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Telefonica Deutschland, DE000A1J5RX9

MÜNCHEN / MONTABAUR - Auf dem Weg zum vierten Mobilfunk-Netzbetreiber in Deutschland hat 1&1 Drillisch am Montag in Montabaur mit.

15.02.2021 - 11:19:00

1&1 Drillisch nimmt Telefonica-Angebot zu National Roaming an. Der Vertrag soll im Mai abgeschlossen werden.

ging um knapp 2 Prozent nach oben. Dagegen stieg die Telefonica-Aktie nur leicht um ein halbes Prozent.

Durch die erneuerte Partnerschaft wird der derzeitige MBA-MVNO-Vertrag (Mobile Bitstream Access - Mobile Virtual Network Operator) nach Telefonica-Angaben in ein National Roaming Agreement (NRA) umgewandelt. Der neue Vertrag soll zunächst fünf Jahre lang gelten und kann zweimal verlängert werden. Er umfasst 2G, 3G und 4G, aber nicht den neuen Mobilfunkstandard 5G, den 1&1 Drillisch selbst durch neue Mobilfunkmasten anbieten will.

Bereits im Oktober hatte Telefonica seinem Wettbewerber ein Angebot gemacht. Allerdings passten dem Unternehmen aus Montabaur die Preise nicht: Letztendlich musste die EU-Kommission nach Darstellung von 1&1 Drillisch die Münchner bitten, das Angebot aus dem Oktober nachzubessern. Telefonica hingegen sieht einen Kompromiss beider Seiten.

Im Zuge der Auflagen für den Erwerb von E-Plus im Jahr 2014 hatte sich Telefonica verpflichtet, bis zu 30 Prozent der Netzkapazität an einen Wettbewerber zu verkaufen. Der Vertrag mit Drillisch ermöglicht eine Überprüfung der Konditionen zweimal im Jahr. Verhandelt hatte 1&1 Drillisch auch mit der Deutschen Telekom und Vodafone , sich aber nun für das Telefonica-Angebot entschieden.

1&1 Drillisch ist auf die Mitnutzung eines Fremdnetzes (National Roaming) angewiesen, solange es selbst noch nicht genug Mobilfunkstandorte für eine ausreichende Flächenversorgung hat. Dabei können sich Handynutzer in Gebieten, in denen ihr Netzbetreiber keine eigenen Antennen hat, mit einem anderen Netz verbinden. Die Mitnutzung ist eine Zwischenlösung, bis 1&1 Drillisch eigene 5G-Mobilfunkmasten gebaut hat.

Aus dem neuen Angebot ergibt sich für 1&1 Drillisch für das Geschäftsjahr 2020 ein positiver Ergebniseffekt von rund 34 Millionen Euro. Dieser soll als periodenfremder Ertrag im laufenden Geschäftsjahr gebucht werden. Zuvor hatte das Unternehmen aber wegen "erheblicher Preiserhöhungen" für die Nutzung des Telefonica-Netzes die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen deutlich auf 600 Millionen Euro gesenkt, nachdem zuvor ein Wert auf Vorjahresniveau (683,5 Mio Euro) erwartet worden war.

Ungeachtet dieses Ergebniseffektes teilte die Drillisch-Mutter United Internet am Montag auf Basis vorläufiger Zahlen mit, im vergangenen Jahr einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber. Ebitda) von 1,18 Milliarden Euro erzielt zu haben. Das sind knapp 5 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Allerdings fielen für die Ausbuchung nicht mehr genutzter VDSL-Kontingente hohe Kosten an, sodass inklusive Sonderposten ein operatives Ergebnis von 1,05 Milliarden Euro zu Buche stand. Für 2021 erwartet das Management dann ein Ebitda von 1,22 Milliarden Euro.

Beim Erlös will United Internet nach einem leichten Wachstum 2020 noch was drauflegen. Nach 5,36 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sollen die Umsätze 2021 auf 5,5 Milliarden Euro steigen. Mit rund 25 Millionen kostenpflichtiger Kundenverträgen kamen im vergangenen Jahr circa 910 000 neue hinzu.

Bei der Tochter 1&1 Drillisch stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um 3 Prozent auf 3,79 Milliarden Euro. Der von Analysten fokussierte Service-Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf gut 3 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebitda lag wie nach der Gewinnwarnung prognostiziert bei 600 Millionen Euro, nachdem 1&1 Drillisch im Jahr zuvor noch 12 Prozent mehr vorweisen konnte. Inklusive der Sonderkosten für die Ausbuchung von VDSL-Kontingenten lag das Ergebnis (Ebitda) bei 470 Millionen Euro.

Für das laufende Jahr erwartet das Drillisch-Management um Konzernchef Ralph Dommermuth nun einen Service-Umsatz von 3,1 Milliarden Euro, das bereinigte Ebitda soll um rund 8 Prozent auf 650 Millionen Euro zulegen. Eine Prognose zum gesamten Jahresumsatz machte der Vorstand nicht.

@ dpa.de

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