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MÜNCHEN - Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm plädiert für eine länderübergreifende gemeinsame Plattform von Sendern und Verlagen.

12.06.2018 - 06:05:24

ARD-Vorsitzender Wilhelm plädiert für eine europäische Plattform. "Deutschland und Frankreich sollten die Initiatoren sein, die das Projekt voranbringen, wie einst Airbus als europäische Antwort auf Boeing", erklärte Wilhelm am Dienstag. "Das ist ein Vorhaben, das zu unseren europäischen Werten passt.

Nach Vorstellung des ARD-Vorsitzenden können sich daran die Öffentlich-Rechtlichen, die privaten Rundfunkanbieter, Verlage, aber auch Institutionen aus Wissenschaft und Kultur wie Universitäten, Theater, Museen und andere beteiligen. "Der Mehrwert bestünde zum einen in gemeinsamer Reichweite und der Freiheit, vielfältige Erlösmodelle zu realisieren - das wäre für die werbetreibenden privaten Anbieter zentral", erklärte Wilhelm, der am Mittwoch (13. Juni) Gespräche zu den Plattform-Plänen in Paris führen will. "Zum anderen wären die Nutzer sicher, dass sie dort Qualitäts-Inhalte bekommen. Außerdem behielten wir die Souveränität über die Daten."

Das Internet und damit die Verbreitung von journalistischen Inhalten werde seit mehr als einem Jahrzehnt von nur noch wenigen Anbietern wie Youtube, Facebook und Amazon dominiert, warnte Wilhelm. "Für unsere Gesellschaft in Europa und die Demokratie ist das insofern problematisch, als die Relevanz und Sichtbarkeit der Inhalte über Algorithmen gesteuert werden und wir in Europa die Kontrolle über diese steuernden Algorithmen verloren, ja komplett an private US-Firmen abgegeben haben", so der ARD-Vorsitzende.

@ dpa.de

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