Öl, Gas

NEW YORK / LONDON - Die Ölpreise haben am Mittwoch deutlich zugelegt.

03.01.2018 - 17:39:24

Ölpreise steigen auf höchsten Stand seit 2015. Am Nachmittag kostete ein Barrel (je 159 Liter) der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Februar bis zu 61,50 US-Dollar. Das war der höchste Stand seit Juni 2015. Zuletzt lag der Preis bei 61,35 Dollar und damit 98 Cent über dem Niveau vom Vortag. Der Preis der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März erreichte den höchsten Stand seit Mai 2015 bei 67,62 Dollar und lag zuletzt mit 67,53 Dollar 96 Cent über dem Vortagesniveau.

Verunsicherung aufgrund der Lage im Iran sorgte für Preisauftrieb am Ölmarkt. Bei der Protestwelle im Iran, die am vergangenen Donnerstag begonnen hatte, sind bisher mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Staatspräsident Hassan Ruhani hatte am Dienstag eingeräumt, dass die Regierung die Lage nicht mehr völlig kontrolliere.

Nach Angaben von Vertretern der dortigen Ölindustrie sollen die Unruhen bislang keinen Einfluss auf die Ölproduktion und die Öllieferungen des Landes gehabt haben. Sollten die USA neue Sanktionen verhängen oder gar das Atomabkommen zur Disposition stellen, würde sich die Situation aber ändern, schrieb Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg in einem Marktkommentar. Dies rechtfertige eine gewisse Risikoprämie auf den Ölpreis - das aktuelle Preisniveau würde diese allerdings schon jetzt mehr als ausreichend abbilden.

Mit der Wiederinbetriebnahme der Forties-Pipeline in der Nordsee zum Jahreswechsel ist nach Einschätzung von Weinberg ein wesentlicher Grund für den Preisanstieg Ende letzten Jahres entfallen. Mitte Dezember war das Forties Pipeline System nach der Entdeckung eines Risses geschlossen worden.

Spätestens wenn die Rohöllagerbestände in den USA wieder steigen, sehen die Experten um Weinberg Korrekturpotenzial. Die normalerweise zur Wochenmitte anstehenden offiziellen Öllagerdaten der US-Regierung werden wegen des Neujahrstags zu Wochenbeginn erst an diesem Donnerstag veröffentlicht.

@ dpa.de

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