Internet, Software

Nur ein Viertel der Firmen in Deutschland für DSGVO bereit

17.05.2018 - 12:18:24

Nur ein Viertel der Firmen in Deutschland für DSGVO bereit. BERLIN - Lediglich ein Viertel der Unternehmen in Deutschland ist nach eigener Einschätzung ausreichend zum Stichtag der neuen Datenschutz-Grundverordnung am 25. Mai vorbereitet. Das ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom. Drei Viertel der Unternehmen werden also nicht rechtzeitig mit der Umsetzung fertig, ganz am Anfang stehen demnach noch vier Prozent. Diese Selbsteinschätzung sei nicht gerade schmeichelhaft, sagte Verbandspräsident Achim Berg am Donnerstag.

Grundsätzlich erwarten der Umfrage zufolge sieben von zehn Unternehmen in Deutschland Vorteile für einheitliche Wettbewerbsbedingungen in der EU durch die neue Grundverordnung. Gut die Hälfte erwartet einen Wettbewerbsvorteil für europäische Unternehmen, 43 Prozent gehen für das eigene Geschäft von unmittelbaren Vorteilen aus.

"Datenschutz ist in den Unternehmen angekommen", sagte Berg. Die meisten hätten aber mit der Umsetzung zu kämpfen. Viele hätten sich in der Vergangenheit zu wenig um den Datenschutz gekümmert und hätten deshalb Nachholbedarf. 50 Prozent der befragten Unternehmen befürchten, dass die Geschäftsprozesse komplizierter werden. Von deutlich oder "eher" Mehraufwand gehen beispielsweise 58 Prozent der Unternehmen aus. 38 Prozent schätzen, dass die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die Digitalisierung in Europa bremst. Und einen Wettbewerbsnachteil befürchten 34 Prozent. 9 Prozent sehen darin sogar eine Gefahr für das eigene Geschäftsmodell.

Das Recht des Einzelnen auf Datenschutz müsse gewahrt werden, sagte Berg. "Entscheidend ist, dass auch künftig nützliche innovative Anwendungen auf den Markt gebracht werden können." Nur so könne die Datenschutzgrundverordnung tatsächlich zu einem Standortvorteil für Europa werden. Bei der Auslegung des verbindlichen Regelwerks mangele es zugleich an praktischen Hilfestellungen von offizieller Seite.

Rund eine Woche verbleibt nun noch für die Umsetzung zum 25. Mai. Doch noch immer herrsche große Verunsicherung bei den Verantwortlichen in den Unternehmen, sagte Berg. Die Auslegung in der Praxis sei noch ungewiss. Die Wirtschaft erhoffe sich deshalb von den Behörden ein "kulantes Verhalten". Vier von zehn befragten Unternehmen plädierten demnach für eine verlängerte Schonfrist, die Hälfte wünsche sich, dass die Aufsichtsbehörden bei Verstößen zunächst nur zu Nachbesserungen aufforderten. "Auch für die Behörden muss das Motto zunächst einmal lauten: Helfen statt bestrafen", sagte Berg.

Die Aufsichtsbehörden wiederum versuchen derzeit, einer übertriebenen Besorgnis entgegenzuwirken. Rund 90 Prozent des Regelwerks habe in Deutschland auch vorher schon gegolten. "Wir haben zwar Zähne bekommen, sind aber nicht bissig geworden", sagte etwa der hessische Datenschutzbeauftragte Michael Ronellenfitsch diese Woche. Kritisch könne es nur für jene werden, die auch schon vorher gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen hätten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Gericht: 'Bild' darf weiter Livestreams zeigen. Das Berliner Verwaltungsgericht gab einem entsprechenden Eilantrag des Medienhauses Axel Springer gegen die Medienanstalt Berlin-Brandenburg statt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. BERLIN -Die "Bild-Zeitung darf laut einem Gerichtsurteil weiter ihre Livestream-Angebote zeigen. (Boerse, 23.10.2018 - 14:03) weiterlesen...

