AMAZON COM INC, US0231351067

NEW YORK - Amazon will laut einem Zeitungsbericht zwei weitere Hauptsitze eröffnen - statt nur einem.

06.11.2018 - 06:33:42

'WSJ': Amazon will zwei weitere Hauptsitze eröffnen. Die entstehenden Arbeitsplätze und die nötigen Büroflächen würden bei dem neuen Plan zwischen den beiden Standorten geteilt, schrieb das "Wall Street Journal" am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf eine eingeweihte Quelle. Dadurch würden statt 50 000 Jobs in einer Stadt je 25 000 in zweien entstehen. Eine entsprechende Entscheidung könnte demnach noch diese Woche gefällt und verkündet werden. Amazon äußerte sich zunächst nicht.

Grund für die Entscheidung, zwei weitere Hauptsitze zu eröffnen, ist dem Bericht zufolge vor allem das Problem, ausreichend qualifiziertes Technik-Personal zu finden. Zudem gebe es Bedenken, dass die geplante Expansion, die mit starkem Zuzug von Arbeitskräften verbunden sein dürfte, einen einzelnen Standort und dessen Infrastruktur überfordern könnte. Amazon hatte im September 2017 angekündigt, neben dem bisherigen Hauptsitz in Seattle (US-Bundesstaat Washington) eine zweite Zentrale in Nordamerika aufzumachen.

Bei dem US-Internethandelsriesen gingen daraufhin 238 Bewerbungen ein. Darunter waren einige ausgesprochen kreative Kampagnen - aus Tucson in Arizona erhielt Amazon-Chef Jeff Bezos einen riesigen Kaktus, New York ließ das Empire State Building in "Amazon Orange" erstrahlen und Atlantas Vorort Stonecrest bot an, einen Teil der Stadt in "City of Amazon" umzubenennen. Im Januar stellte der Konzern dann die 20 aussichtsreichsten Kandidaten vor, darunter waren etwa die Metropolen New York City, Chicago, Los Angeles und Toronto.

Dem "Wall Street Journal" nach ist das Auswahlverfahren inzwischen weit fortgeschritten. Gute Chancen haben demzufolge Crystal City im Norden des Bundesstaates Virginia, das mit einer günstigen Lage nahe der US-Hauptstadt Washington DC punkte, sowie das texanische Dallas und die Ostküstenmetropole New York City. Amazon verspricht neben den Jobs, die direkt geschaffen werden sollen, noch zahlreiche zusätzliche Arbeitskräfte und hohe Investitionen. Im Gegenzug winken dem Konzern massive Steuernachlässe der Standorte, die sich bewerben.

Während sich Politiker gerne mit großem öffentlichem Rummel als Jobbeschaffer feiern lassen, sehen Experten die Praxis skeptischer. Häufig werden Investitionen und Arbeitsplätze durch Steuergelder teuer erkauft, zudem erfüllen sich die Versprechen der Unternehmen längst nicht immer. Ein Aktionsbündnis, das Vertreter von 21 Bundesstaaten umfasst, appellierte deshalb bereits an Bezos, das Auswahlverfahren möglichst transparent zu gestalten.

Vorbehalte gibt es auch hinsichtlich der Stadtveränderungen, die häufig mit der Ankunft großer Konzerne einhergehen. So kann der Zuzug hoch bezahlter Tech-Arbeitskräfte die Mieten und Lebenshaltungskosten für die restliche Bevölkerung in die Höhe treiben. Dieses Phänomen ist etwa in der kalifornischen Bay Area mit der Metropole San Francisco nahe der IT-Hochburg Silicon Valley zu beobachten, aber auch an Amazons bisher einzigem Hauptsitz Seattle und in anderen Regionen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Amazon macht sich in New York und Virginia breit. Die Wahl sei auf Long Island City im New Yorker Stadtbezirk Queens und auf Arlington im US-Bundesstaat Virginia gefallen, teilte der Konzern am Dienstag mit. "Wir freuen uns, unsere neuen Hauptquartiere in New York City und im Norden Virginias zu bauen", verkündete Vorstandschef Jeff Bezos. Zudem kündigte Amazon ein großes Logistikzentrum in Nashville an, das 5000 Arbeitsplätze schaffe. SEATTLE - Das große Buhlen hat ein Ende: Der weltgrößte Online-Händler Amazon ist bei seiner Suche nach weiteren Zentralen in den USA fündig geworden. (Boerse, 13.11.2018 - 16:53) weiterlesen...

Amazon will weitere Zentralen in New York und Virginia eröffnen. Die Wahl sei auf Long Island City im New Yorker Stadtbezirk Queens und Arlington im US-Bundesstaat Virginia gefallen, teilte der Konzern am Dienstag mit. SEATTLE - Der Online-Händler Amazon ist bei der Standortsuche nach weiteren Zentralen in den USA fündig geworden. (Boerse, 13.11.2018 - 16:06) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Nomura hebt Ziel für Amazon auf 2050 Dollar - 'Buy' LONDON - Das japanische Analysehaus Nomura hat das Kursziel für Amazon von 1990 auf 2050 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. (Boerse, 12.11.2018 - 15:16) weiterlesen...

Netflix will mit günstigerer Version experimentieren. Das sagte Gründer und Chef Reed Hastings dem Finanzdienst Bloomberg, ohne jedoch weitere Details zu nennen. Allein schon die Idee ist allerdings eine Strategiewende für Netflix: Bisher setzte die US-Firma eher auf Preiserhöhungen sowie teurere Versionen ihres Angebots mit höherer Qualität. LOS GATOS - Netflix will in einigen Ländern eine günstigere Version seines Videostreaming-Dienstes anbieten, um mehr Kunden anzulocken. (Boerse, 12.11.2018 - 13:38) weiterlesen...