Ihr Broker

  • DAX 0,70
  • EUR/USD 0,50
  • GOLD 0,30

Nur Spreads

Keine Kommission

Jetzt registrieren

CFDs sind komplexe Instrumente und umfassen aufgrund der Hebelfinanzierung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren.

VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

MÜNCHEN / BERLIN - Im jahrelangen Zwist um das Milliardengeschäft mit Autoreparaturen und -dienstleistungen wittert ein Bündnis von Versicherern, freien Werkstätten, TÜV und Teilehändlern Morgenluft.

11.03.2021 - 11:11:03

Zwang zur Datenteilung? - Autoindustrie in Sorge. Sie alle erhoffen besseren und schnelleren Zugriff auf Autodaten. Anlass sind die geplanten Regelungen zu Datenteilung und -management in Brüssel und Berlin. Die EU will in diesem Jahr ihren "Data Governance Act" vorlegen. Das Bundesforschungsministerium will im November den Ideenwettbewerb für künftige Datentreuhänder starten, wie eine Sprecherin sagte. Derzeit läuft die Ausschreibung.

betont, dass er bei Unfällen vor allem ungehinderte Ursachenforschung betreiben - und beim Datenzugriff nicht vom Hersteller abhängig sein wolle. Einen wichtigen Anwendungsbereich für einen Datentreuhänder sieht die Allianz im Rahmen der Aufklärung von Unfällen mit hoch- und vollautomatisiert fahrenden Fahrzeugen, wie Jochen Haug, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland sagt.

"Die Aufklärung der Unfallursache ist für die Allianz von erheblicher Bedeutung, da wir im Schadenfall feststellen können müssen, ob unser Kunde für den Unfall verantwortlich ist." Das Argument der Allianz: Wenn nicht geklärt ist, wer oder was einen Unfall verursacht hat, kann der Schaden auch nicht reguliert werden.

Der Ideenwettbewerb des Forschungsministeriums bedeutet nicht, dass am Ende gleich Treuhänder gekürt würden, die über die Teilung von Auto- und sonstigen Daten wachen. Im ersten Schritt geht es darum, wie Treuhänder arbeiten könnten.

Dem TÜV ist der Bund zu langsam. "Eine schnellere Regulierung wäre essenziell", sagt Richard Goebelt, Leiter des Geschäftsbereichs Mobilität beim Verband VdTÜV. "Da spielt ein Datentreuhänder natürlich eine riesengroße Rolle, bei dem Daten hochsicher abgelegt werden könnten, um Unfälle aufzuklären. Es würde Missbrauch Tür und Tor öffnen, wenn die Hersteller bestimmen, welche Daten Aufklärung von Unfällen freigegeben werden oder nicht."

Dabei geht es um die Frage, ob Hersteller versucht sein könnten, technische Mängel der Autos zu verschleiern: "Wenn ein Fehler am Fahrzeugsystem für den Unfall verantwortlich ist, zahlen wir zwar an den Geschädigten, nehmen dann aber beim Hersteller Regress, und der Schadenfreiheitsrabatt unseres Kunden wird nicht belastet", so Allianz-Vorstand Haug.

"Das ist kein Thema, das nur die Herstellerseite angeht", meint auch ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze. "Der Auto-Besitzer weiß nicht einmal, welche Daten gesammelt, gespeichert und übermittelt werden. Das ist aus Sicht des Verbraucherschutzes nicht akzeptabel."

Allerdings ist der ADAC keine Bürgerrechtsvereinigung und verfolgt selbst kommerzielle Interessen. Aus den Daten ergebe sich eine Vielzahl digitaler Geschäftsmodelle, sagt Schulze - "so dass der bevorzugte Zugang der Hersteller andere Marktteilnehmer erheblich benachteiligt - etwa freie Werkstätten, unabhängige Prüfdienste, aber auch Automobilclubs."

Autoteilehandel und Werkstätten geht es um Reparaturaufträge. Hersteller hätten früh "begonnen, die von ihnen produzierten Fahrzeuge mit Telematiksystemen auszustatten, mit denen sie exklusiv kommunizieren", sagt ein Sprecher des Gesamtverbands Autoteile-Handel (GVA). "Damit besteht die Gefahr, dass unabhängige Marktakteure ihre Diagnose-, Reparatur- und Wartungsleistungen für ein Fahrzeug nicht gleichberechtigt, das heißt, zu fairen Wettbewerbsbedingungen durchführen können und so vom Kfz-Servicemarkt verdrängt werden."

Eine Hauptfrage ist also, wer Autobesitzer in welche Werkstätten lenken darf und kann. Die Hersteller haben Vertragswerkstätten, ebenso die Versicherer, daneben gibt es ungebundene Werkstätten ebenso wie Reparaturketten, die mit Autoteilehändlern kooperieren.

