Osram, DE000LED4000

MÜNCHEN - Der Lichtkonzern Osram will durch die Neuaufstellung mittelfristig wieder stärker wachsen.

07.11.2018 - 10:20:42

Osram will mittelfristig wieder stärker wachsen - 5-Milliarden-Ziel verschoben. Bis 2022/23 strebt der Konzern ein jährliches Umsatzplus im mittleren einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich an, kündigte Vorstandschef Olaf Berlien am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München an. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) soll wieder über 15 Prozent liegen. Dabei geht Osram von stabilen Wechselkursen aus.

Bis 2022/23 strebt der Konzern ein jährliches Umsatzplus im mittleren einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich an, kündigte Vorstandschef Olaf Berlien am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München an. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) soll wieder über 15 Prozent liegen. Dabei geht Osram von stabilen Wechselkursen aus.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Osram ein vergleichbares Umsatzwachstum von lediglich 2 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro erreicht, die Marge war bereinigt von 16,8 auf 14,7 Prozent gesunken. Unter dem Strich verdiente der Konzern mit 142 Millionen Euro fast die Hälfte weniger. Im Schlussquartal fiel wegen der Kosten für das laufende Sparprogramm sogar ein Verlust von 5 Millionen Euro an. Trotzdem will Osram eine unveränderte Dividende von 1,11 Euro je Aktie zahlen. Berlien kündigte zudem an, trotz der Neuausrichtung die "Dividendenkontinuität" beibehalten zu wollen.

Osram hatte wegen einer zurückhaltenden Nachfrage aus der Automobilindustrie, schwacher Geschäfte in der Beleuchtungssparte sowie Projektverschiebungen im Smartphone-Bereich bereits Ende Juni die Prognose gesenkt. Es war das zweite Mal in dem Geschäftsjahr. Das Unternehmen hatte daraufhin weitere Einsparungen angekündigt, etwa in der Verwaltung. Auch im Einkauf und bei der Forschung will Osram die Effizienz steigern.

Für das neue Jahr hat Osram zurückhaltende Ziele ausgegeben - die bereinigte operative Marge dürfte weiter auf 12 bis 14 Prozent sinken. Der vergleichbare Umsatz dürfte stabil bleiben oder moderat um bis zu 3 Prozent wachsen. Die Prognose bezieht sich dabei noch auf die alte Struktur.

Von früheren Mittelfristzielen, etwa bis 2020 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro zu erreichen, nahm der Osram-Chef Abstand. Zwar wird diese Marke weiterhin angestrebt, jedoch auf "später" verschoben. Berlien begründete dies zum einen mit der neuen Organisation, zum anderen mit den veränderten Marktbedingungen, vor allem in der derzeit schwächelnden Automobilindustrie.

Der Ausblick für 2018/19 belastete die Aktie am Vormittag, sie gab um mehr als 3 Prozent nach. Die Prognose liege unter der durchschnittlichen Marktschätzung, erklärte Commerzbank-Analyst Sebatian Growe, der die Aktie von "Buy" auf "Hold" herunter stufte. Zudem dauere der Umbau des Lichttechnikkonzerns länger als gedacht. Auch Metzler-Experte Guido Hoymann stufte den Jahresausblick in einer ersten Einschätzung als "recht schwach" ein.

Ab dem neuen Geschäftsjahr 2018/19 soll drei Geschäftsbereiche mit einem anderen Zuschnitt als bisher geben: Das Geschäft mit der Automobilindustrie wird ebenso zu einem Bereich zusammengefasst wie das mit der Digitalisierung. Die LED-Halbleitersparte Opto Semiconductors bleibt. Das Leuchtengeschäft sowie das US-Servicegeschäft sollen weiterhin verkauft werden.

Osram wolle sich dabei von einem Lichthersteller zu einem "Anbieter von Lösungen" entwickeln, sagte Berlien. Die Photonik biete neue Anwendungsmöglichkeiten abseits der klassischen Beleuchtung. Als Beispiele nannte er Sensorik oder Visualisierung. Dies eröffne neue Wachstumsfelder, etwa in der Industrie oder der Unterhaltungselektronik. Die Abhängigkeit vom Autogeschäft soll verringert werden. Derzeit macht das Geschäft rund die Hälfte des Umsatzes aus. Mittelfristig strebt Osram jeweils ein Drittel Umsatz in den Bereichen Auto, Industrie sowie Mobil- und Gebäudeinfrastruktur an.

Für die Sparten gab sich der Konzern ebenfalls neue Ziele. Die Autosparte soll zwischen 2020 und 2023 durchschnittlich um 3 bis 7 Prozent wachsen und eine bereinigte Ebitda-Marge von 9 bis 11 Prozent erreichen. Das Digitalgeschäft soll um 3 bis 8 Prozent zulegen bei einer Marge von 5 bis 10 Prozent. Langfristig sieht Berlien hier deutliches Wachstumspotenzial, mit einem erwarteten Umsatzplus von mehr als 10 Prozent und einer Rendite über 10 Prozent. Opto Semi soll über den Zyklus ein Umsatzplus von rund 10 Prozent und eine bereinigte Ebitda-Marge von 23 bis 29 Prozent erreichen.

@ dpa.de