Tourismus, Pharma

Omikron-Wand voraus? - Fallzahlen in Deutschland steigen deutlich

06.01.2022 - 09:38:28

Omikron-Wand voraus? - Fallzahlen in Deutschland steigen deutlich. BERLIN - Über die Feiertage war von einer deutlichen Untererfassung von Infektionen auszugehen, inzwischen zeichnet sich in den gemeldeten Werten wieder ein lebhaftes Infektionsgeschehen ab. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 64 340 Corona-Neuinfektionen - ein Plus von mehr als 20 000 Fällen im Vergleich zur Vorwoche (42 770). Höher hatte der Wert zuletzt am 8. Dezember (69 601) gelegen, bisheriger Höchststand in der Pandemie waren 76 414 Neuinfektionen, gemeldet am 26. November.

Dieser Wert könnte in der nun wohl rasant an Tempo gewinnenden Omikron-Welle schon sehr bald übertroffen werden, wie die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen. Für immer mehr Bundesländer wurde bereits mitgeteilt, dass Omikron dort nun gesichert oder wahrscheinlich die dominierende Variante ist - neben Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Hamburg zählen etwa auch Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg dazu. In einigen dieser Bundesländer - etwa Hamburg und Bremen - werden derzeit besonders hohe Anstiege und Werte für die Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Der Anteil an positiven PCR-Tests an allen durchgeführten ist dort ebenfalls hoch.

Auch bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz macht sich bereits ein deutlicher Anstieg bemerkbar - allerdings sind sieben Tage belastbare Neuinfektions-Daten in Folge nötig, bis der Wert wieder als realistisch gelten kann. Ohnehin rechnet das RKI erst für die kommende Woche mit wirklich belastbaren Angaben zum Infektionsgeschehen in Deutschland. "Wir gehen davon aus, dass sich Diagnostik- und Testverhalten gegen Ende der ersten Januarwoche wieder dem Niveau der letzten Wochen angleichen und dadurch die Daten in der zweiten Januarwoche vergleichbar mit den Daten der letzten Wochen sind", hatte das Bundesinstitut mitgeteilt.

Für die kommende Zeit lässt das nichts Gutes ahnen, zumal in einem Teil der Bundesländer die Schule und damit die regelmäßige Testung von Kindern und Jugendlichen noch gar nicht wieder begonnen hat. Am Donnerstagmorgen lag der Wert für die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bereits wieder bei 285,9 (Vortag: 258,6). Bisheriger Höchststand war 452,4, gemeldet am 29. November.

Bei der Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ist ebenfalls bereits ein leichter Anstieg erkennbar. Das RKI gab den Wert am Mittwoch mit 3,2 bei steigender Tendenz an (Dienstag: 3,12, Montag: 3,07). Bei der Zahl der Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung hingegen ist eine solche Entwicklung bisher nicht erkennbar. Im Tagesreport vom Mittwoch waren beim Divi-Intensivregister 3561 solche Patienten erfasst, 109 weniger als am Vortag. Zwischen Infektion und klinischer Behandlung vergeht stets einige Zeit, intensivmedizinisch behandelte Patienten wiederum können mehrere Woche auf den Stationen liegen - beides sorgt für verzögernde Effekte in der Statistik.

Deutschlandweit wurden den RKI-Angaben vom Donnerstag zufolge binnen 24 Stunden 443 Todesfälle verzeichnet (Vorwoche: 383 Todesfälle). Die meisten Toten waren bisher am 8. Dezember mit 527 gemeldet worden. Zwischen Infektion und Tod vergehen meist mehrere Wochen, so dass sich ein Anstieg der Fallzahlen stets erst verzögert bei der Zahl erfasster Todesfälle bemerkbar macht. Mit der inzwischen recht hohen Impfquote kommt es zwar zu weitaus weniger Todesfällen, bei rasant steigenden Fallzahlen ist aber auch hier erneut ein deutlicher Anstieg zu befürchten - zumal es in Deutschland noch viele Ungeimpfte über 60 Jahren gibt.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 361 660 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 113 368.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ukraine-Krise: Johnson reist in den kommenden Tagen in die Region. Johnson soll von Außenministerin Liz Truss begleitet werden, hieß es am Freitagabend. Ein genaues Reiseziel wurde nicht genannt. LONDON - Angesichts der angespannten Lage zwischen Russland und der Ukraine will der britische Premier Boris Johnson Regierungskreisen zufolge in den kommenden Tagen in die Region reisen. (Wirtschaft, 29.01.2022 - 00:02) weiterlesen...

Medien: Zensierter Partygate-Bericht soll in Kürze vorgelegt werden. Das berichteten mehrere britische Medien am Freitagabend übereinstimmend unter Berufung auf Regierungsquellen. LONDON - Der mit Spannung erwartete Untersuchungsbericht zu Lockdown-Partys in der Downing Street soll Medienberichten zufolge bald in einer "stark zensierten" Version an Premier Boris Johnson übergeben werden. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 21:56) weiterlesen...

Russland verhängt weitere Einreiseverbote gegen EU-Vertreter. Betroffen seien etwa Vertreter von Strafverfolgungsbehörden sowie Legislativ- und Exekutiv-Organen, heißt es in einer Mitteilung des russischen Außenministeriums vom Freitag. Namen nennt Russland nie - anders als etwa die EU und die USA. Die Betroffenen merken bisweilen erst an der Grenze, dass ihnen die Einreise verweigert wird und sie dann in ihre Länder zurückgeschickt werden. MOSKAU - Russland hat als Reaktion auf Sanktionen der EU weitere ranghohe europäische Beamte auf eine schwarze Liste gesetzt und mit einem Einreiseverbot belegt. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 21:47) weiterlesen...

Italien weiter ohne neues Staatsoberhaupt - Parteien befürworten Frau. Auch im sechsten Wahlgang erhielt niemand die absolute Mehrheit von 505 Stimmen, wie der Präsident der Abgeordnetenkammer, Roberto Fico, nach der Auszählung am Freitagabend in Rom verkündete. 336 Politiker stimmten für den noch amtierenden Präsidenten Sergio Mattarella, 445 enthielten sich und 106 gaben leere Zettel ab. Ein siebter Wahlgang soll am Samstag ab 9.30 Uhr abgehalten werden. ROM - Italien sucht weiter ein neues Staatsoberhaupt. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 21:31) weiterlesen...

Johnson im Glück: Polizei bittet um Zensur von Partygate-Bericht. "Wir haben darum gebeten, in dem Bericht des Cabinet Office nur minimalen Bezug auf die Veranstaltungen zu nehmen, die von der Metropolitan Police untersucht werden", hieß es in einer Mitteilung von Scotland Yard am Freitag. Damit solle "jegliche Voreingenommenheit" bei den Ermittlungen verhindert werden, hieß es zur Begründung. LONDON - Aufatmen für Boris Johnson: Die Londoner Polizei will den mit Spannung erwarteten Bericht über Lockdown-Partys im britischen Regierungssitz in wesentlichen Teilen schwärzen lassen. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 20:50) weiterlesen...

Putin und Macron einig über notwendige Beruhigung im Ukraine-Konflikt (Wirtschaft, 28.01.2022 - 20:45) weiterlesen...