AGROB Immobilien AG, DE0005019038

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19.01.2022 - 10:05:02

Original-Research: AGROB Immobilien AG : Kaufen

Original-Research: Solutiance AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu Solutiance AG

Unternehmen: Solutiance AG

ISIN: DE0006926504

Anlass der Studie: Managementinterview

Letzte Ratingänderung:

Analyst: Marcel Goldmann

19.01.2022 - Managementinterview mit der Solutiance AG

'Der jüngste Betreiberpflichten-Großauftrag hat klar gezeigt, dass wir

strategischer Partner für große Immobilienbetreiber werden können.'

Digitalisierung, hohe Fluktuation, steigende Intransparenz und knappes

Personal sind nur einige Probleme, denen Betreiber großer

Immobilienbestände heute begegnen müssen. Software alleine ist hier

meistens nicht die Lösung. Die Solutiance AG (Solutiance) als hybrides

Unternehmen tritt den wachsenden Herausforderungen der Branche mit einem

interdisziplinären Team aus IT- und Bauingenieuren entgegen. In intensivem

Austausch entwickelt die Gesellschaft innovative Leistun-gen, die das Beste

aus Service und Software miteinander verbinden. Kunden beauftragen

Solutiance mit der Ausführung von Leistungen und erhalten die Dokumentation

und Aufbereitung der Ergebnisse im Facility Scanner, der Softwareplattform

für Kunden und Handwerkspartner. Die Plattform mit ihren Modulen und Apps

ist der Schlüssel für einen Effizienzsprung in den relevanten Abteilungen

bei Kunden und den Handwerkspartnern von Solutiance. Neben dem

Effizienzgewinn profitieren Kunden von einer nachweisbar gesicherten

Qualität der Ausführung von Leistungen, einer transparenten Datenlage, auch

im Hinblick auf Budgets und einer deutlich verbesserten Sicherung der

Einhaltung von Compliance Anforderungen.

Am 16.12.21 hat Solutiance einen ersten Großauftrag im Bereich

Betreiberpflichten mit einem Gesamtvolumen von 0,94 Mio. EUR bekannt

gegeben. Hiernach übernimmt Solutiance künftig das Betreiberpflichten

Controlling für ein gesamtes deutsches Bestandsportfolio (bestehend aus 75

Objekten) einer großen deutschen Kapitalverwaltungsgesellschaft. Kürzlich

hat die Gesellschaft ebenfalls neue Bestmarken beim Auftragseingang für das

vierte Quartal und das Gesamtjahr 2021 bekannt gegeben. Vor diesem

Hintergrund haben wir die Chance genutzt, um mit Uwe Brodtmann und Jonas

Enderlein, den beiden Vorständen des PropTech-Unternehmens, ein Interview

zur aktuellen Unternehmensentwicklung, zur Strategie und zu den

Perspektiven der Gesellschaft zu führen.

GBC AG: Ende Dezember 2021 haben Sie einen ersten Großauftrag im

Geschäftsfeld Betreiberpflichten Controlling mit einem Gesamtvolumen von

0,94 Mio. EUR bekannt gegeben. Diese Auftragsvergabe resultiert aus einem

erfolgreichen Pilotprojekt mit einem großen Immobilieninvestor. Inwieweit

kann dieser gewonnene Großauftrag Signalwirkung entfachen und planen Sie

mit weiteren Pilotprojektkunden den Rollout Ihres Betreiberpflichten-

Services über deren Objektbestände?

Jonas Enderlein: Dieser Großauftrag ist ein wichtiger Meilenstein für uns.

Erstmalig ist uns mit unserem Betreiberpflichten-Controlling der Sprung von

der Pilot- in die Rollout-Phase gelungen. Dies hat, vor allen Dingen durch

die Corona-Pandemie, länger gedauert als erhofft. Zum einen haben viele

Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren aus Budgetgründen alle neuen

Projekte auf Eis gelegt. Zum anderen konnten wir durch die Corona-

Maßnahmen, insbesondere mehrere Lockdowns, die Vorteile unserer Lösungen

lange nicht richtig unter Beweis stellen. Der jüngste Auftrag zeigt nun

klar, dass wir zum strategischen Partner für große Immobilienbestandshalter

werden können. Bei gleich mehreren, weiteren Kunden steht in diesem Jahr

die gleiche Entscheidung an. Wir werden dafür kämpfen diese Schwelle auch

an anderer Stelle zu überwinden.

