BOMBARDIER INC, CA0977512007

MONTRÉAL - Der seit langem kriselnde Flugzeug- und Zughersteller Bombardier trennt sich von Geschäftsteilen und streicht erneut tausende Arbeitsplätze.

08.11.2018 - 13:20:23

Bombardier streicht 5000 Jobs und verkauft Turboprop-Sparte. In den kommenden 12 bis 18 Monaten will der kanadische Konzern weltweit weitere 5000 Jobs streichen, wie er am Donnerstag in Montréal mitteilte. Betroffen sind die Mitarbeiter in der Flugzeugentwicklung ebenso wie in der Produktion. Außerdem verabschieden sich die Kanadier von ihren als "Dash 8" oder "Q-Serie" bekannten Turboprop-Flugzeugen. Auch die Regionaljets der CRJ-Reihe kommen auf den Prüfstand.

abgegeben. Dieser vermarktet den Flieger seit dem Sommer als Airbus A220.

Mit der Streichung der 5000 Jobs will Bellemare die jährlichen Kosten des Konzerns bis zum Jahr 2021 um etwa 250 Millionen US-Dollar senken. Allerdings kostet der Schritt erst einmal Geld: So will Bombardier dafür im kommenden Jahr ebenfalls rund 250 Millionen Dollar als Sonderkosten verbuchen.

Bellemare sieht die große Investitionsphase von Bombardier nun beendet - etwa durch die Zulassung des Geschäftsreiseflugzeugs Global 7500. Jetzt soll die Sanierung weitergehen. Im kommenden Jahr will er den Umsatz des Konzerns um etwa 10 Prozent steigern. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (Ebit) soll um 20 Prozent zulegen. Für das laufende Jahr geht er jetzt von einem Umsatz von 16,5 Milliarden Dollar und einem bereinigten Ebit von etwa einer Milliarde Dollar aus.

Der Konzern war bereits vor Jahren in eine schwere Krise geraten und hatte tausende Jobs gestrichen. Davon waren auch mehrere Standorte der Zugsparte in Deutschland betroffen. Diesmal stehe das Land aber nicht im Fokus des Stellenabbaus, stellte ein Sprecher von Bombardier in Deutschland klar. Der Konzern stehe zu der vereinbarten Neuausrichtung des hiesigen Geschäfts.

@ dpa.de