Produktion, Absatz

NEURIED - Nach Jahren des Schrumpfens hat sich die Zahl der tabakanbauenden Betriebe in Deutschland stabilisiert.

07.10.2018 - 14:29:23

Totgesagte leben länger - Deutsches Tabakgeschäft stabilisiert sich. "Es war ein mühseliger Prozess, aber wir haben uns jetzt konsolidiert und sind optimistisch", sagt Sven Plaeschke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Tabakpflanzer. Das liege insbesondere am boomenden Tabakmarkt für Wasserpfeifen, sogenannte Shishas. "Das hat uns gerettet", sagt auch Jochen Adam, größter Tabakanbauer in Baden-Württemberg und Chef des dortigen Landesverbands.

Etwa 96 Prozent des deutschen Tabaks landeten früher oder später in einer Shisha, sagt Branchenvertreter Plaeschke. Die Blätter enthielten wenig Nikotin und hätten einen hohen Zuckergehalt.

In Deutschland werden nach Worten Plaeschkes pro Jahr auf knapp 2000 Hektar Fläche etwa 5000 Tonnen Tabak geerntet. Dem im internationalen Vergleich schon immer kleinen Wirtschaftszweig wurde noch vor wenigen Jahren der endgültige Tod vorhergesagt. Denn die Zahl deutscher Tabakbauern, einst vierstellig, schrumpfte nach dem Ende der EU-Subventionen 2009 nochmals deutlich - von damals noch 360 auf inzwischen rund 100 Betriebe.

In Baden-Württemberg, dem Bundesland mit den meisten tabakanbauenden Betrieben, lag die Zahl der Tabakbauern im Jahr 2010 noch bei mehr als 60, wie das Landesamt für Statistik mitteilt. Heute sei nur noch die Hälfte übrig, erklärt Tabakbauer Adam. Auf Platz zwei und drei der wichtigsten Anbaugebiete folgen Rheinland-Pfalz und Bayern.

Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre spricht Plaeschke von einem Strukturwandel. "Wenige große Betriebe machen jetzt das, was früher viel kleine machten", sagt er. Seit dem Jahr 2000 habe sich die von einem Betrieb bewirtschaftete Anbaufläche von sieben auf durchschnittlich 17 Hektar gesteigert.

Gepflanzt wird demnach fast ausschließlich noch die Sorte Virgin, die im Gegensatz zu Sorten wie Burley oder Geudertheimer nicht an der Luft, sondern in Heißluftöfen getrocknet werde und damit weniger Arbeitsaufwand und Lohnkosten verursacht.

Auf 80 Hektar baut Tabakbauer Jochen Adam in Neuried im baden-württembergischen Ortenaukreis Tabak an. Rund 200 Tonnen sind es in diesem Jahr. Bei der gerade zu Ende gegangenen Ernte gebe es trotz der langen Trockenheit nur geringe Ausfälle. Statt bis zu 2,8 Tonnen Tabak pro Hektar ernteten Adam und seine Helfer in diesem Jahr etwa 2,5 Tonnen. Zufrieden ist der Tabakbauer mit dem Ergebnis trotzdem: Der Kilopreis für Tabak - je nach Qualität zwischen 3 und 5 Euro - sei in den vergangen Jahren zwischen 10 und 20 Prozent gestiegen.

"Der Dürresommer hat zwar auch dem Tabak eher geschadet", erklärt der Tabakpflanzer-Lobbyist Plaeschke. In den meisten Regionen verfügten die Bauern aber über professionelle Wässerungsmöglichkeiten für die Tabakfelder. "Insofern sind wir einigermaßen optimistisch, dass wir bundesweit die 5000 Tonnen Ernte halten können", sagte er. Genauere Zahlen gebe es aber erst in einigen Wochen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Volkswagen will bundesweit alte Diesel verschrotten - hohe Prämien WOLFSBURG - Über Umtauschprämien in 14 Städten mit besonders belasteter Luft hinaus plant Volkswagen mit den Abgasnormen 1 bis 4. (Boerse, 17.10.2018 - 23:05) weiterlesen...

Carrefour sieht sich bei Zielen auf Kurs. Bereinigt um Veränderungen der Ladenfläche ("Like for Like") und Wechselkursveränderungen stiegen die Erlöse zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 21,09 Milliarden Euro, wie Carrefour am Mittwoch am Unternehmenssitz bei Paris mitteilte. Das entsprach der Erwartung von Analysten. In Frankreich zogen die Verkäufe auf dieser Basis um 1,6 Prozent an. Der Konzern sieht sich bei seinen Zielen auf Kurs. Die Transformation stehe dabei nach wie vor im Mittelpunkt. BOULOGNE-BILLANCOURT - Der französische Einzelhändler Carrefour ist im dritten Quartal des laufenden Jahres etwas stärker gewachsen. (Boerse, 17.10.2018 - 18:24) weiterlesen...

Bahnstrecke Köln-Frankfurt von Samstag an wieder eingleisig befahrbar. BERLIN - Nach dem Brand eines ICE im Westerwald sollen von Samstag (20. Oktober) an wieder Züge auf der Schnellstrecke Köln-Frankfurt rollen. Dann sei ein Gleis befahrbar, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch in Berlin mit. An der betroffenen Stelle nahe dem rheinland-pfälzischen Dierdorf sei das weniger beschädigte Gleis wieder befahrbar gemacht worden. Daher könnten wieder zwei Drittel der regulären Züge auf der wichtigen Verbindung verkehren. Übergangsweise geltende Fahrpläne sollten am Freitag stehen. Nach Bahn-Angaben sind Reparaturteams weiter rund um die Uhr im Einsatz, um auch das zweite Gleis wieder herzurichten. Bahnstrecke Köln-Frankfurt von Samstag an wieder eingleisig befahrbar (Boerse, 17.10.2018 - 18:07) weiterlesen...

Dürr senkt Gewinnprognose wegen Restrukturierungskosten - Aktienkurs bricht ein. Die Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) werde 2018 nur noch bei 5,8 bis 6,3 Prozent liegen, teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag mit. Bisher war Dürr von 6,8 bis 7,3 Prozent ausgegangen. Hintergrund sind Ergebnisbelastungen im zweiten Halbjahr von insgesamt rund 35 Millionen Euro. BIETIGHEIM-BISSINGEN - Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr reduziert wegen Restrukturierungsaufwendungen seine Gewinnziele. (Boerse, 17.10.2018 - 17:43) weiterlesen...

Apple informiert ausführlicher über Datenschutz-Funktionen. Der iPhone-Konzern veröffentlichte am Mittwoch eine neue Version seiner Website zu dem Thema mit ausführlichen Informationen zu Datenschutz-Lösungen in diversen Apple-Diensten. Darin betont Apple unter anderem, dass man möglichst wenig Daten über die Nutzer sammele und viele Informationen nur anonymisiert erhebe. Zudem wird ausführlicher erklärt, in welchen Fällen Daten nur auf den Geräten verarbeitet werden - und wann sowie zu welchen Bedingungen auch Informationen in der Cloud verarbeitet werden. CUPERTINO - Apple verstärkt seine Anstrengungen, sich beim Datenschutz von anderen Tech-Unternehmen abzuheben. (Boerse, 17.10.2018 - 17:35) weiterlesen...

WDH: Altmaier legt Entwurf für beschleunigten Ausbau der Stromnetze vor (Im letzten Absatz wurde berichtigt: Nestle) (Boerse, 17.10.2018 - 16:39) weiterlesen...