ALSTOM, FR0010220475

NEW YORK - Beim angestrebten Konzernumbau zieht der angeschlagene Industriekonzern General Electric nun offenbar auch einen Börsengang sowie die Zusammenlegung von Sparten mit anderen Gesellschaften in Erwägung.

12.04.2018 - 15:27:25

'WSJ': GE erwägt Börsengang oder Zusammenlegung von Geschäftsteilen. Ein Beispiel für einen Börsengang könnte die Zugsparte sein, schreibt das "Wall Street Journal" (WSJ) am Donnerstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf informierte Kreise. Ein Verkauf erscheine derzeit unwahrscheinlich. Möglich wäre auch eine Ausgliederung und eine anschließende Fusion mit einem anderen börsennotierten Unternehmen, bei dem GE-Anteilseigner die Kontrolle behalten könnten.

zusammenschließen. Die Medizintechnik brachte Siemens erst kürzlich an die Börse. An allen Geschäftsteilen will Siemens die Mehrheit behalten. Vorstandschef Joe Kaeser schwebt dabei ein Flottenverband vor, dessen "Schnellboote" schneller auf Geschäftsentwicklungen reagieren können.

Ähnliches scheint nun auch GE vorzuschweben. Der anvisierte Konzernumbau ist jedoch aus der Not geboren: Der Mischkonzern hatte zuletzt einen massiven Gewinneinbruch zu verzeichnen, die Aktie verlor in den vergangenen zwölf Monaten mehr als die Hälfte ihres Werts. GE-Chef John Flannery zog die Notbremse und versprach im Oktober den Verkauf von Unternehmensteilen im Volumen von 20 Milliarden US-Dollar. Doch dann wurde es still. GE verkündete bislang nur eine Handvoll Verkäufe mit einem Wert von insgesamt unter vier Milliarden Dollar. Im Januar sagte Flannery dann, eigene Strukturen für die Kerngeschäfte Medizintechnik, Luftfahrt und Energie zu prüfen - was in eine Zerschlagung des Traditionskonzerns münden könnte.

Statt durch eine Zerschlagung viele kleinere Unternehmen zu schaffen, könnte GE jedoch nun durch eine Zusammenlegung mit anderen Firmen größere, im Wettbewerb besser positionierte Firmen schaffen, hieß es aus den Kreisen. Für die Zugsparte etwa suche GE bereits seit vergangenen Herbst eine Lösung und habe verschiedene Möglichkeiten durchgespielt. Einen Käufer fand GE jedoch nicht.

@ dpa.de