Tourismus, Getränke

MÜNCHEN - Eine Vorverlegung des Oktoberfests auf den Sommer wegen Corona ist vom Tisch.

14.01.2022 - 18:26:27

Keine Sommer-Wiesn - Ausschuss gegen Vorverlegung. Das habe ein interfraktioneller Ausschuss aus Stadträten und Vertretern der Verwaltung am Freitag entschieden, sagte der Festleiter und Münchner Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) der Deutschen Presse-Agentur. "Die Wiesn bleibt wo sie ist, wann sie und wie sie ist." Unter anderem der Bayerische Rundfunk hatte über die Entscheidung berichtet.

Damit soll es wie geplant am 17. September "Ozapft is" heißen - sofern die Pandemie es zulässt. Die endgültige Entscheidung darüber soll laut Baumgärtner Anfang Mai fallen.

Im vergangenen Jahr war das größte Volksfest der Welt zum zweiten Mal in Folge wegen der Pandemie abgesagt worden. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kamen vor Corona zu dem gut zweiwöchigen Volksfest nach München - Abstand halten ist in den oft brechend vollen Bierzelten unmöglich.

Schon jetzt sei klar, dass - sofern es dieses Jahr ein Oktoberfest gibt - nur Geimpfte und Genesene Zugang haben sollen, sagte Baumgärtner. Das habe der Ausschuss am Freitag unterstrichen. Experten befassen sich derzeit weiter damit, wie die Kontrollen konkret stattfinden könnten - etwa digital über eine App. Eine Wiesn light soll es aber nicht geben. "Wir planen keine Cabrio-Wiesn oder reduzierte Wiesn. Wir machen die Wiesn, wie wir sie immer schon hatten", sagte Baumgärtner.

Gegen eine Verlegung der Wiesn sprachen vor allem organisatorische Gründe. Viele Vorbereitungen haben langen Vorlauf. Unter anderem läuft seit Jahreswechsel die Bewerbung von Wirten sowie Schaustellern und Marktkaufleuten, die auch auf anderen Volksfesten unterwegs sind und möglicherweise umplanen müssten. Zudem nehmen sich viele Helfer wie Bedienungen extra frei, um auf der Wiesn zu arbeiten - und könnten nicht so einfach zu einem anderen Termin kommen. Eine Verlegung berge somit die Gefahr, dass Arbeitskräfte fehlten.

Baumgärtner begrüßte die Entscheidung nun vor allem auch mit Blick auf die Tradition. "Eine Verlegung entzaubert die Wiesn und nimmt ihr den Charakter. Das ist nicht wie ein Popkonzert, das man einfach verschieben kann", sagte Baumgärtner. "Die Wiesn ist ein historisches Ereignis und solche historischen Ereignisse zu verschieben tu' ich mich persönlich schwer."

Dennoch habe man die Verlegung geprüft, da viele ernsthaft den Wunsch dazu geäußert hätten. Beschicker hatten damit etwa die Hoffnung verbunden, dass die Wiesn überhaupt stattfinden kann.

Die Debatte lief seit einiger Zeit, weil im Sommer niedrigere Infektionszahlen zu erwarten sind. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hatte die Idee ins Spiel gebracht. Er sagte Anfang Januar, im Sommer sei die Corona-Lage deutlich entspannter. "Es ist deshalb ernsthaft zu überlegen, Feste mit größeren Menschenansammlungen mehr in den Sommer zu verlegen", sagte er damals der "Bild"-Zeitung.