GBC AG: Wie entwickelt sich aktuell der Facility-Management-Sektor bzw.

Ihre Zielmärkte und wie verläuft speziell die digitale Transformation

innerhalb des Immobiliensektors? Sorgt die weiterhin anhaltende Corona-

Situation vielleicht sogar für einen verstärkten Digitalisierungstrend in

der Immobilienbranche?

Jonas Enderlein: Die Frage ist wie hoch man die Messlatte für 'Digitale

Transformation' legt. Sicher haben einige Unternehmen in den vergangenen

zwei Jahren endlich Hardware und Software für Remotearbeit angeschafft.

Ehrlicherweise wird dadurch aber kein operativer Prozess schlanker.

Vielmehr hat man hier notgedrungen ein bisschen an den 'Basics' gefeilt.

Aus meiner Sicht hängt die Branche bei Fragen der digitalen Transformation

noch zu sehr an Technologie-Buzzwords und zu wenig an praktischen

Anwendungsfällen. Ob 'Blockchain' oder 'künstliche Intelligenz' dransteht

ist an vielen Stellen nach wie vor wichtiger als, dass Prozess X jetzt Y %

effizienter läuft und damit Z EUR an Kosten eingespart werden. Unternehmen

wollen sich unbedingt ein innovatives Image zulegen, weil sie miteinander

um immer knapper werdende Personalressourcen buhlen müssen. Hier liegt die

größte Herausforderung der Branche, die wir mit unseren Smartsourcing-

Lösungen direkt adressieren. Wichtige Stakeholder auf Kundenseite entlasten

wir nachhaltig. Das ist für viele Kunden neben unserem hohen

Digitalisierungsgrad das stärkste Argument mit Solutiance zu arbeiten.

GBC AG: Ihre Technologiegesellschaft verfolgt allgemein eine

wachstumsorientierte Unternehmensstrategie, die sogenannte 3D-

Wachstumsstrategie. Bitte erläutern Sie uns kurz den aktuellen

strategischen Fokus Ihres Unternehmens? Und welche Potenziale sehen Sie in

Ihren verstärkten digitalen Vertriebsaktivitäten?

Uwe Brodtmann: Wir wachsen in drei Dimensionen. Zunächst gewinnen wir immer

mehr Kunden, die in der Regel über einen großen Gebäudebestand verfügen.

Innerhalb dieses Gebäudebestandes werden wir über die Zeit für immer mehr

Objekte beauftragt. Innerhalb dieser Objekte wiederum bieten wir dann immer

mehr Leistungen an.

Wir haben Mitte des vergangenen Jahres damit begonnen die

Neukundengewinnung mithilfe unserer IT-Kompetenz deutlich effizienter zu

gestalten. Im Vergleich zur konventionellen Vorgehensweise haben wir die

Anzahl der Erstpräsentationen pro Monat vervierfacht. Und die sind die

Basis für alle weiteren Vertriebsschritte. So gelingt es uns nach einer

schwierigen Phase in den vergangenen zwei Jahren wieder Menschen

systematisch zu erreichen und für unsere Smartsourcing-Lösungen zu

begeistern. Wie eben erläutert sind die Neukunden von heute, die uns

zunächst beispielsweise für 2-3 Pilotprojekte im Dachmanagement

beauftragen, die Folgekunden von morgen. In der zweiten Iteration geben sie

uns dann weitere Objekte und lassen sich mit einer gewissen Quote auch für

unser Betreiberpflichten-Controlling begeistern. Welche der beiden

Leistungen dabei den Anfang macht ist immer unterschiedlich.

GBC AG: Neben dem noch relativ neuen Plattformservice 'Betreiberpflichten

Controlling' vermarkten Sie ebenfalls den Plattformservice 'Dachmanagement

4.0'. Dieser konnte sich bereits am Markt etablieren. Wie entwickelt sich

aktuell Ihr größtes Geschäftsfeld und inwieweit kann Solutiance als

Smartsourcing-Anbieter für den Betrieb von Immobilien von der zunehmenden

Knappheit von qualitativ-hochwertigen Dachdeckerleistungen profitieren?

