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Bosch, Maschinenbau

MÜNCHEN - Die globale Autoindustrie hofft bei der neu konzipierten IAA auf ein Durchstarten nach der Pandemie-Zeit.

06.09.2021 - 17:30:31

IAA/GESAMT-ROUNDUP/Neustart mit Fragezeichen: Autobranche sucht Zuversicht. Viele Anbieter zeigten am Montag Fachbesuchern und Medien ihre Neuheiten in München - am Dienstag wird die nun IAA Mobility genannte Ausstellung dann offiziell von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet.

stellten fest, dass auch die Zahl der in der Bundesrepublik hergestellten Autos im August gegenüber dem Juli stark absackte: "Offensichtlich bremst der Mangel an Vorprodukten immer stärker." Gemeint sind kostspieliger werdende Rohstoffe, aber auch die an vielen Stellen fehlenden Mikrochips. Die Unternehmensberatung PwC beurteilt die Pläne der Autoindustrie angesichts der Halbleiter-Lieferkrise mit großer Skepsis, es sei "keine kurzfristige Erholung der Versorgung zu erwarten", sagte Autoexperte Tanjeff Schadt.

Pötsch sieht ebenfalls keine rasche Linderung. "Wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass wir bis ins erste Halbjahr 2022, vielleicht auch noch weitergehender mit Auswirkungen zu rechnen haben", meinte er.

Autobauer hatten den künftigen eigenen Bedarf nach dem Wiederanspringen der Nachfrage seit Ende 2020 unterschätzt und Lieferverträge storniert. Die entsprechenden Mengen fehlen jetzt, stattdessen werden oft Abnehmer aus anderen Wirtschaftszweigen vorrangig versorgt. VW-Konzernchef Herbert Diess hatte kürzlich angekündigt, auch Vertragsstrukturen mit Chiplieferanten auf den Prüfstand zu stellen: "In der Regel ist es ja so, dass wir sehr langfristige Verträge haben. Dann müssen wir uns wahrscheinlich direkter mit Halbleiterherstellern abstimmen und auch dort längerfristige Volumenzusagen eingehen."

BMW -Chef Oliver Zipse ist ebenfalls skeptisch: "Ich denke, dass die grundsätzliche Anspannung in den Lieferketten die nächsten sechs bis zwölf Monate andauern wird." Bei Daimler gibt sich Vorstandschef Ola Källenius vorsichtig: "Die Situation ist volatil." Er hoffe, dass es im vierten Quartal besser werde. Erst 2023 erwartet er eine deutliche Entspannung.

3. Der E-Boom und seine wunden Punkte: Die Branche kann von Glück sagen, dass der Boom der Elektro- und Hybridfahrzeuge derzeit weiter anhält. Ohne ihn wäre das Geschäft in den vergangenen Wochen noch viel stärker abgerutscht. Laut VDA ist der E-Pkw-Anteil an den Neuzulassungen in Deutschland von mittlerweile 27,6 Prozent ein neuer Bestwert. Aber auch hier sind Elektronikteile dringend nötig.

Bosch-Chef Volkmar Denner rechnet dank der Komponenten für Elektroantriebe nach dem Corona-Knick mit einem ordentlichen Wachstumsschub. Der Umsatz der Autozuliefersparte des Technologiekonzerns soll dieses Jahr um zehn Prozent zulegen.

4. Wie grün sind die "grünen" Strategien? Genau dies ist ein heftiger Streitpunkt: Nicht alle Autobauer können sich zur Definition eines klaren Ausstiegsdatums für Verbrenner durchringen. So kritisieren Klimaschützer VW, Daimler und BMW dafür, nicht spätestens 2030 Diesel und Benziner auslaufen zu lassen. Volkswagen begründet dies mit regional unterschiedlichen Marktbedingungen. Die Verkehrsexpertin von Greenpeace, Marion Tiemann, hält das für unzureichend - und übergab Diess in München das Dokument für eine vorbereitete Klage, die die Organisation zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) androht.

Bis 2030 will die Kernmarke des VW-Konzerns mehr als 70 Prozent ihrer Fahrzeuge in Europa vollelektrisch betreiben, in Nordamerika und China mindestens 50 Prozent. Diess betont, man tue schon viel - zudem müssten auch andere Sektoren ihren Beitrag zur CO2-Senkung leisten. BMW wies die Argumentationen der Kritiker ebenfalls zurück. Der Nabu schloss sich der Beurteilung von Greenpeace dagegen an - die kommende Bundesregierung müsse nach der Wahl Ende September "ein klares Bekenntnis zum Ende der Neuzulassungen von Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2030" abgeben.

@ dpa.de