Verbraucherzentrale fordert 5G-Ausbau bis in den letzten Winkel. Der Entwurf zu den Vergaberegeln für die 2019 geplante 5G-Auktion der Bundesnetzagentur sei aus Verbrauchersicht enttäuschend, erklärte der Verband am Dienstag in Berlin. Die Regulierungsbehörde will bislang die Mobilfunkanbieter nur verpflichten, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde im Download zu versorgen. Dadurch würden Haushalte in schwer zugänglichen Gebieten benachteiligt, betonte der vzbv. BERLIN - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat sich für eine lückenlose und flächendeckende Versorgung Deutschlands mit der fünften Mobilfunkgeneration ausgesprochen. (Boerse, 23.10.2018 - 13:37) weiterlesen...

Startup-Monitor: NRW überholt Berlin. Rund 19 Prozent aller derartigen Jungunternehmen (Vorjahr: 14,4 Prozent) sind inzwischen im bevölkerungsreichsten Bundesland ansässig, wie aus dem vom Bundesverband Deutsche Startups und der Unternehmensberatung KPMG herausgegebenen Startup-Monitor hervorgeht. Der bisherige Spitzenreiter Berlin kommt demnach lediglich auf einen Anteil von 15,8 Prozent. BERLIN - Nordrhein-Westfalen hat nach einer aktuellen Erhebung Berlin vom Spitzenplatz als Standort für Startups in Deutschland verdrängt. (Boerse, 23.10.2018 - 13:09) weiterlesen...

YouTube-Chefin ruft zu Protest gegen EU-Urheberrechtspläne auf. Sie sollten sich darüber informieren, wie der umstrittene Artikel 13 der geplanten Urheberrechtsrichtlinie ihre YouTube-Kanäle betreffen werde "und sofort handeln", schrieb sie in ihrem vierteljährlichen Brief an Autoren am Montag. So sollten sie online argumentieren, warum das Geschäft der Videoautoren wichtig sei. REDWOOD CITY - YouTube-Chefin Susan Wojcicki ruft Anbieter von Videoinhalten auf der Google -Plattform auf, in der Debatte um die EU-Urheberrechtsreform gegen mögliche Upload-Filter zu protestieren. (Boerse, 23.10.2018 - 12:44) weiterlesen...

Umfrage: Offenheit und Vorbehalte gegenüber Digitaltechnik in Pflege. Einen stärkeren Einsatz digitaler Anwendungen befürworten 53 Prozent, wie eine am Dienstag vorgestellte Befragung im Auftrag des IT-Branchenverbands Bitkom ergab. Allerdings können sich 57 Prozent nach eigenem Bekunden nicht vorstellen, sich von einem Roboter zumindest teilweise pflegen zu lassen. BERLIN - Für mehr digitale Technik in der Pflege sind laut einer Umfrage viele Bundesbürger offen - es gibt aber auch Vorbehalte. (Boerse, 23.10.2018 - 12:43) weiterlesen...

Highspeed-Internet: Start für Gigabit-Geschwindigkeit in Sachsen. Zuerst kommen Vodafone -Kunden in Leipzig in den Genuss von superschnellen Verbindungen von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde im Download. "Bis zum Jahresende werden wir über unser Kabel- Glasfasernetz allein in diesem Bundesland über 500 000 Haushalte mit Gigabit versorgen", sagte Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter im Beisein von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) in Dresden. Ab sofort seien in Leipzig 280 000 Haushalte für diese Geschwindigkeit freigeschaltet. Bis Ende 2019 sollen es 600 000 sein. Vodafone nutzt dafür das bestehende Netz, das durch Abschaltung analoger Programme frei wurde. DRESDEN - Sachsen ist beim Internet im Gigabit-Zeitalter angelangt. (Boerse, 23.10.2018 - 12:42) weiterlesen...