BMW, DE0005190003

MÜNCHEN - Der Autobauer BMW hat zu Jahresbeginn neben einem hohen Sonderbuchgewinn auch im Tagesgeschäft kräftig zulegen können.

05.05.2022 - 10:20:28

BMW verdient im Tagesgeschäft mehr als erwartet - Aktie zieht an. Den Münchenern spielten dabei wie auch den Konkurrenten höhere Preise und der Trend hin zu teureren Autos in die Karten. Auch an der Gebrauchtwagen-Vermarktung von Leasing-Rückläufern verdient BMW nach wie vor spürbar besser. Das Management um Chef Oliver Zipse bestätigte daher die Jahresprognose, auch wenn der Konzern infolge des Ukraine-Kriegs weiter eine angespannte Situation auf den Rohstoffmärkten mit starken Preisschwankungen erwartet und Linderung beim Chipmangel erst in der zweiten Jahreshälfte kommen dürfte.

notierte BMW-Aktie legte nach dem Handelsstart in einem starken Markt um bis zu 4,44 Prozent zu, konnte die Gewinne aber nicht ganz halten. Zuletzt lag das Papier zwei Prozent auf 81,06 Euro im Plus. Damit schickt sich die Aktie an, einen guten Teil des bisher in diesem Jahr aufgelaufenen Kursverlusts wieder wettzumachen. Die Aktie war in diesem Jahr zwischenzeitlich auch schon einmal mehr als 100 Euro wert. Goldman-Sachs-Analyst George Galliers sprach von einer starken Entwicklung der Finanzdienstleistungssparte, die vorwiegend für die deutlich übertroffenen Markterwartungen beim operativen Ergebnis gesorgt habe.

BMW hatte im Februar die lange angekündigte Mehrheitsübernahme von BBA in trockene Tücher gebracht. Weil das Unternehmen die bisher schon gehaltenen Anteile nun höher bewerten kann, sorgt das für einen Sonderertrag im Finanzergebnis von vorläufig 7,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich stieg der Nettoüberschuss so auf fast 10,2 Milliarden Euro, das war mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr. In China zählen jetzt rund 23 000 Mitarbeiter zu BMW.

Auch beim Umsatz machten sich die jetzt in der Bilanz hinzugerechneten Konzernteile in China bemerkbar. Auf Konzernebene legte der Erlös um rund 16 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro zu. Auch ohne die neu hinzukommenden Umsätze aus der Volksrepublik wäre er um rund vier Prozent gestiegen. Dank der finanziellen Mittel auf den Konten von BBA konnte BMW auch einen hohen positiven Mittelzufluss im Automobilgeschäft (Free Cashflow) von 4,8 Milliarden Euro präsentieren - ohne die gut 5 Milliarden aus China wäre aber Geld abgeflossen.

Gute Geschäfte machten die Bayern weiter mit ihren Finanzdienstleistungen. Zwar wurden wegen des eingeschränkten Neuwagenangebots deutlich weniger neue Finanzierungs- und Leasingverträge abgeschlossen als noch vor einem Jahr. Denn BMW lieferte im ersten Quartal trotz der starken Steigerungen bei elektrifizierten Autos insgesamt 596 907 Autos aus und damit 6,2 Prozent weniger.

Allerdings stiegen die Erlöse aus dem Verkauf von Leasing-Rückläufern. Vor allem in den USA und in Großbritannien verdiente BMW daran kräftig. Standardmäßig ist ein großer Teil der Neuwagenverkäufe bei BMW verleast oder finanziert, im ersten Quartal lag der Anteil bei knapp 47 Prozent, vor einem Jahr stand er bei gut der Hälfte noch darüber.

BMW steckt aktuell weiter viel Geld in den Hochlauf des Elektroangebots und in neue Modelle. Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen legten um gut 8 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu. Dabei fielen auch schon Vorleistungen an für die ab Mitte des Jahrzehnts geplante vollelektrische Modellarchitektur "Neue Klasse".

2025 will BMW insgesamt mehr als zwei Millionen vollelektrische Fahrzeuge verkauft haben, bereits in diesem Jahr sollen inklusive Vorserienfahrzeugen 15 vollelektrische Modelle vom Band laufen. Mindestens zehn Prozent der Verkäufe sollen nur noch mit Elektromotoren angetrieben werden.

Die Lage an den Rohstoffmärkten bezeichnete das Unternehmen auch infolge des Ukraine-Kriegs weiterhin als schwankungsanfällig und angespannt. Auch die Energiepreise dürften sich weiter auf einem hohen Niveau bewegen. Erste Belastungen habe das Unternehmen bereits berücksichtigt, hieß es. BMW rechnet dieses Jahr mit Auto-Auslieferungen auf dem Niveau des Vorjahres (2,5 Mio Autos). Die Marge in der Sparte soll weiter 7 bis 9 Prozent erreichen.

@ dpa.de