Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

MÜNCHEN - Die Coronakrise hat zu einem sprunghaft gestiegenen Bedarf an einigen Produkten der Medizintechnik geführt.

26.03.2020 - 05:42:25

VIRUS/ROUNDUP: Mundschutz ja - Beatmungsgeräte nein - Teile vielleicht. Neben Atemmasken und Desinfektionsmitteln stehen auch Beatmungsgeräte auf den Einkaufslisten. Die Hersteller produzieren auf Hochtouren, doch beliebig lässt sich das nicht steigern. Da wirkt es naheliegend, die Produktion anderer Unternehmen kurzerhand umzustellen. Doch das hat enge Grenzen, wie Experten sagen.

"Auf einer Produktionslinie, die Autos herstellt, kann ich nicht einfach Beatmungsgeräte herstellen", sagte Jean Haeffs, Geschäftsführer der Fachgesellschaft Produktion und Logistik beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Auch Niklas Kuczaty, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik beim Maschinenbauverband VDMA, sagte: "Bei komplexeren Produkten wie einem Beatmungsgerät halte ich das für nicht realistisch - zumindest nicht in den nächsten Wochen und Monaten."

Eines der Probleme, auf die beide Experten hinwiesen, sind die hohen Anforderungen an die Sicherheit von Medizintechnik. Gerade bei Produkten wie einem Beatmungsgerät. "Wenn das ausfällt, ist der Patient tot", sagte Kuczaty.

Die Folge sind unter anderem strenge und aufwendige Dokumentationspflichten. Ein Verbandsmitglied habe eine genaue Kopie eines bereits bestehenden Werkes errichtet, erzählte Kuczaty. "Er musste trotzdem alles neu zertifizieren." Die Vorgaben aufzuweichen, hält er aber nicht für sinnvoll: "Es hilft ja keinem, wenn wir Unmengen Beatmungsgeräte herstellen, und am Ende fehlt die Qualität und es kommen Patienten zu Schaden."

Mit entscheidend ist zudem die Komplexität der Systeme, wie Haeffs erklärte. Insbesondere dann, wenn auch noch eine Zuliefererkette an der Produktion beteiligt sei und man für die Montage Spezialwissen benötige. "Man muss den Leuten die Hoffnung nehmen, dass man das schnell umstellen kann", betonte er.

Dennoch sehen auch die beiden Experten Möglichkeiten, wie branchenfremde Betriebe helfen können - nur eben in niedrigeren Risikoklassen oder bei weniger komplexen Produkten wie beispielsweise Mundschutzmasken. Ein Unternehmen wie der Textilhersteller Trigema, das jetzt auch Mundschutze herstelle, sei ein Paradebeispiel. Auch der Würzburger Matratzenhersteller Schaumstoffe Wegerich produziert inzwischen Mundschutze - wenn auch ohne Zertifizierung.

Doch es geht nicht nur um fertige Endprodukte, sondern auch um Teile. Eine Möglichkeit sieht Haeffs bei den Herstellern ähnlicher Produkte, wenn beispielsweise das Material das gleiche oder sehr ähnlich sei und sich eigentlich nur die Form unterscheide, beispielsweise für Luftfilter.

Und auch für komplexe Produkte wie Beatmungsgeräte könnten Teile hergestellt werden. Die beste Technik für eine schnelle Produktion ist lauf Haeffs der 3D-Druck. "Wenn ich eine Konstruktionszeichnung habe, die ich einlesen kann, und die entsprechenden Kunststoffgranulate zur Verfügung stehen, dann ist das in einer Stunde umgerüstet", sagte er. "Dann druckt es mir die entsprechenden Teile."

Doch auch beim 3D-Druck von Teilen gibt es Hürden für den Einsatz: Zum einen sei das nur sinnvoll, wenn es Medizintechnikhersteller gebe, die Kapazität für die Produktion, aber Lücken in der Lieferkette hätten, die man mit gedruckten Teilen auffüllen könne, sagte Kuczaty. Zum anderen müssten die Medizintechnik-Unternehmen ihre Daten freigeben, wie Haeffs sagte. "Da sind die Hemmschwellen sehr hoch." Schließlich wollten die Unternehmen nicht potenzielle Konkurrenten mit Wissen versorgen.

Mehrere branchenfremde Unternehmen prüfen gerade einen solchen Einsatz von 3D-Druckern - unter anderem auch Volkswagen , wie ein Sprecher bestätigte. Doch auch er verwies auf hygienische Standards, Materialien, Anforderungen und dass man die Blaupausen brauchen würde.

