Telekommunikation, Produktion

MONTREAL / PEKING - Mit der Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Smartphone-Herstellers Huawei in Kanada ist zwischen Washington und Peking ein neuer Konflikt entbrannt.

06.12.2018 - 06:31:24

Huawei-Finanzchefin in Kanada festgenommen - China kritisiert USA. Die USA drängen auf die Auslieferung der Top-Managerin Meng Wanzhou, wie ein Sprecher des kanadischen Justizministeriums am Mittwoch (Ortszeit) bestätigte. Für Freitag sei jedoch zunächst eine Kautionsanhörung angesetzt worden.

Laut der kanadischen Zeitung "The Globe and Mail", die zuerst über die bereits am 1. Dezember erfolgte Verhaftung berichtet hatte, sucht die US-Justiz Meng wegen Sanktionsverstößen. Einem Insider nach werde die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei beschuldigt, das US-Handelsembargo gegen Iran verletzt zu haben.

China, das gerade erst im Handelsstreit mit den USA einen "Waffenstillstand" vereinbart hatte, reagierte am Donnerstag mit scharfem Protest gegen beide Länder auf die Festnahme. Die chinesische Seite habe die "USA und Kanada aufgefordert, das Fehlverhalten sofort zu korrigieren und die persönliche Freiheit von Frau Meng Wanzhou wiederherzustellen", teilte die chinesische Botschaft in Kanada mit. Man werde "alle Maßnahmen ergreifen, um die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Bürgerin entschlossen zu schützen".

Wegen des Vorwurfs von Sanktionsverstößen hatte Washington zuvor schon den chinesischen Netzwerk-Ausrüster ZTE bestraft, der dadurch schwere Geschäftseinbußen hinnehmen musste. Die Sanktionen gegen den chinesischen Konzern wurden im Juli aufgehoben, nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich interveniert und das Unternehmen eine Milliardenstrafe gezahlt hatte.

Huawei bestätigte die Verhaftung von Meng am Donnerstag in einem Statement. Der Konzern habe aber nur wenige Informationen erhalten, was der Managerin vorgeworfen werde und ihm sei kein Fehlverhalten bekannt. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regulierungen, inklusive Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen sowie der USA und der EU.

In den USA kursieren schon länger Medienberichte, wonach Justizbehörden gegen den chinesischen Telekom-Ausrüster ermitteln. Das "Wall Street Journal" schrieb bereits im April, dass wegen der Iran-Geschäfte von Huawei eine strafrechtliche Untersuchung laufe. Die USA haben den Konzern zudem unter Spionage-Verdacht, deshalb kann Huawei dort geschäftlich auch nur stark eingeschränkt agieren.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten am Wochenende beim G20-Gipfel in Buenos Aires eine weitere Eskalation in ihrem erbitterten Handelskrieg vorerst abgewendet. Die USA versprachen, ihre zusätzlichen Zölle auf chinesische Einfuhren vorerst nicht wie geplant zu erhöhen oder auszuweiten. Im Gegenzug sicherte China zu, seine Importe aus den USA zu erhöhen, um das Handelsungleichgewicht zu verringern.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Adva Optical macht zum Jahresauftakt Gewinn - Aktienkurs sackt ab. Das Unternehmen, das offene Netzlösungen für die Bereitstellung von Cloud- und Mobilfunkdiensten anbietet, verbuchte einen Konzerngewinn von gut einer Million Euro, wie es am Donnerstag in München mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Adva noch einen Verlust von 2,4 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz stieg um 6,3 Prozent auf gut 128 Millionen Euro. MÜNCHEN - Der Telekomausrüster Adva Optical Networking profitiert von der zunehmenden Digitalisierung und hat im ersten Quartal wieder einen Gewinn erzielt. (Boerse, 18.04.2019 - 11:08) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Welle an Gewinnmitnahmen lässt Adva einbrechen. In der Spitze stand ein Minus von 18 Prozent zu Buche, das sich mit zuletzt 12,75 Prozent auf 8,35 Euro zumindest ein wenig relativierte. FRANKFURT - Durchwachsene Quartalszahlen von Adva zurückgekehrte Aktie geriet nach schwachem Start in einen freien Fall, der am Markt vor allem mit Gewinnmitnahmen nach starkem Lauf begründet wurde. (Boerse, 18.04.2019 - 10:36) weiterlesen...

Adva Optical macht zum Jahresauftakt Gewinn. Das Unternehmen, das offene Netzlösungen für die Bereitstellung von Cloud- und Mobilfunkdiensten anbietet, verbuchte einen Konzerngewinn von gut einer Million Euro, wie es am Donnerstag in München mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Adva noch einen Verlust von 2,4 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz stieg um 6,3 Prozent auf gut 128 Millionen Euro. MÜNCHEN - Der Telekomausrüster Adva Optical Networking hat im ersten Quartal wieder einen Gewinn erzielt. (Boerse, 18.04.2019 - 07:41) weiterlesen...

Netzagentur lässt Rufnummern von Spam-Fax-Absendern abschalten. In den Spam-Faxen werde unter frei erfundenen Firmenbezeichnungen für den Ankauf gebrauchter Kraftfahrzeuge geworben, teilte die Behörde am Mittwoch mit. Von welchen Anschlüssen die Faxe losgeschickt wurden, hatte die Bundesnetzagentur wegen des Fernmeldegeheimnisses zunächst nicht klären können. Erst als ein verärgerter Verbraucher an seinem Anschluss eine Fangschaltung einrichten ließ, konnten die Nummern ermittelt werden. Zu den Aufgaben der Bundesnetzagentur gehört es, Rufnummernmissbrauch, unerlaubte Telefonwerbung oder die rechtswidrige Abrechnung von Warteschleifen zu unterbinden. BONN - Die Bundesnetzagentur hat 59 Telefonnummern abschalten lassen, von denen massenhaft unerwünschte Telefaxe verschickt worden waren. (Boerse, 17.04.2019 - 14:51) weiterlesen...

Huawei-Gründer fordert erhebliche Steuersenkungen in China Der Gründer des chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei, Ren Zhengfei, drängt darauf, dass China seine Steuersätze "erheblich senken" soll. (Wirtschaft, 17.04.2019 - 14:39) weiterlesen...

Huawei-Gründer bietet Bundesregierung No-Spy-Abkommen an Der Gründer des chinesischen Telekommunikationskonzerns Huawei, Ren Zhengfei, hat angeboten, ein "No-Spy-Agreement" mit der Bundesregierung zu unterzeichnen, um Berlins Sicherheitsbedenken zu beschwichtigen. (Wirtschaft, 17.04.2019 - 14:15) weiterlesen...