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Biontech, US09075V1026

MÜNCHEN - Es war bei den ersten Unternehmen, die einen Impfstoff gegen das Coronavirus auf den Markt brachten.

15.09.2021 - 15:06:27

VERMISCHTES/ROUNDUP: Biontech mit mRNA-Technik im Rennen um Zukunftspreis. Das Mainzer Unternehmen Biontech , das mit dem US-Pharmariesen Pfizer einen mRNA-Impfstoff entwickelt hat, ist einer von drei Kandidaten für den Deutschen Zukunftspreis 2021. Die beiden anderen Teams entwickelten eine neuartige Technik für bessere CT-Bilder und einen alternativen Kautschuk.

AG in Forchheim hat einen quantenzählenden Computertomographen entwickelt, der nichts mit einem Quantencomputer zu tun hat, aber aus Signalen mehr Information herausholt und so präzisere klinische Diagnosen ermöglicht, wie der Physiker und Teamleiter Thomas Flohr erläuterte. Rund 20 der Geräte seien in Europa und den USA im Einsatz. Sie bringen bei 40 Prozent weniger Strahlen- und Kontrastmitteldosis doppelt so scharfe Bilder und eine feinere Gewebedarstellung. Bei Untersuchungen von bewegten Organen wie Lunge und Herz profitierten Mediziner unter anderem von einer kürzeren Belichtungszeit, hieß es. Damit könnten auch Kontrollen bei Covid-19-Patienten verbessert werden.

Das dritte Projekt befasst sich mit der nachhaltigen Produktion einer Kautschuk-Alternative. Gummi aus Naturkautschuk ist unter anderem für Reifen von Lastwagen, Motorräder, Fahrräder und Pkw nicht wegzudenken. Sie enthalten zwischen 10 und 40 Prozent natürlichen Kautschuk. Doch der Rohstoff ist rar - und seine Gewinnung in tropischen Regionen belastet oft die Umwelt. Kautschuk stammt bisher ausschließlich aus dem Kautschukbaum, der in Monokulturen auf riesigen Plantagen im tropischen Süd- und Südostasien angebaut wird.

Ein Team um die Materialforscherin Carla Recker schuf aus Russischem Löwenzahn eine ökologisch verträgliche Alternative. Die in Zentralasien beheimatete Pflanze produziert in den Wurzelzellen einen klebrigen Milchsaft, der Kautschuk enthält. Forscher der Universität Münster und des dortigen Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie und Oekologie IME entwickelten robuste Pflanzen, die eine hohe Ausbeute bieten. Sie sehe die Entwicklung "als unseren Beitrag, den Schutz der Regenwälder vorabzutreiben", sagte Recker.

Die neuen Reifen, produziert beim Hersteller Continental in Hannover, hätten vergleichbare und teils bessere Eigenschaften als herkömmliche Produkte, etwa auf nasser oder schneeglatter Fahrbahn. Als erstes Serienprodukt brachte Continental 2019 einen Fahrradreifen mit einem Laufstreifen aus Löwenzahngummi heraus.

Der Russische Löwenzahn sei genügsam und gedeihe auch auf kargen Böden, die sonst für die Landwirtschaft wenig attraktiv wären, hieß es weiter. So wäre der Anbau etwa auf ehemaligen Braunkohle-Tagebauflächen möglich. Das würde vom Kohleausstieg betroffenen Regionen eine neue wirtschaftliche Perspektive eröffnen.

@ dpa.de