Facebook Inc, US30303M1027

MENLO PARK - Von dem Facebook -Datenskandal um Cambridge Analytica könnten rund 310 000 Nutzer aus Deutschland betroffen sein.

05.04.2018 - 06:02:26

Facebook: Potenziell rund 310 000 deutsche Betroffene in Datenskandal. Weltweit seien Informationen von möglicherweise bis zu 87 Millionen Mitgliedern unrechtmäßig zu der Analyse-Firma gelangt, teilte das Online-Netzwerk am Mittwoch mit. Der Datenskandal könnte damit noch deutlich größer sein als bisher angenommen. Cambridge Analytica erklärte unterdessen, man habe von einem App-Entwickler nur Datensätze zu 30 Millionen Nutzern erhalten.

Bei dem Datenskandal hatte der Entwickler einer Umfrage-App Informationen von Nutzern an die Analysefirma Cambridge Analytica weitergereicht, die unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump gearbeitet hatte. Dabei geht es nicht nur um die Daten der Umfrage-Teilnehmer, sondern auch um die ihrer Facebook-Freunde. Das erklärt die hohe Zahl der betroffenen Nutzer.

An der Umfrage hätten sich lediglich 65 Nutzer aus Deutschland beteiligt, wie Facebook auf Anfrage mitteilte. Über die Erfassung der Informationen von Freunden - auch durch Verbindungen zu Nutzern in anderen Ländern - könnten bis zu 309 815 Facebook-Mitglieder aus Deutschland betroffen sein.

Das sei die von Facebook errechnete maximale Zahl möglicher Betroffener - dies gilt auch für die weltweite Schätzung von bis zu 87 Millionen Nutzern. Zuvor war in Medienberichten stets von insgesamt rund 50 Millionen betroffenen Nutzern die Rede. Facebook selbst sprach bisher von "Dutzenden Millionen" Mitgliedern. Der Daten-Missbrauch soll den aktualisierten Angaben zufolge vor allem Nutzer in den USA betreffen: Dort sieht Facebook potenziell 70,6 Millionen Betroffene. Auf Platz zwei folgen mit weitem Abstand die Philippinen mit nahezu 1,2 Millionen. In Großbritannien könnten es fast 1,1 Millionen sein.

Cambridge Analytica betonte, man habe die Facebook-Datensätze nicht im US-Wahlkampf eingesetzt. Die Firma half der Trump-Kampagne unter anderem, gezielt Werbung bei Facebook zu platzieren, die seine Anhänger mobilisieren und die Befürworter der Gegenkandidatin Hillary Clinton entmutigen sollte.

Facebook wusste seit 2015 von dem Datenmissbrauch, gab sich aber mit der Zusicherung der Firma zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien. Die Nutzer wurden damals nicht informiert, was Facebook inzwischen als Fehler bezeichnet und nachholen will. Facebook- Gründer und -Chef Mark Zuckerberg betonte, dass die Software-Schnittstellen, die einer Umfrage-App einen so breiten Zugriff auf Nutzerdaten überhaupt möglich machten, bereits 2014 dichtgemacht worden seien.

Am Mittwoch schaffte Facebook auch die Möglichkeit ab, nach Nutzer-Profilen über Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu suchen. Das Online-Netzwerk glaube, dass über diese Funktion öffentlich zugängliche Informationen der Mehrheit der Nutzer von außerhalb der Plattform abgesaugt worden seien. Das sind meist Grund-Informationen wie Profilfoto, Stadt oder Arbeitgeber.

Zuckerberg zeigte sich in einer rund einstündigen Telefonkonferenz mit Journalisten erneut selbstkritisch. Facebook habe nicht genug unternommen, um seine Nutzer zu schützen, bekräftigte er. "Das war unser Fehler, das war mein Fehler." Zuvor hatte Facebook weitere Einschränkungen für den Zugang von App-Entwicklern zu Nutzerdaten angekündigt. Dazu gehören etwa der Zugang zu Terminen und Informationen über Anrufe auf Smartphones. Für die Mitglieder wird es zudem einfacher, Facebook-Apps zu entfernen.

