Alphabet C-Aktie, US02079K1079

NEW YORK - Eine Software-Panne bei der Online-Plattform Google gestartete Online-Netzwerk für Verbraucher dichtgemacht.

08.10.2018 - 20:51:42

Online-Netzwerk Google Plus schließt für Verbraucher nach Datenpanne

Durch die Software-Panne hätten App-Entwickler auf den Namen, die E-Mail-Adresse sowie Informationen über Beschäftigung, Geschlecht und Alter von Nutzern zugreifen können, räumte Google am Montag ein. Andere Daten seien nicht betroffen. Der Fehler sei im März 2018 entdeckt und umgehend behoben worden.

Die Lücke habe aber bereits seit 2015 bestanden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf interne Unterlagen des Internet-Konzerns. Google habe zwar keine Hinweise auf einen Datenmissbrauch, aber auch nicht genug Informationen, um ihn vollständig auszuschließen, zitiert das Blatt aus den Unterlagen. Der Konzern habe sich im März dagegen entschieden, die Öffentlichkeit gleich über die Entdeckung zu informieren. Ein Grund sei die Sorge vor erhöhter Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden gewesen - die Google jetzt gewiss sein dürfte.

Google selbst machte keine Angaben dazu, wie lange die Lücke bestand. Potenziell könnten Profile von bis zu 500 000 Konten bei Google Plus betroffen sein. Der Konzern könne aber keine genaueren Angaben machen, weil Nutzungslogs nur zwei Wochen lang gespeichert würden. Bis zu 438 Apps könnten auf die Schnittstelle mit der Datenlücke zugegriffen haben, hieß es.

Google Plus werde derzeit von Verbrauchern kaum genutzt - und 90 Prozent der Interaktionen dauerten weniger als fünf Sekunden, erklärte der Internet-Konzern. Die Einstellung der Verbraucherversion solle nach einer zehnmonatigen Übergangszeit Ende August kommenden Jahres abgeschlossen werden. Damit gesteht Google auch offiziell die bereits klare Niederlage im Wettbewerb der Online-Netzwerke mit Facebook ein.

Größere Auswirkungen für Verbraucher dürften entsprechend die Änderungen beim Mobil-Betriebssystem Android haben, das auf Geräten von hunderten Millionen Menschen läuft. Die Nutzer werden präziser bestimmen können, welche Daten sie mit einer App teilen wollen, wie Google ankündigte. Grundsätzlich würden weniger Apps Zugriff auf Anruflisten und SMS-Daten bekommen.

Außerdem werde auch der Zugriff von App-Entwicklern auf die E-Mails in Googles GMail-Dienst stärker eingeschränkt. Das "Wall Street Journal" hatte im Sommer berichtet, App-Entwickler verwendeten zum Teil E-Mails von Nutzern, um Algorithmen etwa für automatische Antworten zu trainieren. Das hatte für Kritik gesorgt.

Schnittstellen für App-Entwickler hatten auch eine zentrale Rolle im Facebook-Datenskandal um Cambridge Analytica gespielt. Das Online-Netzwerk erlaubte es App-Entwicklern bis 2015, auch auf Daten von Freunden eines Nutzers zuzugreifen.

Der Entwickler einer Umfrage-App sammelte nicht nur die Daten von Teilnehmern einer Erhebung und derer Freunde - und reichte sie anschließend unberechtigterweise an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica weiter. Facebook erfuhr zwar bereits 2016 davon, gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass alle Daten gelöscht seien und informierte die Betroffenen nicht. Diese Vorgehensweise sorgte für massive Kritik.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Bericht: Hersteller sollen Google bis zu 40 Dollar für Apps zahlen. Der Betrag unterscheide sich zum Teil stark je nach Region und Bildschirmauflösung, schrieb das Technologieblog "The Verge" am Freitag unter Berufung auf vertrauliche Unterlagen. NEW YORK - Google will von Android-Herstellern laut einem Medienbericht bis zu 40 Dollar pro Gerät für die Installation seiner Apps in Europa verlangen. (Boerse, 19.10.2018 - 19:13) weiterlesen...

Berichte über Sberbank-Interesse drücken Yandex-Aktien in den Keller. Der Kurs sackte am Freitag an der Moskauer Börse um 17 Prozent ab. Yandex verlor dadurch 1,48 Milliarden Euro an Unternehmenswert, wie die Nachrichtenagentur Tass meldete. MOSKAU - Die Aktie des größter russischen Internetkonzerns Yandex ist nach Berichten über ein angebliches Kaufinteresse der staatlichen Sberbank unter Druck geraten. (Boerse, 19.10.2018 - 19:11) weiterlesen...

EU-Kommission genehmigt Übernahme von GitHub durch Microsoft. Die Brüsseler Kartellwächter sehen keine Beeinträchtigung des Wettbewerbs und genehmigten den Zusammenschluss am Freitag ohne Auflagen. Auch gebe es für Microsoft keinen Anreiz, den offenen Charakter der Plattform von GitHub zu verändern, urteilte die Kommission. Die Übernahme ist dem Softwarekonzern aus Redmond insgesamt 7,5 Milliarden Dollar (rund 6,4 Mrd Euro) wert. BRÜSSEL - Microsoft hat von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme der populären Software-Entwicklungsplattform GitHub bekommen. (Boerse, 19.10.2018 - 18:01) weiterlesen...

Presse: Scholz schlägt globale Mindeststeuer für Konzerne vor. "Frankreich und Deutschland haben (...) vorgeschlagen, eine Mindeststeuer zu diskutieren und zum Standard zu erheben", sagte der oberste Steuerexperte der Industrieländerorganisation OECD, Pascal Saint-Amans, dem "Handelsblatt" (Freitag). Der Vorschlag sei auf Wohlwollen gestoßen. BERLIN - Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will nach einem Zeitungsbericht auf internationaler Ebene eine Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen vereinbaren. (Wirtschaft, 19.10.2018 - 10:58) weiterlesen...

Apple informiert ausführlicher über Datenschutz-Funktionen. Der iPhone-Konzern veröffentlichte am Mittwoch eine neue Version seiner Website zu dem Thema mit ausführlichen Informationen zu Datenschutz-Lösungen in diversen Apple-Diensten. Darin betont Apple unter anderem, dass man möglichst wenig Daten über die Nutzer sammele und viele Informationen nur anonymisiert erhebe. Zudem wird ausführlicher erklärt, in welchen Fällen Daten nur auf den Geräten verarbeitet werden - und wann sowie zu welchen Bedingungen auch Informationen in der Cloud verarbeitet werden. CUPERTINO - Apple verstärkt seine Anstrengungen, sich beim Datenschutz von anderen Tech-Unternehmen abzuheben. (Boerse, 17.10.2018 - 17:35) weiterlesen...

Google lässt Smartphone-Anbieter für Apps bezahlen (Boerse, 17.10.2018 - 16:24) weiterlesen...