Transport, Verkehr

MOSKAU - Deutsche Unternehmen in Russland blicken mit Sorge auf eine mögliche Eskalation im Ukraine-Konflikt.

09.12.2021 - 15:50:26

Deutsche Unternehmen in Russland sehen Ukraine-Konflikt mit Sorge. Mit zunehmenden Spannungen wachse auch die Gefahr weiterer Sanktionen gegen Russland, die auch die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen belasten würden, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Oliver Hermes, am Donnerstag. "Insofern sollte es im Interesse aller Beteiligten sein zu deeskalieren", betonte Hermes bei der Vorstellung der neuen Geschäftsklima-Umfrage Russland.

Insgesamt hätten sich die wirtschaftlichen Beziehungen nach dem ersten Corona-Jahr im Jahr 2021 etwas erholt, sagte Hermes. In der Umfrage unter knapp 90 in Russland tätigen deutschen Unternehmen bewerteten 52 Prozent die Entwicklung des Geschäftsklimas als positiv oder leicht positiv. Im Jahr zuvor waren es 12 Prozent gewesen. Für 2022 rechnen demnach 60 Prozent der Befragten mit einer verbesserten Wirtschaftslage.

Als größte Störfaktoren bei ihrer Tätigkeit in Russland nannten die Firmen den schwankenden Rubelkurs, Sanktionen sowie einen hohen bürokratischen Aufwand. Besondere Sorge bereite ein neues russisches Gesetz, das ab dem kommenden Frühjahr alle drei Monate aufwendige medizinische Untersuchungen für Ausländer vorsehe, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp.

Sollten von dem Gesetz, das Ende des Jahres in Kraft tritt, auch Wirtschaftsvertreter betroffen sein, bestehe die Gefahr, "dass sich für Russland wichtige ausländische Manager im großen Stil von Russland abwenden", erklärte Schepp. "Es ist lange her, dass ein einziges Gesetzesvorhaben eine derart große Welle an Unverständnis, Enttäuschung und Empörung unter Tausenden ausländischen Managern ausgelöst hat." Am Freitag wollte die AHK gemeinsam mit anderen Wirtschaftsverbänden einen Brief an die russische Regierung verschicken - mit der Forderung, das Gesetz deutlich abzuschwächen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

GESAMT-ROUNDUP: Türkei bremst Nato aus - Milliarden für Energie-Unabhängigkeit. Die beiden nördlichen EU-Staaten beantragten am Mittwoch offiziell die Mitgliedschaft in dem transatlantischen Bündnis, doch die Türkei blockierte im Nato-Rat zunächst einen schnellen Beginn der Beitrittsgespräche. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte deutlich gemacht, dass er eine Zustimmung von einem Zugehen auf sein Land in Sicherheitsfragen abhängig macht. Die deutsche Unterstützung der Anträge ist dagegen gesetzt: Das Kabinett stimmte der Aufnahme beider Länder in das Verteidigungsbündnis zu. BRÜSSEL - Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine stellt die Türkei die Nato mit ihrem Widerstand gegen die Aufnahme Schwedens und Finnlands in die Militärallianz auf die Probe. (Wirtschaft, 18.05.2022 - 16:52) weiterlesen...

Internationale Verkehrsminister sichern Ukraine Unterstützung zu. Auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig verabschiedeten sie am Mittwoch einen Handlungsaufruf ("Call to Action"). Darin verdammen sie die russische Invasion in der Ukraine und fordern Russland auf, die militärische Aggression sofort zu beenden. Das Weltverkehrsforum (ITF) der OECD solle seine Expertise nutzen, um der Ukraine beim Wiederaufbau ihrer zerstörten Infrastruktur zu helfen. LEIPZIG - Verkehrsminister aus Deutschland, Großbritannien, der USA und weiteren Staaten haben der Ukraine ihre Unterstützung zugesichert. (Boerse, 18.05.2022 - 15:56) weiterlesen...

Pariser Bürgermeisterin will weniger Autos auf Stadtautobahn. Auf der stark befahrenen Périphérique, wie der 35 Kilometer lange Ring genannt wird, solle von den Olympischen Sommerspielen 2024 an eine Fahrspur für Taxis, Busse und Fahrgemeinschaften reserviert werden, kündigte Hidalgo am Mittwoch an. Ab 2030 werde sogar ins Auge gefasst, die Zahl der Fahrstreifen von vier auf drei pro Richtung zu reduzieren. PARIS - Die Pariser Stadtautobahn soll sich nach dem Willen von Bürgermeisterin Anne Hidalgo in eine grüne Lunge mit weniger Fahrspuren und 50 000 neuen Bäumen verwandeln. (Boerse, 18.05.2022 - 15:51) weiterlesen...

Bahnindustrie mit Rekordumsatz - Branche fordert mehr Investitionen. Vor allem dank eines wieder anziehenden Auslandsgeschäfts hat die Industrie im vergangenen Jahr Erlöse in Höhe von knapp 13 Milliarden Euro eingefahren, wie der Verband der Bahnindustrie (VDB) am Mittwoch mitteilte. Das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Auftragsbücher waren so gut gefüllt wie noch nie. BERLIN - Die Bahnindustrie hat die Folgen der Corona-Krise im vergangenen Jahr mit einem Rekordumsatz hinter sich gelassen - doch der Krieg in der Ukraine belastet die Lieferketten und ausbleibende Investitionen gefährden aus Sicht der Branche die Ausbauziele des Bundes. (Boerse, 18.05.2022 - 15:20) weiterlesen...

Bahn erwartet weniger Kunden im Fernverkehr wegen 9-Euro-Ticket. Fernverkehrschef Michael Peterson sagte am Mittwoch, er rechne auf jeden Fall mit Einbußen bei den Buchungen. "Wenn Menschen für neun Euro im Monat quer durch Deutschland fahren können im Regionalverkehr, dann wird das natürlich Nachfrage im Fernverkehr kannibalisieren." In den aktuellen Buchungszahlen zeige sich das aber noch nicht. BERLIN - In den ICE und Intercity der Deutschen Bahn dürften Fahrgäste während der Aktionsmonate des 9-Euro-Tickets mehr Platz finden als zuletzt. (Boerse, 18.05.2022 - 15:19) weiterlesen...

Proteste gegen gestiegene Preise: Bulgarien entlastet Verbraucher. Damit sollen Unternehmer, sozial Schwache, junge Familien mit Kindern und Rentner unterstützt werden, wie Regierungschef Kiril Petkow am Mittwoch vor der Presse erläuterte. Das Paket des ärmsten EU-Landes soll sich auf umgerechnet etwa zwei Milliarden Lewa (rund 1 Mrd. Euro) belaufen. SOFIA - Bulgariens Regierung hat angesichts von Protesten ein Paket zur Entlastung von Verbrauchern wegen der gestiegenen Preise infolge des Ukraine-Kriegs beschlossen. (Boerse, 18.05.2022 - 14:29) weiterlesen...