euro) kaufen. Der Börsenmantel mit dem Namen Pershing Square Tontine Holdings bestätigte am Freitag in New York entsprechende Gespräche, über das zuvor das "Wall Street Journal" berichtet hatte. UMG werde dabei inklusive Schulden mit rund 35 Milliarden Euro bewertet und damit etwas höher als noch Ende Dezember. Der Deal zählt damit zu einem der größten im Geschäft mit den seit einiger Zeit boomenden Spacs.

oder des Branchenindex Stoxx 600 Media .

Und auch die Ankündigung des Pershing-Einstiegs half nur kurz. In den ersten Handelsminuten stieg die Vivendi-Aktie am Freitag um bis zu fast eineinhalb Prozent an der Spitze des EuroStoxx 50. Die Gewinne bröckelten aber schnell ab - und zuletzt drehte die Aktie ins Minus. Die Papiere des Spacs Pershing Square Tontine Holding büßten vorbörslich etwas ein. Das Finanzvehikel ist seit September an der Börse notiert und kam zuletzt auf eine Bewertung von rund fünf Milliarden Dollar. Der Kurs lag zuletzt mit 25 Dollar deutlich unter dem Rekordhoch von 34 Dollar, aber rund ein Viertel über dem Ausgabepreis.

Nach der für Herbst geplanten Börsennotierung der Vivendi-Tochter wolle Pershing Square Tontine Holding (PSTH) die erworbenen UMG-Anteile wiederum an seine Aktionäre verteilen. Das im September vergangenen Jahres von Ackman an die Börse gebrachte Finanzvehikel will weiter eine am Aktienmarkt gelistete Gesellschaft bleiben. Nach dem Einstieg bei UMG habe das Unternehmen weiter 1,5 Milliarden Dollar in der Kasse und suche nach neuen Partnern Ausschau.

Bei sogenannten Spacs handelt es sich um Finanzvehikel, bei denen meist bekannte Investoren Geld über einen Börsengang sammeln, um später ein Unternehmen zu übernehmen. Dabei haben die Unternehmen zum Zeitpunkt kein konkretes Ziel im Auge, sondern locken mit dem Versprechen, ein gutes zu finden. Spac-Investoren stellen dem Management des Vehikels also eine Art Blankoscheck aus. Diese Art der Geldbeschaffung war zuletzt vor allem in den USA sehr populär - aber auch in Deutschland gab es zuletzt Spac-Börsengänge.

Meistens fusionieren das Vehikel und das Zielobjekt und werden unter dem Namen des bekannteren Unternehmens weitergeführt. Dies ist bei dieser Transaktion nicht der Fall. Da derzeit viele Spacs nach Übernahmezielen Ausschau halten, wird es für diese schwieriger, geeignete Ziele zu finden. Daher weichen Spacs wie im Vivendi-Fall auf eine Beteiligung aus. Mit dem Transaktions- und Bewertungsvolumen liegt der Pershing-Deal in der Größenordnung der bisher größten Spac-Transaktion - der Fusion des asiatischen Fahrdienstvermittlers Grab mit einem Finanzvehikel des Fondsmanagers Brad Gerstner.

@ dpa.de