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Facebook Inc, US30303M1027

MENLO PARK - Facebook hat bei seinen Untersuchungen nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica zehntausende Apps gesperrt.

21.09.2019 - 11:43:25

Facebook sperrte zehntausende Apps nach Cambridge-Analytica-Skandal. Sie stammten von rund 400 Entwicklern, wie das Online-Netzwerk am Freitag mitteilte. Von der "New York Times" enthüllte Zahlen aus einem Gerichtsverfahren in Boston zeigen zugleich, dass Facebook diese Apps überwiegend vorsorglich sperrte, ohne klären zu können, ob sie tatsächlich Nutzerdaten missbraucht haben.

Demnach wurden 69 000 Apps auf der Facebook-Plattform blockiert, davon der Großteil, weil ihre Entwickler bei der Untersuchung des Online-Netzwerks nicht kooperieren wollten. Bei rund 10 000 prüft Facebook, ob Regeln zum Umgang mit Daten der Nutzer verletzt wurden. Auch hier hat Facebook allerdings keine Gewissheit: 6000 Anwendungen gerieten in den Fokus, weil sie von vielen Nutzern installiert wurden. Bei 2000 habe Facebook vertieft die Entwickler überprüft und bei weiteren 2000 schaute sich das Online-Netzwerk an, ob sie zu viele Nutzerinformationen abgefragt hätten.

Die Zahlen wurden im Zuge einer Untersuchung Facebooks durch die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaats Massachusetts bekannt. Ein Gericht lehnte den Antrag von Facebook ab, sie unter Verschluss zu halten. Die Staatsanwälte würden auch gern wissen, wer die betroffenen App-Entwickler sind, Facebook hält die Informationen nach Angaben der Behörde aber zurück, schrieb die "New York Times".

Im Fall Cambridge Analytica, der Facebook im Frühjahr 2018 massiv unter Druck brachte, waren Daten von Facebook-Nutzern vom Entwickler einer Umfrage-App vor über fünf Jahren widerrechtlich an eine Datenanalysefirma weitergegeben worden. Facebook wusste mindestens seit 2016 davon, begnügte sich aber mit der Zusicherung, dass die Daten vernichtet worden seien und informierte die Nutzer nicht. Die Untersuchung des Falls durch die US-Aufsichtsbehörde FTC führte zu einer Strafe von fünf Milliarden Dollar für Facebook.

@ dpa.de

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