Uwe Brodtmann: Nicht nur auf Kundenseite herrscht Personalmangel. Auch im

Bereich der Dienstleister ist die Nachfrage gerade deutlich größer als das

Angebot. Lange Wartezeiten sind da nur eine Konsequenz. Wir können Kunden

eine hohe Verfügbarkeit zusichern, weil wir unseren Partnerunternehmen aus

dem Dachdeckerhandwerk eine deutlich einfachere Auftragsabwicklung bieten.

Eindeutig beschriebene Auftragsanfragen zu Festpreisen können unsere

Partner mit einem Klick annehmen oder ablehnen. Die Vorarbeit haben wir

geleistet. Aufwändige analoge Dokumentati-onsprozesse entfallen durch die

Arbeit mit unserer App. Rechnungen werden unmittelbar nach digitaler

Abnahme bezahlt. Dafür lassen unsere Partner gern Anfragen stehen, deren

Ausgang ungewiss ist und Aufträge, bei denen sie unbezahlten Mehraufwand

bei der Dokumentation haben, oder nach Abschluss ihrem Geld hinterherlaufen

müssen. Kunden sichern sich also durch die Zusammenarbeit mit uns den

Zugang zu einer wertvollen, knappen Ressource.

GBC AG: Am 12.01.2022 hat Solutiance erste Eckzahlen zum vergangenen

vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2021 veröffentlicht. Hiernach hat das

Unternehmen im vierten Quartal in Bezug auf den Auftragseingang mit einem

deutlichen Anstieg von 170% gegenüber der Vorjahresperiode (Q4 2020: 0,54

Mio. EUR) eine neue Bestmarke erreicht. Auf Gesamtjahresebene konnte

ebenfalls mit einem erzielten Auftragsvolumen von 2,77 Mio. EUR ein

deutlicher Zuwachs von 23,0% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (GJ 2020: 2,25

Mio. EUR) verzeichnet werden. Wie fällt Ihr bisheriges Fazit für das

abgelaufene Geschäftsjahr aus und was können Anleger im aktuellen

Geschäftsjahr von Solutiance erwarten?

Uwe Brodtmann: Das letzte Jahr war stärker als erwartet von der Corona-

Pandemie geprägt. In der Immobilienbranche herrschte ein hohes Maß an

Unsicherheit, weil Mietverträge und -einnahmen in Gefahr waren.

Gleichzeitig hat ein deutlicher Anstieg in den Materialpreisen dazu

geführt, dass, gerade beim Dachmanagement, Reparatur- und

Sanierungsmaßnahmen aufgeschoben wurden. Im zweiten Quartal hatten wir

darüber hinaus mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen, der die

Angebotserstellung bei Reparaturleistungen deutlich verzögert hat. Gerade

aber die Entwicklungen im vierten Quartal des vergangenen Jahres stimmen

uns optimistisch zu vorpandemischen Wachstumsraten zurückkehren zu können,

sofern sich die Konjunktur weiter stabilisiert. Dabei sehen wir sowohl eine

Belebung der Nachfrage bei bestehenden Kunden, als auch einen deutlichen

Anstieg bei der Gewinnung von Neukunden.

GBC AG: Solutiance hat in den vergangenen Jahren vor allem durch seine

Technologieführerschaft, aber auch durch die Börsennotierung in ihrer

Branche erheblich an Aufmerksamkeit gewonnen. Vor diesem Hintergrund könnte

Solutiance auch für Facility-Management bzw. Property-Management-

Unternehmen oder sonstige Dienstleistungsunternehmen aus dem

Immobiliensektor bezüglich einer strategischen Kooperation eine Überlegung

wert sein. Inwieweit wäre ein solcher strategischer Schritt für Solutiance

interessant bzw. strategisch sehr spannend?

