Transport, Verkehr

MÜNCHEN - Deutsche Pendler stehen wieder deutlich mehr im Stau.

07.12.2021 - 07:20:04

Pendler stehen wieder mehr im Stau - Münchner am stärksten betroffen. Eine Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix ergab in den untersuchten deutschen Städten hochgerechnet 40 Stunden Zeitverlust für typische Auto-Pendler im Jahr 2021. Das sind 14 Stunden mehr als 2020, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Vergangenes Jahr hatte Corona die Pendlerströme ausgebremst, jetzt hat der Verkehr wieder zugenommen und der Zeitverlust ist wieder fast so hoch wie vor der Pandemie. 2019 waren es im Schnitt 46 Stunden.

Mit Abstand am schlimmsten trifft es die autofahrenden Pendler in München: Im Schnitt 79 Stunden verloren sie aufs Jahr hochgerechnet durch Staus auf dem Weg zur Arbeit - mehr als drei Tage. Allerdings sind das immer noch sieben Stunden weniger als vor Corona. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 65 Stunden. Hier fehlt nur eine Stunde zum Vorkrisenstau.

Ab dem von Hamburg mit 47 Stunden belegten Platz drei werden die Abstände dann allerdings deutlich geringer. Auf den Rängen vier bis zehn folgen Potsdam (46 Stunden), Pforzheim (44), Düsseldorf (43), Köln (42) sowie Nürnberg, Dresden und Münster mit je 41 Stunden Zeitverlust.

Einige Städte weisen dabei massive Anstiege auch zur Vor-Corona-Zeit auf. In Potsdam und Dresden beträgt er fast ein Drittel - laut Inrix geht das Plus in beiden Städten wohl unter anderem auf größere Baustellen zurück.

Im internationalen Vergleich kommen die deutschen Autofahrer damit allerdings noch recht glimpflich davon: Für die Stauhauptstadt London errechnete Inrix einen Zeitverlust von 148 Stunden - mehr als sechs Tage. Dahinter folgen Paris mit 140 und Brüssel mit 134 Stunden. Insbesondere in Europa haben sich die Staus der Studie zufolge wieder verschärft. In den USA sei der Verkehr dagegen im Vergleich zu 2019 deutlich flüssiger geblieben.

Inrix verkauft Verkehrsanalysen und Dienstleistungen für vernetzte Autos an Verwaltungen und Unternehmen. Je größer die Stauprobleme erscheinen, desto besser sind seine Geschäftsaussichten. Das Unternehmen ist nicht das einzige, das Studien zum Thema veröffentlicht. So hat der ADAC zuletzt bereits in seiner Sommer-Stauanalyse für den Verkehr auf Autobahnen einen massiven Anstieg der Staus festgestellt. Eine Jahresbilanz des Verkehrsclubs für 2021 liegt noch nicht vor - ebenso beim Karten-Spezialisten TomTom, der in der Vergangenheit häufiger abweichende Rankings veröffentlichte.

Verkehrsexperten sehen solche Rankings mit gemischten Gefühlen: Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, findet die gängigen Stau-Rankings grundsätzlich "ein Stück weit problematisch", weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. "Die Topographie, die Verkehrsnetzstruktur und vor allem die Pendlerverflechtungen der betrachteten Städte sind nur bedingt vergleichbar", sagt er. Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise. "Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste. Darunter sind die Staaten, in denen sich die Omikron-Variante des Virus im November zuerst ausgebreitet hatte, unter anderem Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mit. BERLIN - Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. (Boerse, 28.01.2022 - 17:05) weiterlesen...

Kriegsgefahr: EU und USA rüsten sich für mögliche Versorgungsschocks. Ziel sei es, für die Bevölkerung und Unternehmen in der EU und ihre Nachbarländer eine zuverlässige und erschwingliche Versorgung sicherzustellen, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden. Somit sollen "Versorgungsschocks" vermieden werden, die sich etwa durch eine russische Invasion in der Ukraine ergeben könnten. BRÜSSEL/WASHINGTON - Die EU und die USA wollen angesichts der Kriegsgefahr in Osteuropa ihre Zusammenarbeit im Energiebereich ausbauen. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 16:55) weiterlesen...

Söder plädiert für höhere Lkw-Maut auf Brenner-Route. Ein Problem auf der Brenner-Route seien die "relativ niedrigen Mautgebühren", heißt es in einem Brief Söders an den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). "Dies führt dazu, dass Lkw-Fahrer aus den Niederlanden und dem Westen Deutschlands statt der deutlich kürzeren Gotthard-Route einen langen Umweg über den Brenner wählen und damit nicht nur den Alpenpass selbst, sondern auch die ohnehin stark belasteten Autobahnen in Bayern zusätzlich beanspruchen." Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor - als erstes hatte der "Münchner Merkur" darüber berichtet. MÜNCHEN - Um den Lkw-Verkehr über den Brenner einzudämmen und den Lkw-Dauerstreit mit Tirol zu befrieden, schlägt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) höhere Mautgebühren vor. (Boerse, 28.01.2022 - 16:48) weiterlesen...

Bahn prüft Kosten für Stuttgart 21 - Hermann: Der Kostendeckel gilt. Eine Sprecherin sagte am Freitag in Berlin, derzeit laufe eine Kostenüberprüfung des Projektes, die nicht abgeschlossen sei und deren Ergebnis abgewartet werden müsse. In Medienberichten wird über Kosten von inzwischen mehr als 9 Milliarden Euro spekuliert. Nach bisherigen Plänen kostet der Umbau des Hauptbahnhofs in Stuttgart samt Anschluss im Bereich Fildern (S21) 8,2 Milliarden Euro. BERLIN/STUTTGART - Die Deutsche Bahn will bis zum Frühjahr Klarheit über mögliche Mehrkosten beim Bahnprojekt Stuttgart 21 schaffen. (Boerse, 28.01.2022 - 15:45) weiterlesen...

WDH/ROUNDUP: Exporte nach Großbritannien nach endgültigem Bruch mit EU gesunken. Satz, Erläuterung Übergangsphase im 4. (Einordnung endgültiger Bruch im 1. (Wirtschaft, 28.01.2022 - 15:20) weiterlesen...

Flughäfen Stuttgart und Karlsruhe mit optimistischem Ausblick (Boerse, 28.01.2022 - 15:07) weiterlesen...