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MUNICH RE, DE0008430026

MÜNCHEN - Die Corona-Krise hat bei dem Rückversicherer Munich Re Anfang 2021 deutlich geringere Spuren hinterlassen als im Jahr zuvor.

06.05.2021 - 12:03:28

Impferfolge und Preiserhöhungen machen Munich Re Mut. Finanzvorstand Christoph Jurecka sieht den Konzern nach dem ersten Quartal nun auf "sehr gutem Weg" zu dem angepeilten Jahresgewinn von 2,8 Milliarden Euro. Mut machen dem Management die Fortschritte bei den Impfkampagnen - auch weil in den USA zuletzt deutlich weniger Menschen an Covid-19 starben als im Winter. Zudem konnte die Munich Re weitere Preiserhöhungen im Schaden- und Unfallgeschäft durchsetzen und rechnet in diesem Jahr daher mit einem stärkeren Anstieg der Beitragseinnahmen.

am Mittwoch von einer Preiserhöhung um fünf Prozent berichtet.

Rückversicherer verhandeln ihre Verträge mit Erstversicherern wie Allianz und Axa im Schaden- und Unfallgeschäft jedes Jahr neu - den Großteil davon zum Jahreswechsel. Bestimmte Weltregionen und Geschäftsfelder sind zu anderen Stichtagen an der Reihe - zuletzt etwa Teile Asiens. Dabei seien die Preise für Rückversicherungsschutz in Japan teilweise deutlich gestiegen, berichtete die Munich Re. In anderen Regionen wie Europa, wo es geringere Schäden gegeben habe, seien die Erhöhungen nur gering ausgefallen.

Im ersten Quartal verdiente die Munich Re 589 Millionen Euro, nachdem der Gewinn ein Jahr zuvor wegen der Schäden durch die Corona-Pandemie auf 221 Millionen Euro abgesackt war. Allerdings fiel das Ergebnis nun etwas niedriger aus, als der Konzern im April in Aussicht gestellt hatte. Die Prämieneinnahmen stiegen konzernweit um zwei Prozent auf knapp 14,6 Milliarden Euro.

Diesmal kamen Naturkatastrophen den Rückversicherer teurer zu stehen als die Folgen der Pandemie. Allein wegen des heftigen Kälteeinbruchs in den USA verbuchte die Munich Re im ersten Quartal eine Belastung von 450 Millionen Euro. Die Corona-Pandemie schlug in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung mit 100 Millionen Euro negativ zu Buche - vor allem durch den Ausfall von Großveranstaltungen.

In der Lebens- und Kranken-Rückversicherung fiel im Zusammenhang mit der Pandemie eine Belastung von 167 Millionen Euro an. So zahlen Versicherer im Mortalitätsgeschäft in den USA am Ende auf jeden Fall die zugesagte Leistung aus. Wie andere Rückversicherer hat auch die Munich Re solche Risiken von Erstversicherern rückversichert. Wenn in kurzer Zeit deutlich mehr Menschen sterben als üblich, sprengt dies die Kalkulation. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in den Vereinigten Staaten bisher mehr als 579 000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Unterdessen reichten die Beiträge in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung der Munich Re diesmal aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken. So blieb die kombinierte Schaden-Kosten-Quote mit 98,9 Prozent unterhalb der kritischen 100-Prozent-Marke, nachdem sie ein Jahr zuvor mit 106 Prozent klar im roten Bereich gelegen hatte.

Gut lief es zudem bei der Erstversicherungstochter Ergo, die lange als Sorgenkind des Konzerns gegolten hatte. Mit 178 Millionen Euro verdiente das Düsseldorfer Unternehmen zweieinhalbmal so viel wie ein Jahr zuvor.

Wie teuer die Blockade des Suezkanals durch den havarierten Frachter "Ever Given" die Munich Re zu stehen kommt, konnte Jurecka nach eigenen Angaben noch nicht beziffern. Er rechne aber nicht damit, dass der Fall die Munich Re mehr als zehn Millionen Euro koste, sagte er. Der Einsturz einer Metro-Brücke in Mexiko in dieser Woche liege hingegen noch zu kurz zurück, um den Schaden einschätzen zu können.

@ dpa.de