Transport, Verkehr

MÜNCHEN - Die Spritpreise steigen immer weiter und machen die Fahrt zur Tankstelle zunehmend schmerzhaft.

13.10.2021 - 14:36:03

Spritpreise auf Rekordkurs - Diesel nur noch knapp unter Allzeithoch. Inzwischen haben Diesel und Super E10 Neunjahreshochs erreicht, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Nur im Rekordjahr 2012 war Sprit kurz noch einige Cent teurer, doch die Abstände schrumpfen zusehends.

MÜNCHEN - Die Spritpreise steigen immer weiter und machen die Fahrt zur Tankstelle zunehmend schmerzhaft. Inzwischen haben Diesel und Super E10 Neunjahreshochs erreicht, wie der ADAC am Mittwoch mitteilte. Nur im Rekordjahr 2012 war Sprit kurz noch einige Cent teurer, doch die Abstände schrumpfen zusehends.

Besonders Diesel legte zu: Am Dienstag kostete der Treibstoff im bundesweiten Tagesdurchschnitt laut ADAC 1,526 Euro pro Liter - 4,8 Cent mehr als vor einer Woche. Damit fehlen bei Diesel noch 2,8 Cent zum Allzeithoch aus dem August 2012. Auch E10 verteuerte sich deutlich. Am Dienstag war es mit 1,647 Euro pro Liter um 3,8 Cent teurer als vor Wochenfrist. Zum Allzeithoch aus dem September 2012 fehlen damit noch 6,2 Cent.

Wichtigster Treiber sind laut ADAC und Mineralölwirtschaftsverband (MWV) die Rohölpreise, die zuletzt im Bereich von Mehrjahreshochs gelegen hatten. Zudem mache sich der stärkere Dollar bemerkbar, da Rohöl in der US-Währung abgerechnet wird. Beim Diesel kommt hinzu, dass im Herbst auch die steigende Heizölnachfrage den Preis treibt.

Zudem verweisen beide Verbände auf den Kohlendioxid-Preis von 25 Euro je Tonne, der seit Jahresbeginn bezahlt werden muss. Das verteuert Treibstoff - je nach Sorte und Beimischung von Biosprit - um rund 6 bis 8 Cent pro Liter. Die Mineralölwirtschaft verdiene durch die gestiegenen Preise an den Zapfsäulen dagegen nicht mehr, betonte ein Sprecher des MWV.

Besonders drastisch ist die Entwicklung, wenn man sie mit dem Vorjahr vergleicht. Damals hatten Öl- und Spritpreise durch die Corona-Krise Tiefstände erreicht, bevor Anfang November 2020 die Trendwende bei den Spritpreisen kam. Seither hat sich Diesel um rund 50 Cent und E10 um rund 47 Cent verteuert.

ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand appellierte an die zukünftigen Regierungsparteien, "jegliche Gedankenspiele über ein schnelleres Ansteigen des CO2-Preises zu unterlassen". Derzeit ist geplant, ihn bis 2025 auf 55 Euro je Tonne anzuheben. Das würde Sprit je nach Sorte und Bioanteil um weitere 7 bis 9 Cent teurer machen.

Auch Menschen mit niedrigerem Einkommen müssten mobil bleiben können, betonte Hillebrand. Die Kosten erreichten für viele Menschen eine Belastungsgrenze. Zugleich fehlten günstige Alternativen, insbesondere auf dem Land. Hillebrand forderte zudem eine Anhebung der Entfernungspauschale. Sie decke die tatsächlichen Autokosten schon lange nicht mehr.

Von der scheidenden Regierung sind keine weiteren Maßnahmen gegen die steigenden Energiepreise zu erwarten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, er könne solche Maßnahmen, die die nächste Regierung betreffen würden, nicht ankündigen. Es seien bereits Entlastungen wie eine Erhöhung der Pendlerpauschale beschlossen worden. Diese beträgt seit Anfang des Jahres ab dem 21. Kilometer 35 Cent pro Kilometer. 2024 soll sie auf 38 Cent steigen.

Noch-Verkehrsminister Andreas Scheuer forderte von der künftigen Regierung, bei zu hohen Spritpreisen gegenzusteuern. "Rund zwei Drittel des Benzinpreises sind vom Staat mit Steuern und Abgaben beeinflusst", sagte der CSU-Politiker der "Bild". "Spätestens bei einem Preis von 1,99 Euro pro Liter muss der Staat deshalb eingreifen und im Gegenzug die Steuern senken."

