Facebook Inc, US30303M1027

MENLO PARK / WASHINGTON - Im Facebook -Datenskandal stellt sich Gründer und Chef Mark Zuckerberg am Dienstag und Mittwoch Fragen im US-Kongress.

09.04.2018 - 12:34:24

Facebook-Chef vor Befragungen im US-Kongress. Zunächst ist er als Zeuge bei einer gemeinsamen Sitzung des Rechts- und des Handelsausschusses im Senat geladen (ab 20.15 Uhr MESZ am Dienstag). Am Mittwoch steht eine weitere Befragung im Ausschuss für Energie und Handel des US-Abgeordnetenhauses an (ab 16.00 MESZ). Zuckerberg kann sich auf harte Fragen einstellen: Mehrere Senatoren und Abgeordnete kündigten in den vergangenen Tagen bereits an, dass sie den Facebook-Chef hart rannehmen wollen.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App vor über vier Jahren Informationen von Nutzern unrechtmäßig an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergereicht, die später unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gearbeitet hatte. Dabei ging es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde.

Nach Einschätzung von Facebook könnten die Daten von bis zu 87 Millionen Nutzern weltweit betroffen sein - darunter potenziell von gut 70 Millionen Amerikaner. Cambridge Analytica selbst erklärte, man habe Informationen zu 30 Millionen Nutzern erhalten. Facebook wusste seit Ende 2015 von der unerlaubten Daten-Weitergabe - gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass sie vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. Das wird erst jetzt nachgeholt.

Zudem räumte Facebook vergangene Woche ein, dass es möglich war, massenhaft öffentlich zugängliche Informationen der Nutzer abzugreifen, wenn man über deren Telefonnummer oder E-Mail-Adresse verfügte. Damit hätten zum Beispiel Versender von Spam-Mails ihre Nachrichten punktgenauer auf einzelne Personen zuschneiden können.

Zuckerberg gibt sich bereits seit Tagen Mühe, die Situation zu entschärfen. In Blogeinträgen und einer einstündigen Telefonkonferenz mit Journalisten räumte er Fehler ein und versprach schärferen Datenschutz für die Zukunft. Zudem reduzierte Facebook bereits den Zugriff von App-Entwicklern auf Nutzerinformationen deutlich und ergriff Maßnahmen für mehr Transparenz bei Anzeigen mit politischen Themen und Wahlwerbung. Zugleich bekamen Nutzer mehr Möglichkeiten zum Schutz ihrer Privatsphäre gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung.

Für Facebook könnten Zuckerbergs Auftritte im Kongress schicksalhaft werden: Das Online-Netzwerk sieht sich der Bedrohung einer schärferen Regulierung ausgesetzt, die sein Geschäftsmodell beeinflussen könnte. Nach Informationen der "New York Times" und des "Wall Street Journal" wurde Zuckerberg zuletzt von einem Expertenteam auf die Befragungen vorbereitet. Dabei seien auch mögliche Entwicklungen der Anhörungen mit kontroversen Fragen durchgespielt worden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

Bei den Anhörungen könnte neben dem Datenschutz-Skandal auch die russische Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 zur Sprache kommen. Unter anderem die in Russland ansässige Gruppe Internet Research Agency hatte in großem Stil versucht, über gefälschte Facebook-Profile soziale Spannungen in den USA zu verschärfen und Stimmung für den schließlich siegreichen Kandidaten Donald Trump zu machen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Facebook verlegt Daten nicht-europäischer Nutzer aus Irland. Bisher war ein Facebook-Ableger in Irland für das gesamte Geschäft außerhalb der USA zuständig. Jetzt sollen nur noch die zuletzt 370 Millionen Nutzer in Europa dort vertraglich angesiedelt sein, wie Facebook am Donnerstag bestätigte. Die Daten der restlichen internationalen Nutzer werden künftig in den USA gespeichert. MENLO PARK - Facebook verlegt die Daten von gut 1,5 Milliarden nicht-europäischer Nutzer raus aus dem Geltungsbereich der neuen EU-Datenschutzverordnung. (Boerse, 19.04.2018 - 15:34) weiterlesen...

Burda-Manager: Datensammlungen im Netz sollten befristet werden. Facebook lese 30 Prozent des deutschen Netzes mit, sammele hinter den persönlichen Profilen Unmengen von Daten und speichere alles "für die Ewigkeit", kritisierte Kallen am Donnerstag in München. MÜNCHEN - Hubert-Burda-Media-Chef Paul-Bernhard Kallen schlägt vor, Internet-Portale zum regelmäßigen Löschen ihrer Datensammlungen zu verpflichten. (Boerse, 19.04.2018 - 15:01) weiterlesen...

Europaparlament besteht auf Zuckerberg-Anhörung wegen Facebook-Datenpanne. "Wir danken Ihnen für das freundliche Angebot, [...] Joel Kaplan zu diesem Thema ins Parlament zu schicken. Alle Fraktionen haben jedoch betont, dass Ihre Anwesenheit absolut notwendig ist", schrieb Parlamentspräsident Antonio Tajani am Mittwoch in einem Brief an Zuckerberg. Der Brief liegt der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel vor. BRÜSSEL - Das Europaparlament besteht im Datenskandal um Cambridge Analytica auf eine persönliche Anhörung von Facebook -Chef Mark Zuckerberg. (Boerse, 18.04.2018 - 18:30) weiterlesen...

Ex-Managerin von Cambridge Analytica: Datenskandal betraf mehr Facebook-Nutzer. Bisher wurde lediglich eine Umfrage-App des Cambridge-Professors Aleksandr Kogan als Quelle für die Daten bekannt. Doch Cambridge Analytica und Partner der Datenanalyse-Firma hätten auch andere Umfragen betrieben, "üblicherweise mit einem Facebook-Login", erklärte Ex-Managerin Brittany Kaiser am Dienstag im britischen Parlament. Zuletzt hatte Facebook von schätzungsweise 87 Millionen Betroffenen berichtet. LONDON - Von dem Datenskandal um Cambridge Analytica dürften nach Einschätzung einer ehemaligen Mitarbeiterin deutlich mehr Facebook-Nutzer betroffen sein als zuletzt vermutet. (Boerse, 17.04.2018 - 15:55) weiterlesen...

US-Richter lässt Facebook-Sammelklage wegen Gesichtserkennung zu. SAN FRANCISCO - Facebook ist es nicht gelungen, im jahrelangen Streit um Gesichtserkennung im US-Bundesstaat Illinois eine potenziell teure Sammelklage zu verhindern. Ein Richter in San Francisco entschied, dass jeder Einwohner des Staates, dessen Gesichtszüge von Facebook nach dem 7. Juni 2011 erfasst wurden, sich an der Klage beteiligen kann. Es geht um eine Funktion, bei der Facebook-Nutzer in Fotos automatisch erkannt und für ihre Freunde sichtbar markiert werden können. US-Richter lässt Facebook-Sammelklage wegen Gesichtserkennung zu (Boerse, 17.04.2018 - 15:03) weiterlesen...

EU-Justizkommissarin Jourova will 'schlaue Regulierung' von Facebook. "Es ist ja schön, wenn Herr Zuckerberg über den Schaden redet, der einzelnen Nutzern entstanden ist", sagte Jourova der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). BERLIN - EU-Justizkommissarin Vera Jourova hält die Entschuldigung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg wegen des Datenskandals für nicht ausreichend. (Wirtschaft, 17.04.2018 - 05:45) weiterlesen...