Zuckerberg wird am 11. April zu dem Thema im US-Kongress aussagen. Er räumte am Mittwoch auch ein, es sei falsch gewesen, unmittelbar nach der US-Präsidentenwahl im November 2016 den möglichen Einfluss gefälschter Nachrichten bei Facebook auf den Wahlausgang herunterzuspielen. Er hatte erklärt, die Vorstellung sei "verrückt". Jetzt bezeichnete er seine damalige Äußerung als leichtfertig. Zuckerberg betonte zugleich, er glaube auch nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen und Monate, dass er die richtige Person für die Facebook-Spitze sei. Es gehe darum, aus den Fehlern zu lernen, die unweigerlich passierten.

Die Kritik im Datenskandal und die Aufrufe, Facebook nicht mehr zu nutzen, hätten die Nutzung des Online-Netzwerks kaum gebremst, sagte Zuckerberg. "Ich glaube nicht, dass es einen bedeutenden Effekt gab."

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Verwirrung um mögliche Anhörung von Facebook-Chef im EU-Parlament. Aus Kreisen der Europäischen Volkspartei hieß es am Donnerstag, der 33-jährige Amerikaner habe eine solche Einladung unter Bedingungen angenommen. BRÜSSEL - Kommt er oder kommt er nicht? Eine vermeintliche Zusage von Facebook -Chef Mark Zuckerberg für eine Anhörung im Europaparlament hat für Verwirrung gesorgt. (Boerse, 26.04.2018 - 17:41) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: Goldman hebt Ziel für Facebook auf 225 US-Dollar - 'Buy'. Das Online-Netzwerk habe im ersten Quartal einmal mehr ordentlich abgeschnitten, schrieb Analystin Heather Bellini in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. NEW YORK - Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Facebook nach Zahlen von 205 auf 225 US-Dollar angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. (Boerse, 26.04.2018 - 15:34) weiterlesen...

ANALYSE-FLASH: JPMorgan belässt Facebook auf 'Overweight' - Ziel 242 US-Dollar. Das erste Quartal sei stark verlaufen, schrieb Analyst Douglas Anmuth in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Die Bindung der Mitglieder an das soziale Netzwerk sei in den vergangenen Monaten die größte Sorge der Investoren gewesen. NEW YORK - Die US-Bank JPMorgan hat Facebook nach Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 242 US-Dollar belassen. (Boerse, 26.04.2018 - 10:26) weiterlesen...

AKTIE IM FOKUS: Facebook klettern in Frankfurt nach Zahlen auf Hoch seit März. "Die starken Ergebnisse des ersten Quartals dürften wieder Anleger zurückgewinnen", schrieb Analyst Doug Anmuth von der Investmentbank JPMorgan in einer ersten Reaktion. FRANKFURT - Nach dem Zwischenbericht vom Mittwochabend sind Facebook-Aktien am Donnerstag im Xetra-Handel um rund 6,5 Prozent auf 139,55 Euro oder umgerechnet knapp 170 Dollar und damit das höchste Niveau seit März angesprungen. (Boerse, 26.04.2018 - 10:15) weiterlesen...

Facebook befürchtet Gegenwind durch EU-Datenschutzverordnung. MENLO PARK - Facebook rechnet mit einem Dämpfer für sein Geschäft durch die EU-Datenschutzverordnung. Im laufenden Quartal werde die Zahl monatlich und täglich aktiver Nutzer in Europa voraussichtlich stagnieren oder leicht zurückgehen, erklärte das Online-Netzwerk am Mittwoch. Der Grund sei die Einführung der neuen Regeln am 25. Mai. Wenn viele Mitglieder die striktesten Einstellungen für mehr Datenschutz wählen, könne das auch negative Auswirkungen auf Facebooks Werbegeschäft haben, hieß es. Facebook befürchtet Gegenwind durch EU-Datenschutzverordnung (Boerse, 26.04.2018 - 06:28) weiterlesen...

Facebook meldet weiter starke Zahlen nach Datenskandal. Auch die Zahl monatlich aktiver Nutzer kletterte von 2,13 auf 2,2 Milliarden. MENLO PARK - Facebook hat in seinen ersten Quartalsergebnissen seit dem Ausbruch des aktuellen Datenskandals erneut kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn präsentiert. (Boerse, 25.04.2018 - 23:05) weiterlesen...