Jonas Enderlein: Im letzten Quartal haben wir einen unserer Kunden davon

überzeugt, deutschlandweit mit unserem Betreiberpflichten-Controlling zu

arbeiten. Wir sind Teil der Strategie eines großen Immobilieninvestors

geworden. Wie eingangs angedeutet stehen auch weitere Unternehmen vor der

Entscheidung mit uns in die Rollout-Phase zu gehen. Eine über eine

Kundenbeziehung hinausgehende Zusammenarbeit, beispielsweise auf Ebene

einer Beteiligung, ist nicht geplant, aber denkbar. Ein strategischer

Partner könnte so nicht nur von einer Effizienzsteigerung, sondern auch von

unseren Wachstumsraten profitieren. Spannend ist diese Perspektive auf

jeden Fall, erfordert aber, dass man unsere Vision versteht und teilt und

mit uns ge-meinsam eine Zukunftsperspektive entwickelt.

GBC AG: Solutiance ist bereits seit längerem am Kapitalmarkt gelistet und

ist im Rahmen dessen auch traditionell für umfangreiche IR-Aktivitäten

bekannt. Welche Strategie verfolgen Sie aktuell in Bezug auf Ihre IR-

Aktivitäten und Kapitalmarktkommunikation?

Jonas Enderlein: Uns ist bewusst, dass in den vergangenen zwei Jahren viel

Vertrauen verloren gegangen ist. Wir werden dafür kämpfen dieses Vertrauen

zurück zu gewinnen. Dauer und Intensität der Corona-Pandemie, sowie ihren

Einfluss auf uns als innovatives und Technologie-basiertes Unternehmen in

einer alten Branche, haben wir unterschätzt. Gleichzeitig ist uns ein

wichtiger Teil unserer Finanzierung weggebrochen, was uns zu mehreren,

kurzfristigen Kapitalmaßnahmen gezwungen und den angesprochenen Effekt noch

verstärkt hat.

Wir werden in diesem Jahr nicht mit einer bulligen Wachstumsprognose

vorweggehen, bei der wir davon ausgehen, dass die Pandemie ein schnelles

Ende findet. Omikron ist nach wie vor eine Unbekannte, der auch bei unserer

Planung und Kommunikation Rechnung getragen werden muss. Dennoch gibt es

sehr gute Gründe optimistisch in die Zukunft zu blicken. Wir werden

weiterhin daran arbeiten, kontinuierlich gute Nachrichten zu liefern und so

das Vertrauen in uns wieder zu stärken. Investoren sollten die aktuellen

Kurse als Einstiegschance wahrnehmen.

GBC AG: Wo sehen Sie Solutiance in den kommenden drei bis fünf Jahren,

insbesondere im Hinblick auf Geschäftsvolumen und Leistungsangebot? Welche

allgemeine Vision verfolgen Sie für Ihr Unternehmen?

Jonas Enderlein: Unser wichtigstes Ziel ist der Break Even. Eine

Erweiterung unseres Leistungsangebotes wird es nicht geben bis wir stabile,

schwarze Zahlen schreiben. Bis dahin werden unsere Entwicklungskapazitäten

dafür eingesetzt, unsere Prozesseffizienz und somit unsere Margen noch

weiter zu steigern. Wenn der Break Even erreicht ist können wir mit unseren

größten Kunden sukzessive in andere Gewerke und Anwendungsfälle wachsen und

ihnen noch mehr unliebsame Prozesse abnehmen.

Wir erleben nach wie vor täglich den immensen Mehrwert, den unsere

Smartsourcing-Services bei unseren Kunden und Partnern schaffen. Auch wenn

die letzten zwei Jahre uns vor große Herausforderungen gestellt haben, so

hat unser Vertrauen in unser Geschäftsmodell und die Leistungsfähigkeit

unserer Plattform-Services darunter zu keinem Zeitpunkt gelitten.

GBC: Vielen Dank für das Gespräch.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:

http://www.more-ir.de/d/23272.pdf

Kontakt für Rückfragen

GBC AG

Halderstraße 27

86150 Augsburg

0821 / 241133 0

research@gbc-ag.de

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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR; Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:

http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung

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Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 19.01.2022(9:12 Uhr)

Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 19.01.2022(10:00 Uhr)

übermittelt durch die EQS Group AG.

Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.

Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung

oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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