Ob es zum 3D-Druck kommt, dürfte unter anderem eine Frage der Notwendigkeit werden, sagte Haeffs. "Wenn der Druck hoch genug wird, aus politischer oder gesellschaftlicher Sicht, dann fallen diese Schranken vielleicht." Noch sei die Not dafür aber offenbar nicht groß genug.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

VW-Verkäufe in USA brechen wegen Corona-Pandemie ein. Die Händler verkauften 75 075 Autos und damit 13 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch in Herndon (Virginia) mitteilte. HERNDON - Der Autobauer Volkswagen hat den Ausbruch des Coronavirus bei den Verkaufzahlen des ersten Quartals auf dem US-Markt deutlich zu spüren bekommen. (Boerse, 01.04.2020 - 19:53) weiterlesen...

VW-Verkäufe in USA brechen wegen Corona-Pandemie ein. Die Händler verkauften mit 75 075 Autos 13 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch in Herndon (Virginia) mitteilte. Die Entwicklung bis Februar sei herausragend gewesen, sagte Vertriebsmanager Duncan Movassaghi. Der Fokus liege in dieser Krise nun auf größtmöglicher Stabilität für Kunden, Mitarbeiter und Händler. Von Januar bis Februar stiegen die Verkäufe um 9,4 Prozent, bis sie im März wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 um 42 Prozent einbrachen. Auch in den USA stehen mittlerweile Autofabriken still, Händler haben geschlossen. HERNDON - Der Autobauer Volkswagen hat den Ausbruch des Coronavirus bei den Verkaufzahlen des ersten Quartals auf dem US-Markt deutlich zu spüren bekommen. (Boerse, 01.04.2020 - 19:35) weiterlesen...

US-Absatz von VW-Tochter Porsche bricht im ersten Quartal ein. Die 192 Händler im Land verkauften mit 11 994 Autos 20,2 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch in Atlanta (Georgia) mitteilte. Wie in Europa haben auch in den USA viele Händler wegen der Virus-Krise geschlossen. Trotz der kurzfristigen Unsicherheit wolle Porsche allen Mitarbeitern und Kunden Sicherheit und Hilferstellung bieten, sagte US-Chef Klaus Zellmer. Das werde Porsche auch darauf vorbereiten, umso energischer zurückzukommen, wenn die Zeit dafür komme. ATLANTA - Die VW-Tochter Porsche hat im ersten Quartal angesichts der Coronavirus-Pandemie deutlich weniger Autos in den USA verkauft. (Boerse, 01.04.2020 - 15:54) weiterlesen...

Lamborghini-Schutzmasken für Klinik in Bologna. Im Werk in Sant'Agata Bolognese machen Spezialisten aus der Sattlerei, "die normalerweise für die Innenausstattung und Personalisierung der Lamborghini Supersportwagen verantwortlich zeichnen", nun rund 1000 Masken pro Tag, wie die italienische Audi -Tochter am Mittwoch mitteilte. Zudem würden täglich 200 medizinische Gesichtsschutz-Visiere aus Polycarbonat gefertigt, "wobei 3D-Drucker aus der Carbonfertigung und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zum Einsatz kommen". Die Masken und Visiere bekomme die Poliklinik S. Orsola-Malpighi in Bologna. Lamborghini hatte im vergangenen Jahr 8205 Autos verkauft und 1,8 Milliarden Euro eingenommen. SANT'AGATA BOLOGNESE/INGOLSTADT - Lamborghini produziert vorübergehend Schutzmasken statt Sportwagen. (Boerse, 01.04.2020 - 14:09) weiterlesen...

VIRUS/Audi unterstützt Kliniken und Heime. Das Geld fließe zusätzlich zu den 600 000 Euro, die Audi am Montag an Kliniken in Ingolstadt und Heilbronn gegeben habe, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Außerdem meldeten sich immer mehr Mitarbeiter als freiwillige Helfer. INGOLSTADT/NECKARSULM - Der Autobauer Audi will Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialeinrichtungen mit fünf Millionen Euro Soforthilfe unterstützen. (Boerse, 01.04.2020 - 12:48) weiterlesen...

VIRUS: VW-Tochter Seat startet Produktion von Beatmungsgeräten in Spanien. Im Hauptwerk Martorell bei Barcelona sei die Produktion angelaufen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. 150 Beschäftigte nutzten eine Montagelinie für den Seat Leon zur Serienfertigung der Geräte. Dafür seien größere Umrüstungen nötig gewesen. Man wolle einen "Beitrag zur Entlastung des von der Coronavirus-Krise schwer getroffenen spanischen Gesundheitssystems leisten", hieß es. Die Zulassung der Geräte stehe aber noch aus. Spanien ist nach Italien das derzeit von der Pandemie am stärksten betroffene Land in Europa. MARTORELL/WOLFSBURG - Die spanische VW -Tochter Seat hat mit der Herstellung von Beatmungsgeräten begonnen. (Boerse, 01.04.2020 - 11:24) weiterlesen...