HYUNDAI MOTOR CO, KR7005380001

M├ťNCHEN - Mercedes-Benz will BMW ab November den BMW iX5 Hydrogen in einer Kleinserie auf die Stra├če bringen.

31.08.2022 - 15:35:30

BMW startet mit der Brennstoffzelle. F├╝r Vorstandschef Oliver Zipse ist das erst der Anfang: Ein "richtiges Serienangebot" werde bereits gepr├╝ft. "Es wird definitiv noch in diesem Jahrzehnt sein. Je fr├╝her, desto besser", sagte Zipse am Mittwoch in Garching. Dort gab er den Startschuss f├╝r die Produktion des Brennstoffzellen-Systems f├╝r den Wasserstoff-BMW.

verkaufen solche Autos schon, in ├╝berschaubarer St├╝ckzahl. Der chinesische Autohersteller Changan hat gerade mit einer Serienproduktion begonnen, Opel hat einen Brennstoffzellen-Transporter im Angebot. Mercedes-Benz hat seinen Brennstoffzellen-SUV vor zwei Jahren eingestellt - aber Daimler entwickelt und baut zusammen mit Volvo Brennstoffzellen und will einen Lkw damit 2025 auf den Markt bringen. Porsche, Toyota, Mazda , Subaru, Kawasaki und Yamaha arbeiten daran, Wasserstoff in Benzinmotoren zu verbrennen.

BMW ist also nicht einsam auf weiter Strecke. Von Toyota lassen sich die M├╝nchner die Brennstoffzellen f├╝r ihren iX5-Hydrogen liefern. In Garching werden sie zusammengebaut und in M├╝nchen mit den Wasserstofftanks und den hauseigenen E-Motoren in die Karosserien montiert, die aus US-Werk Spartanburg kommen. Die 100 Fahrzeuge kleine Pilotserie soll nicht verkauft, sondern in Europa, den USA, Japan, Korea und China von Autofahrern im Alltag erprobt werden. In f├╝nf Jahren k├Ânnte BMW dann f├╝r die Gro├čserie bereit sein - sofern der Markt mitspielt.

Ein schneller Hochlauf sei nicht machbar, sagt Bratzel. "Wir reden da ├╝ber lange Zeitr├Ąume. Das hilft uns nicht ├╝ber die Klippen der n├Ąchsten Jahre". Und "es ist schon eine kostspielige Angelegenheit", sagte der Leiter des CAM-Autoinstituts in Bergisch Gladbach.

Aber die USA lassen 2035 nur noch E-Autos mit Batterie oder Brennstoffzelle auf die Stra├če. China will schon 2030 eine Million Wasserstoffautos auf der Stra├če haben. Japan und Korea sehen ebenfalls Potenzial. "Gerade in Ostasien wird breitfl├Ąchig investiert in die Infrastruktur", sagte Zipse.

Und Wasserstoff ist f├╝r die Energiewende auf jeden Fall ein Schl├╝sselinstrument: Die Industrie, aber auch Flugzeuge, Schiffe und Z├╝ge brauchen Ersatz f├╝r ├ľl, Gas und Kohle. Und mit dem Lastwagen komme der Wasserstoff auch in den Stra├čenverkehr, sagte BMW-Entwicklungsvorstand Frank Weber.

Wasserstoff eignet sich auch gut als Speicher f├╝r zeitweise ├╝bersch├╝ssigen Strom. Zudem kann er auch ├╝ber sehr weite Strecken transportiert werden. "Das ist nat├╝rlich ein Vorteil", sagt Bratzel. Aber dabei "muss man auch die Kosten im Blick haben". Dabei sind sich die Experten allerdings nicht einig. "Wasserstoff zu transportieren ist wirtschaftlicher, als Stromtrassen zu bauen", sagte Weber.

Auch bei der Infrastruktur ist die Kostenfrage strittig. In Deutschland zum Beispiel gibt es derzeit erst rund 100 Wasserstofftankstellen. F├╝r Lastwagen muss zwar ohnehin ein Netz aufgebaut werden - aber wenn auch Autos Wasserstoff tanken, m├╝sste das Netz viel dichter werden, "das ist schon sehr teuer", sagt Bratzel. Die Unternehmensberatung McKinsey und der Wasserstoff-Verband Hydrogen Council argumentieren dagegen, wenn 10 Prozent der Autoflotte mit Wasserstoff fahren w├╝rden, k├Ânnte das hohe Invstitionen f├╝r die Spitzen im Strom und Ladenetz sparen und die Kosten f├╝r Wasserstoff-Tankstellen "mehr als ausgleichen".

F├╝r Zipse ist auch eine entscheidende Frage, "wie Europa den strategischen Zugang zu den entscheidenden Rohstoffen f├╝r die E-Mobilit├Ąt sicherstellen will". Neue Abh├Ąngigkeiten drohten. Bratzel sagt: "Wir sto├čen bei den Batterien in Knappheiten in den n├Ąchsten Jahren." Mit der Brennstoffzelle sei BMW da "ein bisschen breiter aufgestellt".

E-Autos mit Batterie d├╝rften bei Kleinwagen und in der Mittelklasse aber g├╝nstiger bleiben als mit Brennstoffzelle, sagt Bratzel. Der vormalige VW -Chef Herbert Diess hatte Wasserstoff einmal als den Champagner der Energiewende bezeichnet. Aber auch f├╝r Champagner gibt es einen Markt. Zipse ist "├╝berzeugt, dass es auch in Europa im Premiumsegment einen Markt f├╝r Brennstoffzellenautos gibt".

@ dpa.de