Die Autohersteller hingegen fürchten eine Situation, in der sie Autos und Software zuerst für viel Geld entwickeln, um anschließend die Früchte ihrer Arbeit mit unwillkommenen Nutznießern teilen zu müssen. Diese Sorge treibt nicht nur die Autobranche um, auch der Digitalverband Bitkom hat vor exzessivem Zwang zur Datenteilung gewarnt. Wer seine Innovationen mit Wettbewerbern teilen muss, hat wenig von seiner Erfindung - und damit sinkt die Motivation, überhaupt noch etwas zu erfinden.

Wie Allianz, ADAC und VdTÜV argumentiert der Verband der Autoindustrie (VDA) mit öffentlichem Interesse: der Sicherheit. "Dabei gilt es, sowohl die Fahrzeug- und Nutzerdaten gegen unautorisierte Zugriffe als auch jegliche Fahrzeugfunktionen gegen Manipulation zu schützen", heißt es beim VDA. Das bezieht sich darauf, dass die Sicherheit leiden könnte, wenn Fahrzeugdaten auf externen Servern liegen, die für viele Interessenten zugänglich sind.

Autoteilehändler und Werkstätten fürchten jedenfalls, dass ihnen im ungünstigen Fall die Felle davonschwimmen könnten, mit oder ohne Treuhänder und Datenteilung. "Wenn sensor-/fahrzeuggenerierte Daten dem Fahrzeughersteller übermittelt werden, der mögliche Wartungs- und Reparaturarbeiten in seinem Vertragsnetz halten will, wird er diese Informationen zuerst auswerten", heißt es beim GVA.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Chinesischer Automarkt zieht weiter an. Im April legten die Verkäufe um 12,4 Prozent auf 1,64 Millionen Fahrzeuge zu, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Dienstag in Peking mitteilte. Im Vorjahr hatte der Ausbruch der Covid-19-Pandemie den chinesischen Automarkt vor allem in den ersten drei Jahresmonaten belastet, im April 2020 war das Minus mit 5,5 Prozent schon deutlich weniger stark ausgefallen. Der PCA misst den Verkauf von Pkw, SUV, Minivans und kleineren Mehrzweckfahrzeugen an die Endkunden. Für die deutschen Autokonzerne Volkswagen , Daimler und BMW ist China der wichtigste Einzelmarkt. PEKING - Der chinesische Pkw-Markt befindet sich weiter im Aufwind. (Boerse, 11.05.2021 - 08:42) weiterlesen...

KORREKTUR: Branche: Ladesäulenausbau hält mit E-Auto-Boom nicht Schritt (Im 2. (Boerse, 10.05.2021 - 10:48) weiterlesen...

Branche: Ladesäulenausbau hält mit E-Auto-Boom nicht Schritt. Mussten sich vor einem halben Jahr rechnerisch bundesweit noch 13 Autos einen öffentlich zugänglichen Ladepunkt teilen, sind es nun 17, wie der Verband der Automobilindustrie am Montag mitteilte. Hintergrund ist, dass gefördert durch hohe Kaufprämien seit Monaten deutlich mehr Elektroautos auf die Straßen kommen. BERLIN - Für Fahrer von Elektroautos wächst nach einer Branchenerhebung die Konkurrenz um Ladesäulen. (Boerse, 10.05.2021 - 06:05) weiterlesen...

Volkswagen fordert DFB zur Klärung von Führungskrise auf. Autobauer Volkswagen forderte den zerstrittenen Verband zur Beruhigung der Situation auf. "Der DFB leidet gegenwärtig intern unter Machtkämpfen von Funktionären und extern unter einem fortschreitenden Glaubwürdigkeitsverlust", teilte Volkswagen auf Anfrage der "Braunschweiger Zeitung" und "Wolfsburger Nachrichten" mit. "Als langjähriger Partner des DFB haben wir in einem persönlichen Gespräch dazu aufgefordert, die Situation rasch zu klären. WOLFSBURG - Der Deutsche Fußball-Bund gerät in seiner massiven Führungskrise auch durch einen seiner wichtigsten Werbepartner unter Druck. (Boerse, 09.05.2021 - 19:44) weiterlesen...

Presse: Elektroautoprämie stößt auf sehr große Nachfrage. Für die Prämie wurde in den ersten vier Monaten mit knapp einer Milliarde Euro bereits mehr Geld ausgezahlt als 2020 insgesamt, wie die "Rheinische Post" (Samstag) unter Berufung auf Daten des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) berichtete. BERLIN - Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos stößt einem Zeitungsbericht zufolge auf eine rasant steigende Nachfrage. (Wirtschaft, 08.05.2021 - 10:18) weiterlesen...

Chinesischer Automarkt legt im April weiter zu - CAAM-Daten. Der Absatz der Hersteller von Autos und Nutzfahrzeugen an die Händler stieg im Jahresvergleich voraussichtlich um 5 Prozent auf 2,17 Millionen Fahrzeuge, wie der Herstellerverband China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) am Freitag in Peking auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. PEKING - Der für die deutschen Autobauer besonders bedeutende chinesische Automarkt hat seinen positiven Trend im April fortgesetzt. (Boerse, 07.05.2021 - 11:25) weiterlesen...