Öl, Gas

NUR-SULTAN - Nach Ausschreitungen bei Protesten gegen hohe Gaspreise sind in Kasachstan in Zentralasien mehr als 200 Menschen festgenommen worden.

05.01.2022 - 08:00:58

Proteste in Kasachstan: 200 Festnahmen und viele verletzte Polizisten. 95 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, teilte das Innenministerium am Mittwochmorgen in der Hauptstadt Nur-Sultan mit. Zudem trat die Regierung der Republik zurück. Gleich in mehreren Städten und Dörfern des autoritär regierten Landes hatte es Proteste mit Tausenden Teilnehmern gegeben.

NUR-SULTAN - Nach gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen hohe Gaspreise sind in Kasachstan in Zentralasien mehr als 200 Menschen festgenommen worden. 95 Sicherheitskräfte seien verletzt worden, teilte das Innenministerium am Mittwochmorgen in der Hauptstadt Nur-Sultan mit. Zudem trat die Regierung der Republik zurück. Übergangsweise soll der bisherige Vize-Regierungschef Älichan Smajylow die Amtsgeschäfte übernehmen. Gleich in mehreren Städten und Dörfern des autoritär regierten Landes hatte es in den vergangenen Tagen Proteste mit Tausenden Teilnehmern gegeben.

Vor allem in der Wirtschaftsmetropole Almaty mündeten sie am Dienstag in Krawallen. In einigen Fällen wurden den Behörden zufolge etwa Steine und Molotow-Cocktails auf Sicherheitskräfte geworfen. Nach Berichten lokaler Medien setzte die Polizei Tränengas und Blendgranaten ein. In Videos waren Explosionsgeräusche zu hören. Bilder zeigten brennende Polizeiautos. 37 Einsatzfahrzeuge seien beschädigt worden, teilte das Innenministerium weiter mit. Es ist eine der größten Protestwellen der vergangenen Jahre.

Präsident Kassym-Schomart Tokajew rief die Menschen zur Zurückhaltung auf. Er verhängte zudem bis zum 19. Januar den Ausnahmezustand über einige Landesteile, darunter in der Stadt Almaty und die Region Mangystau im Westen des ölreichen Landes. Damit verbunden sind etwa Ausgangssperren in den Nachtstunden. Am Mittwoch gab es in Almaty Berichten zufolge weitere Demonstrationen.

Auslöser waren kleinere Proteste am Samstag in der Stadt Schangaösen im Westen der Republik. Demonstranten beklagten, dass sich der Preis für Flüssiggas an den Tankstellen verdoppelt habe. Sie forderten deutliche Preissenkungen und den Rücktritt der Regierung.

Nach Angaben Tokajews zog der kasachische Regierungschef Askar Mamin Konsequenzen aus den Protesten und reichte seinen Rücktritt ein. Das bedeute, dass die gesamte Regierung aus dem Amt scheide, teilte das Präsidialbüro mit. Bis zur Bildung eines neuen Kabinetts blieben die Minister aber noch im Amt. Zudem seien deutliche Preissenkungen für Flüssiggas in der Protestregion Mangystau angewiesen worden, so der Präsident - um die "Stabilität des Landes zu gewährleisten".

Ein Direktor einer Gasverarbeitungsanlage wurde festgenommen. Es gab Berichte über Preisabsprachen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Lauterbach: Impfpflicht muss schnell kommen. Die Impfpflicht müsse schnell kommen, sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in der Sendung "RTL Direkt". BERLIN - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält es für wichtig, dass eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona nach einer entsprechenden Entscheidung des Bundestags schnell in Kraft tritt. (Wirtschaft, 18.01.2022 - 23:22) weiterlesen...

US-Regierung besorgt über russische Truppenverlegungen nach Belarus. Aus dem US-Außenministerium hieß es am Dienstag, russische Soldaten seien am Wochenende in das nördliche Nachbarland der Ukraine verlegt worden. "Der Zeitpunkt ist bemerkenswert und gibt natürlich Anlass zur Sorge, dass Russland beabsichtigen könnte, unter dem Deckmantel gemeinsamer Manöver Truppen in Belarus zu stationieren, um die Ukraine möglicherweise von Norden her anzugreifen", sagte eine hochrangige US-Regierungsvertreterin. Sie betonte, eine "Komplizenschaft" des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko bei einem solchen Angriff wäre "völlig inakzeptabel". WASHINGTON - Die US-Regierung hat sich besorgt über russische Truppenverlegungen nach Belarus inmitten des Ukraine-Konflikts geäußert. (Wirtschaft, 18.01.2022 - 22:23) weiterlesen...

AT&T und Verizon machen Zugeständnisse bei 5G-Einführung an Flughäfen. Man habe sich freiwillig entschieden, die Einführung des neuen Mobilfunkstandards in der Nähe von Flughäfen zunächst zu begrenzen, teilte Verizon am Dienstag mit. Vorausgegangen war ein Konflikt mit US-Fluggesellschaften, die Beeinträchtigungen des Luftverkehrs befürchten, da sich ein Funkfrequenzbereich des 5G-Internets und bestimmte Flugzeugelektronik in die Quere kommen könnten. WASHINGTON - Wegen Sicherheitsbedenken der Luftfahrtbranche machen AT&T und Verizon in letzter Minute Zugeständnisse bei ihren erweiterten 5G-Services für schnelleres Internet auf Mobiltelefonen. (Boerse, 18.01.2022 - 21:40) weiterlesen...

Drei Deutsche als Vizepräsidenten des EU-Parlaments bestätigt. Unter den am Dienstag Gewählten sind drei Deutsche: die Sozialdemokratin Katarina Barley, die Liberale Nicola Beer und der Christdemokrat Rainer Wieland. Sie alle hatten bereits zuvor den Posten der Vizepräsidentin beziehungsweise des Vizepräsidenten inne. Barley und Wieland erhielten direkt im ersten Wahlgang die nötige absolute Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen, Beer wurde im zweiten Wahlgang bestätigt. STRASSBURG - Das EU-Parlament hat seine 14 Vizepräsidenten bestimmt. (Wirtschaft, 18.01.2022 - 21:23) weiterlesen...

GESAMT-ROUNDUP 2: Scholz droht Russland im Ukraine-Konflikt - Baerbock in Moskau. Er drohte Moskau am Dienstag erneut mit "hohen Kosten" für den Fall eines Überfalls auf die Ukraine. Außenministerin Annalena Baerbock warb bei einem Gespräch mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow für eine rasche Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen in dem Konflikt. Die Nato schlug Russland neue Krisengespräche vor. BERLIN/MOSKAU - Angesichts der Spannungen im Ukraine-Konflikt hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) Russland zur Reduzierung seiner Truppen an der Grenze zu dem Nachbarland aufgefordert. (Wirtschaft, 18.01.2022 - 20:41) weiterlesen...

Corona-Rekordwert von knapp 465 000 Neuinfektionen in Frankreich. Wie die französische Gesundheitsbehörde am Dienstagabend angab, wurden binnen 24 Stunden 464 769 neue Ansteckungen registriert. PARIS - Frankreich hat mit knapp 465 000 gemeldeten Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Höchstwert verzeichnet. (Boerse, 18.01.2022 - 20:38) weiterlesen...