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PARIS - Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie den Ton gegenĂŒber Ungeimpften spĂŒrbar verschĂ€rft und damit fĂŒr Empörung gesorgt.

05.01.2022 - 17:42:25

Macron sorgt mit Aussage zu Ungeimpften fĂŒr Aufruhr. "Ich habe große Lust, sie zu nerven, also werden wir fortfahren, dies bis zum Ende zu tun", zitierte ihn die Zeitung "Le Parisien" am Mittwoch mit Blick auf Ungeimpfte. Das von Macron im französischen Original benutzte Wort fĂŒr "nerven" gilt auch als vulgĂ€r und derb.

GrundsĂ€tzlich wolle er die Franzosen nicht nerven, hieß es von Macron, aber die Gruppe derjenigen, die störrisch seien, verkleinere man so. "Ich werde sie nicht ins GefĂ€ngnis bringen, ich werde sie nicht zwangsimpfen", sagte der Staatschef mit Blick auf die Alternative einer Impfpflicht.

Macrons Aussage löste heftige Kritik der Opposition aus. Die extrem rechte PrĂ€sidentschaftskandidatin des Rassemblement National, Marine Le Pen, nannte Macron seines Amtes unwĂŒrdig. Auch Sozialistenchef Olivier Faure sprach von einer Aussage, die nicht auf der Höhe eines PrĂ€sidenten sei. Der Linkenpolitiker Jean-Luc MĂ©lenchon, ebenfalls AnwĂ€rter fĂŒr das PrĂ€sidentenamt, bezeichnete die Aussage als "schockierend". Auch die Kandidatin der Konservativen, ValĂ©rie PĂ©cresse, zeigte sich empört. GrĂŒnen-Kandidat Yannick Jadot schrieb in einem Impfaufruf, die Menschen seien Macron egal.

Frankreichs Nationalversammlung unterbrach nach Debatten um Macrons AusfĂŒhrungen in der Nacht auf Mittwoch erneut ihre Beratungen zur VerschĂ€rfung der Corona-Regeln fĂŒr Ungeimpfte. Macron hatte in seinen AusfĂŒhrungen ebendiese geplanten Regeln angesprochen. Die Regierung will, dass ab Mitte Januar nur noch Geimpfte Zugang etwa zu Restaurants, KulturstĂ€tten oder FernzĂŒgen haben. Ob der Zeitplan eingehalten werden kann, ist ungewiss. Nach der Nationalversammlung muss auch der Senat als Oberhaus des Parlaments das Gesetz billigen. Bereits zuvor hatte die Nationalversammlung die PrĂŒfung ĂŒberraschend unterbrochen.

Regierungssprecher Gabriel Attal verteidigte Macrons Aussagen. "Wer nervt denn heute wen?", fragte er. Die, die gegen eine Impfung seien, verdĂŒrben etwa medizinischem Personal, Alten und Ladenbesitzern das Leben. Macrons Aussagen seien seiner Meinung nach noch weniger drastisch als die Wut vieler Franzosen auf Ungeimpfte. Premier Jean Castex sagte im Senat mit Blick auf Besuche auf Intensivstationen, was Macron gesagt habe, höre er ĂŒberall.

Die Infektionszahlen sind in Frankreich in den vergangenen Wochen immer weiter angestiegen. Erst am Dienstag wurde mit mehr als 270 000 gemeldeten Neuinfektionen an einem Tag ein Rekordwert verzeichnet. Landesweit lag die Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche pro 100 000 Menschen, zuletzt bei mehr als 1800.

@ dpa.de

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