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MÜLHEIM-KÄRLICH - Am Ende ging es ganz schnell: Der Kühlturm des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich ist Geschichte.

09.08.2019 - 16:40:23

Kühlturm von AKW in Rheinland-Pfalz ist Geschichte. Das einst über 160 und zuletzt noch rund 80 Meter hohe Betonkonstrukt stürzte am Freitag wie geplant in sich zusammen. Zuvor hatten zwei ferngesteuerte Bagger - einer mit einem Meißel und einer mit einer Zange - mehrere von insgesamt 72 Stützen am unteren Ende des Turms weggerissen. In den Tagen zuvor hatten ihn Experten bereits gezielt geschwächt und Schlitze in den Beton gesägt.

baut das Kraftwerk seit 2004 zurück, insgesamt wird das rund eine Milliarde Euro kosten und wohl noch ein ganzes Jahrzehnt dauern. Verantwortlich für die nach August 1987 nur kurze 13-monatige Laufzeit war eine Verfügung des Bundesverwaltungsgerichts, die die Abschaltung zur Folge hatte. Grob gesagt ging es um die Gefahr einer unterirdischen Verwerfungslinie - einer Bruchstelle im Gestein -, die nicht ausreichend berücksichtigt worden war. Offiziell hieß es in der Begründung: Eine Teilgenehmigung des Kraftwerks ist wegen eines Verfahrensfehlers nicht rechtskräftig. Es folgte ein langer Rechtsstreit, der im Jahr 2000 mit dem Beschluss der rot-grünen Bundesregierung zum Ausstieg aus der Kernenergie hinfällig wurde.

Auch an anderen Orten in Deutschland werden AKWs zurückgebaut, Beispiele sind Neckarwestheim bei Heilbronn, Isar I in Essenbach nahe Landshut, das AKW Unterweser nahe Bremerhaven, das im niedersächsischen Stade oder die einst ebenfalls von RWE betriebenen AKWs in Lingen im Emsland sowie im südhessischen Biblis. Bereits bis zur grünen Wiese zurückgebaut sind etwa die Kraftwerke Großwelzheim und Kahl in Unterfranken.

@ dpa.de

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