Öl, Gas

NEW YORK / LONDON - Die Ölpreise haben am Montag nach einer Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie einem erneuerten Pakt zwischen den beiden wichtigen Förderstaaten Russland und Saudi-Arabien stark zugelegt.

03.12.2018 - 12:50:24

Ölpreise im Aufwind - Aufatmen im Handelsstreit und Aussicht auf Förderkürzungen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 61,79 US-Dollar. Das waren 2,33 Dollar mehr als am Freitagabend. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 2,15 Dollar auf 53,08 Dollar. Damit beendeten die Ölpreise vorerst die seit Anfang Oktober anhaltende Talfahrt.

Für Auftrieb am Ölmarkt hat laut Eugen Weinberg, Experte bei der Commerzbank, die Annäherung zwischen den USA und China im Handelsstreit gesorgt. Beide Seiten haben sich beim G20-Gipfel in Buenos Aires auf neue Verhandlungen und eine Art "Waffenstillstand" geeinigt. "Ein weiter eskalierender Handelskonflikt hätte auch die Ölnachfrage in den beiden wichtigsten Ölverbrauchsländern belastet", schreibt Weinberg.

Hinzu kam laut Experten, dass Russland und Saudi-Arabien ihren Pakt zur stärkeren Kontrolle des Ölmarkts verlängert haben. Damit dürfte der Weg für eine Senkung der Produktion der wichtigsten Ölförderstaaten der Welt frei sein, um das Überangebot zu reduzieren. Die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kommen in dieser Woche mit anderen wichtigen Förderländern zusammen, um über die Reaktion auf den Ölpreisverfall der vergangenen Wochen zu beraten. Experten gehen von einer Drosselung der Produktion aus - unklar ist aber, wie umfangreich diese ausfallen wird.

Für zusätzlichen Auftrieb sorgte eine Verknappung der Ölproduktion in der kanadischen Provinz Alberta. Dort soll die Förderung von Rohöl und Bitumen ab Januar um 8,7 Prozent beziehungsweise 325 000 Barrel pro Tag gekürzt werden. Bitumen ist ein Ölprodukt, das etwa für den Bau von Asphaltstraßen verwendet wird. Die Reduktion soll solange gelten, bis Lagerüberschüsse abgebaut sind. Danach soll die Kürzung auf 95 000 Barrel pro Tag verringert werden und höchstens noch bis Ende 2019 gelten. Alberta ist Kanadas größte ölproduzierende Provinz. Kanada ist weltweit der fünftgrößte Ölproduzent.

@ dpa.de

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