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Osram, DE000LED4000

MÜNCHEN / PREMSTÄTTEN - Osram und sein neuer Mehrheitseigner AMS kommen sehr unterschiedlich durch die Corona-Krise.

29.07.2020 - 14:44:24

GESAMT-ROUNDUP: Tiefrote Zahlen bei Osram - Schwarze beim neuen Eigner AMS. Während der angeschlagene Münchner Lichtkonzern am Mittwoch tiefrote Zahlen und einen Umsatzeinbruch für das abgelaufene Quartal meldete, verbuchte der österreichische Sensorspezialist das umsatzstärkste zweite Quartal seiner Geschichte und konnte sich trotz Krise in den schwarzen Zahlen halten.

aus. Dahinter sehe er keine strategische Logik, sagte Everke in einer Telefonkonferenz. Man sei dazu mit Osram in Gesprächen. Dabei geht es um etwa 1500 Beschäftigte, die sich in München mit Lichttechnologie rund ums Auto befassen. Schon länger wird über ein Ende des Projekts spekuliert.

AMS hatte Anfang Juli die Übernahme der Mehrheit an Osram abgeschlossen und seinen Anteil inzwischen weiter auf 71 Prozent ausgeweitet. Weitere Zukäufe sind ebenso geplant wie ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Letzterer soll um das Jahresende herum implementiert werden.

AMS-Chef Everke will mit Osram einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden und hatte die Übernahme gegen Widerstände der IG Metall und des Osram-Betriebsrats durchgesetzt, die unter anderem eine Zerschlagung des Konzerns und einen Stellenabbau befürchten. Die Österreicher bezeichneten den erfolgreichen Abschluss der Transaktion als entscheidenden Meilenstein "für die hochstrategische und transformative Übernahme", die nun die komplementären Stärken von AMS und Osram zusammen­führen werde. Laut Mitteilung will sich AMS im zusammengeschlossenen Unternehmen künftig auf die drei Bereiche Sensorik, Illumination und Visualisierung konzentrieren.

Dem milliardenschweren Deal waren Monate der Ungewissheit vorausgegangen. Nachdem AMS Ende vergangenen Jahres im zweiten Anlauf die Mindestannahmeschwelle übersprungen hatte und einen Bieterkampf mit Finanzinvestoren für sich entscheiden konnte, sorgte die Corona-Krise bei Marktbeobachtern für Zweifel, ob die Übernahme überhaupt gelingen würde. Zwischenzeitlich waren die Aktienkurse von Osram und AMS abgestürzt. Anfang Juli konnte AMS aber doch Vollzug melden, nachdem die EU-Wettbewerbshüter den Deal ohne Auflagen gebilligt hatten.

Auf Basis seiner Mehrheitsbeteiligung beginnt AMS nun, enger mit Osram zusammenzuarbeiten, etwa mit Blick auf die Vorbereitung der künftigen Organisations- und Geschäftsstruktur. Zudem plant der Konzern, insgesamt vier Sitze im Osram-Aufsichtsrat zu besetzen. Der Münchner Leuchtenhersteller soll eine unabhängige börsennotierte AMS-Tochtergesellschaft bleiben, bis weitere Schritte wie ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen und umgesetzt sind.

@ dpa.de