Davon ist man - zumindest bei den Tagesdurchschnittswerten für E10 - allerdings noch weit entfernt. Steigende Ölpreise machen sich nämlich nur gedämpft an der Tankstelle bemerkbar. Laut Daten des MWV entfällt der Großteil des Spritpreises auf Steuern und Abgaben: Bei Superbenzin macht alleine die Energiesteuer gut 65 Cent pro Liter aus. Hinzu kommen die Mehrwertsteuer - beim aktuellen Preisniveau rund 26 Cent - sowie der CO2-Preis.

Jürgen Albrecht, Spritpreisexperte des ADAC, hält Benzinpreise von 2 Euro bei E10 alleine durch einen steigenden Ölpreis kurzfristig für sehr unwahrscheinlich. Wenn der Wechselkurs des Dollar konstant bleibe und es keine zusätzlichen Steuern oder Abgaben gebe, müsste sich der Ölpreis dafür sich fast verdoppeln, sagt er. Das sei aber nicht zu erwarten, denn die Opec+ habe kaum Interesse daran, die Preise noch weiter steigen zu lassen. Zudem würde dies auch Fracking attraktiver machen, was die Preise zusätzlich bremse.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

WDH/Chipmangel belastet Autobranche weiter - Rückgang bei Neuzulassungen (Wiederholung aus technischen Gründen) (Boerse, 03.12.2021 - 22:04) weiterlesen...

Ferienchaos am BER soll sich zu Weihnachten nicht wiederholen. So werde der Verkehr wieder über beide Start- und Landebahnen abgewickelt, teilte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg nach der Sitzung mit. Mit den Partnern, etwa Fluggesellschaften und Bodendienstleister, werde die Abstimmung verbessert. Im Terminal könnten sich Reisende nun besser orientieren. Außerdem seien mehr Sitzgelegenheiten in den Wartebereichen geschaffen worden. SCHÖNEFELD - Ein Abfertigungschaos wie während der Herbstferien soll sich zur Weihnachtszeit am Hauptstadtflughafen BER nicht wiederholen - die Betreiber haben den Aufsichtsrat am Freitag über die Vorkehrungen informiert. (Boerse, 03.12.2021 - 19:23) weiterlesen...

Boeings Unglücksflieger 737 Max vor Wiederzulassung in China. Die dortige Luftfahrtaufsicht CAAC erließ am Donnerstag eine Direktive an Fluggesellschaften, um die letzten Schritte vor der Wiederinbetriebnahme zu regeln. Damit sind die Weichen gestellt, damit Boeings nach zwei Abstürzen mit 346 Toten im wichtigen Auslandsmarkt China seit fast drei Jahren mit einem Flugverbot belegter Mittelstreckenjet endlich wieder abheben kann. PEKING/CHICAGO - Der US-Flugzeugbauer Boeing macht bei der angestrebten Wiederzulassung seines Krisenjets 737 Max in China wichtige Fortschritte. (Boerse, 03.12.2021 - 18:59) weiterlesen...

AUSBLICK 2022: Porto, Kükentöten, Plastiktüten, Mindestlohn - Das ändert sich BERLIN - Der Mindestlohn wird erhöht, Verträge im Internet sollen leichter gekündigt werden können und die CO2-Steuer steigt - im Jahr 2022 kommen auf die Bürgerinnen und Bürger viele Änderungen zu. (Wirtschaft, 03.12.2021 - 18:19) weiterlesen...

AUSBLICK 2022/Covid und Klimawandel: Schwerer Neustart im Tourismus, Luftverkehr. Nach zuletzt gestiegenen Buchungen sorgt die massive Verschärfung der Corona-Infektionslage nun wieder für Verunsicherung der Urlauber. Der Reiseverband DRV rechnet mit einem weiteren "schwierigen Jahr". Im Luftverkehr rüsten sich Billigflieger und Netzwerk-Airlines für einen verschärften Verdrängungswettbewerb. FRANKFURT - Die Corona-Krise ist noch nicht ausgestanden, zugleich stellt der Klimawandel Reisebranche und Luftverkehr vor neue Herausforderungen. (Boerse, 03.12.2021 - 18:19) weiterlesen...

Auch Geimpfte müssen bei Einreise in Schweiz nun Test vorlegen. BERN - Die Schweiz verschärft nach dem bedrohlichen Anstieg der Corona-Infektionen die Maßnahmen. Einreisende müssen ab Samstag (4. Dezember) einen negativen PCR-Test vorlegen. Dies gilt auch für Genesene und Geimpfte, wie die Regierung am Freitag beschloss. Zudem muss ein zweiter Test, PCR- oder Antigen-Schnelltest, zwischen dem vierten und dem siebten Tag nach der Einreise gemacht werden. Auch Geimpfte müssen bei Einreise in Schweiz nun Test vorlegen (Boerse, 03.12.2021 - 18:11) weiterlesen...