Scout24, DE000A12DM80

MÜNCHEN - Der Wohnungsmarkt boomt, der Gebrauchtwagenhandel brummt und dem Marktplatzbetreiber Scout24 gibt das kräftig Aufwind.

07.11.2018 - 11:54:24

Scout24 wächst kräftig und bestätigt Ziele - Aktie startet Erholung. Mit seinen Onlineportalen Immobilienscout24 und Autoscout24 hat das Unternehmen im dritten Quartal ordentlich zugelegt. Vor allem der Ausblick überzeugt Analysten und beflügelt die Scout24-Aktie.

Am späten Vormittag legte die Aktie in der Spitze über 8 Prozent auf rund 38 Euro zu und war damit zweitstärkster Wert im MDax . Die Erwartungen der Analysten wurden sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn (Ebitda) übertroffen. Wie erwartet sei die Entwicklung von Scout24 über alle Bereiche hinweg robust ausgefallen, heißt es von den Experten von JPMorgan. Und am wichtigsten sei die Bestätigung des Ausblicks für das Gesamtjahr.

"Wir bewegen uns im zweistelligen Wachstumsbereich und gehen weiterhin davon aus, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr 2018 erfüllen", sagte Finanzchef Christian Gisy laut Mitteilung. Vor gut drei Monaten hatte Scout24 das Onlineportal Finanzcheck.de übernommen und setzt damit auf Synergien bei Verbraucherkrediten für Immobilien- und Autokäufe auf den anderen Plattformen. Finanzcheck.de werde dem Konzern dabei helfen seine "Vision zu verwirklichen" und im Bereich Consumer Services weiter zuzulegen. Außerdem sieht Scout24 eine verlässliche Grundlage für weiteres Wachstum bei Immobilienscout24 und Autoscout24.

Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitrum aus eigener Kraft um 10,8 Prozent auf 131,3 Millionen Euro, wie Scout24 am Mittwoch in München mitteilte. Unter Einbezug von Finanzcheck.de legte der Umsatz sogar um 13,6 Prozent auf 134,6 Millionen Euro zu. Das Ebitda stieg mit 75,1 Millionen Euro (62,7 VJ) im dritten Quartal ebenfalls stark.

Nach einem Kursrutsch im Oktober beginnt die Scout24-Aktie ihren Erholungskurs. Mögliche Gesetzesänderungen bei Immobilienkäufen hatten die Anleger damals verschreckt. So könnte die Bundesregierung das sogenannte Bestellerprinzip bei Mietobjekten auch auf Haus- und Wohnungskäufe ausweiten. Dann müsste der Besitzer für den von ihm bestellten Makler zahlen, nicht wie bisher der Käufer. Analysten befürchten in der Folge weniger Makleranzeigen bei Immobilienscout24 und folglich geringeres Wachstum. Eine Befürchtung, die heute augenscheinlich in den Hintergrund geriet.

Zu Beginn des nächsten Jahres wird Scout24 mit Tobias Hartmann einen neuen Chef bekommen. Hartmann kommt von HelloFresh, wo er bisher als Nordamerika-Chef tätig war. Auch der Abgang des bisherigen Chefs Gregory Ellis aus persönlichen Gründen hatte bei Scout24 für Unruhe gesorgt.

@ dpa.de