Internet, Software

NEW YORK - Cyberkriminelle haben nach einer Schätzung von Sicherheitsexperten umgerechnet rund 200 Millionen US-Dollar auf der Kryptobörse Bitmart erbeutet.

06.12.2021 - 17:46:01

Cyberkriminelle erobern Digital-Coins in dreistelligem Millionenwert. Wie Firmengründer Sheldon Xia am Montag auf Twitter mitteilte, sind die Hacker im Besitz eines gestohlenen Digitalschlüssels für eine sogenannte Hot Wallet gewesen. Unter einer "Hot Wallet" versteht man eine Software-Geldbörse für Kryptowährungen wie den Bitcoin, die mit dem Internet verbunden ist.

Nach dem Einbruch setzte Bitmart alle Abhebungen vorübergehend bis auf Weiteres aus. Das Unternehmen hatte den Schaden in einer ersten Mitteilung zunächst auf umgerechnet rund 150 Millionen US-Dollar (etwa 132,7 Mio Euro) beziffert.

Den Hackern fielen bei dem Coup Digitalmünzen in die Hände, die auf den Blockchains Ethereum und Binance basieren, teilte die Blockchain-Sicherheitsfirma PeckShield auf Twitter mit. PeckShield hatte den Einbruch am Sonntag auch entdeckt und gemeldet.

Firmenchef Xia schrieb, als Reaktion auf diesen Vorfall habe Bitmart erste Sicherheitsüberprüfungen durchgeführt und betroffene Werte identifiziert. "Diese Sicherheitsverletzung wurde hauptsächlich durch einen gestohlenen privaten Schlüssel verursacht, durch den zwei unserer Hot Wallets kompromittiert wurden. Andere Assets mit Bitmart sind sicher und unversehrt."

Bitmart plane, die Nutzer aus eigener Tasche zu entschädigen, sagte Xia. Die Börse werde einen Zeitplan bekannt geben, um Einzahlungen und Abhebungen schrittweise fortzusetzen, sagte er und fügte hinzu, er sei "zuversichtlich", dass sie am Dienstag wieder aufgenommen werden.

Rüdiger Trost vom IT-Sicherheitsexperten F-Secure nannte Attacken auf Kryptobörsen ein gutes Geschäftsmodell für Cyberkriminelle: "Sie können auf einen Schlag hohe Summen erbeuten, und das Risiko ist deutlich geringer als etwa bei Angriffen auf kritische Infrastruktur, wo mittlerweile mit heftigen Gegenmaßnahmen der Staaten zu rechnen ist. Kein Hacker legt sich gerne gleich mit einem ganzen Staat an." Am besten werde Kryptogeld gegen solche Angriffe geschützt, indem es auf einem nicht mit dem Internet verbundenen Computer abgelegt werde.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

'Dysfunktionale App' - Hacker lassen kein gutes Haar an Luca-Software. Bei der Nachverfolgung von Kontakten müsse man sehr schnell sein, sagte Jens Rieger, Vorstand des CCC Freiburg am Montag in Stuttgart bei einem öffentlichen Austausch zur weiteren Nutzung der App. "Dafür ist Luca systematisch und strukturell bedingt einfach eine dysfunktionale App, weil Luca braucht immer die Zuarbeit von den Gesundheitsämtern." Das koste Zeit, die man nicht habe. Bundesweit gebe es pro Tag im Schnitt 10 bs 20 Kontaktverfolgungen über die App, berichtete Rieger - bei mehr als 320 angeschlossenen Gesundheitsämtern sei das "ein Witz". Die Kontaktnachverfolgung über die Luca-App finde einfach de facto nicht statt - bundesweit nicht. STUTTGART - Die europäische Hackervereinigung Chaos Computer Club (CCC) sieht keinen Sinn in der weiteren Verwendung der Luca-App zur Nachverfolgung von Corona-Ausbrüchen. (Wirtschaft, 24.01.2022 - 13:41) weiterlesen...

Assange-Verlobte sieht trotz Erfolg vor Gericht keine Gerechtigkeit. "Wir haben heute vor Gericht gewonnen", sagte sie am Montag vor dem High Court in London, der zuvor grünes Licht für eine Berufung Assanges vor dem höchsten britischen Gericht gegeben hatte. "Wir sind noch weit davon entfernt, in diesem Fall Gerechtigkeit zu erreichen, weil Julian noch immer inhaftiert ist." Das juristische Tauziehen um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers, dem die USA den Prozess machen wollen, dürfte vor dem Supreme Court weitergehen. LONDON - Trotz eines Etappenerfolgs im Rechtsstreit um die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange sieht dessen Verlobte Stella Moris Gerechtigkeit noch in weiter Ferne. (Wirtschaft, 24.01.2022 - 13:00) weiterlesen...

Entscheider erwarten Digitalisierungsschub nach Regierungswechsel BERLIN - Die Mehrheit der Spitzenkräfte aus Politik und Wirtschaft rechnet als Folge des Regierungswechsels mit Fortschritten bei der Digitalisierung - die Bevölkerung insgesamt ist deutlich skeptischer, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage ergab. (Boerse, 24.01.2022 - 12:34) weiterlesen...

Assange darf im Streit um Auslieferung vor oberstes Gericht ziehen. Das teilte der High Court in London am Montag mit und folgte damit der Argumentation von Assanges Anwälten. Damit dürfte das juristische Tauziehen mit den USA vor dem höchsten britischen Gericht, dem Supreme Court, weitergehen. LONDON - Der Wikileaks-Gründer Julian Assange darf im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen. (Wirtschaft, 24.01.2022 - 12:15) weiterlesen...

Gericht: Julian Assange darf gegen Auslieferung Berufung einlegen. Das teilte der High Court in London am Montag mit. Damit dürfte das juristische Tauziehen mit den USA vor dem höchsten britischen Gericht weitergehen. LONDON - Der Wikileaks-Gründer Julian Assange darf im Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA Berufung einlegen. (Boerse, 24.01.2022 - 12:03) weiterlesen...

Gericht entscheidet über Auslieferung von Wikileaks-Gründer Assange. Der High Court in London will um 10.45 Uhr (Ortszeit) mitteilen, ob er der Argumentation von Assanges Anwälten, die vor den britischen Supreme Court ziehen wollen, folgt oder eine Berufung untersagt. In diesem Fall würde die Entscheidung über die Auslieferung in die USA an das britische Innenministerium verwiesen. LONDON - Im juristischen Tauziehen um den Wikileaks-Gründer Julian Assange soll sich am Montag entscheiden, ob der Rechtsstreit um seine Auslieferung in die USA in die nächste Instanz geht. (Wirtschaft, 24.01.2022 - 05:48) weiterlesen...