Baumgärtner hatte sich zuletzt zurückhaltend geäußert, auch die Wiesnwirte zeigten sich skeptisch. Deren Sprecher Peter Inselkammer sagte Anfang Januar, er würde ein Oktoberfest zum geplanten Termin vom 17. September bis 3. Oktober bevorzugen, mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene. "Schon von der Tradition her - es heißt ja Oktoberfest."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Ministerium bewertet Passagierflüge über Ukraine noch als sicher. "Derzeit liegen die Voraussetzungen für den Erlass eines Flugverbotes für den Luftraum der Ukraine nicht vor", teilte das Ministerium laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" mit. Die Entwicklung der Lage werde aber kontinuierlich überwacht. Das Verkehrsministerium kann eigenen Angaben zufolge bei Anhaltspunkten für eine erhebliche Gefährdung der Betriebssicherheit von Luftfahrzeugen auch außerhalb Deutschlands ein Überflugverbot verhängen. BERLIN - Der russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine stellt nach Einschätzung des Bundesverkehrsministeriums noch keine Gefährdung für den Luftverkehr dar. (Boerse, 22.01.2022 - 15:40) weiterlesen...

Tourismusbranche fordert vor Corona-Beratungen klare Regeln. "Wir müssen zurück zu klaren, verständlichen und nachvollziehbaren Regeln. Sie sind jetzt das Gebot der Stunde", sagte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV), Reinhard Meyer, der Deutschen Presse-Agentur. BERLIN - Vor den Spitzenberatungen von Bund und Ländern über Corona an diesem Montag fordert die Tourismuswirtschaft eine klare und einheitliche Linie für die Branche. (Boerse, 22.01.2022 - 15:31) weiterlesen...

Airbus kündigt im Streit mit Qatar Airways Vertrag für A321neo. Der Flugzeugbauer kündigte der Airline einen Auftrag für seinen aktuell schwer verfügbaren neuen Jet A321neo. Mit der Verweigerung der Lieferung von 50 bestellten Jets wehrt sich Airbus auch außergerichtlich gegen einen seiner wichtigsten Kunden. An der Börse setzte die Nachricht der Airbus-Aktie zu, sie gab kurz nach dem Handelsbeginn am Freitagmorgen um knapp 1,7 Prozent nach. LONDON - Der Streit zwischen Airbus und Qatar Airways geht in eine neue Runde. (Boerse, 21.01.2022 - 19:58) weiterlesen...

Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf. Von diesem Samstag an dürfen Pubs, Restaurants und Discos wieder öffnen, ohne Impfnachweise zu verlangen oder Abstandsregeln zu beachten, wie Regierungschef Micheal Martin am Freitagabend in Dublin sagte. Teilnehmerbeschränkungen für Veranstaltungen fallen ebenso weg wie Vorschriften für private Treffen. Vom kommenden Montag an endet zudem die Pflicht zum Homeoffice. Für internationale Reisen gelten allerdings noch immer die 3G-Regeln, wie Martin sagte. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wird, muss sich weiterhin isolieren. Auch die Maskenpflicht bleibt mindestens bis Ende Februar in Kraft. DUBLIN - Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf. (Boerse, 21.01.2022 - 19:42) weiterlesen...

Krankenstand beim Personal: Flughafen Frankfurt erwartet Flugausfälle. Für das Wochenende rechnet der Betreiber Fraport mit Verzögerungen, Wartezeiten und vereinzelten Flugausfällen. FRANKFURT - Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante zeigt Auswirkungen auf den Frankfurter Flughafen. (Boerse, 21.01.2022 - 17:12) weiterlesen...

Hamburg erwartet bei Bund-Länder-Runde keine Lockerungen. "Eine Lockerung der Regelungen ist derzeit nicht geboten", sagte Vizesenatssprecherin Julia Offen am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) erwarte bei dem Treffen der Regierungschefs mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag vielmehr "eine Bestätigung der aktuellen Strategie und der in Hamburg bereits ergriffenen Maßnahmen wie beispielsweise die FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr und das flächendeckende 2G-plus-Zugangsmodell". HAMBURG - Angesichts massiv steigender Infektionszahlen sieht Hamburg bei der nächsten Bund-Länder-Runde kommende Woche keine Chancen für eine Lockerung der Corona-Regeln. (Boerse, 21.01.2022 - 17:03) weiterlesen...